Studierende sind von unbekannter Sportart Lacrosse begeistert. Mancher Betrachter reibt sich verwundert die Augen, wenn er auf dem Fußballfeld Gestalten in eishockeyähnlicher Schutzkleidung sieht, die sich mit langen Schlägern, an dessen Ende ein kleiner Korb befestigt ist, einen Ball hin und her schleudern. Zumindest stellt er sich die Frage was das wohl für ein Sport sei.
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An unserer Universität hat sich seit 1993 mit Lacrosse eine Sportart etabliert, die bundes- und weltweit bisher noch ein Schattendasein führt. Lacrosse wurde erstmals von den Ureinwohnern Nordamerikas gespielt, um sich auf Kämpfe und Stammesfehden vorzubereiten. Da der Schläger mit einem kleinen Korb am Ende einem Bischofsstab ähnelt, wurde er von den französischen Einwanderern in Kanada Lacrosse genannt. Der Student der Staats- und Sozialwissenschaften Martin Scherer leitet und trainiert das Uni- Team aus 18 Spielern. "Teilnehmen kann jeder der etwas Kondition hat, egal wie groß oder klein er ist. Der Vorteil von Lacrosse ist die schnelle Lernphase. Schon nach wenigen Trainingsstunden ist jeder in der Lage den Ball mit dem Schläger zu schleudern oder zu fangen." Scherer ist bei Lacrosse besonders von der Vielseitigkeit der Sportart begeistert. Es sei körperlich anstrengend und fordernd, es komme aber auch auf Technik, Ausdauer und Mannschaftsgeist an.
Wie funktioniert Lacrosse?
Auf einem Spielfeld stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die jeweils aus neun Feldspieler und einem Torwart bestehen. Die Feldspieler verteilen sich auf die Positionen Angriff, Mittelfeld und Verteidigung. Das Tor hat etwa die Größe eines Eishockeytores und ist in das Spielfeld eingerückt. Mit dem ca. ein Meter langen Schläger, an dessen Ende ein kleiner Korb befestigt ist, schleudern sich die Spieler den Ball gegenseitig zu und müssen versuchen ihn so im gegnerischen Tor unterzubringen. Der Torwart darf den Ball auch nur mit seinem Schläger abwehren. Ähnlich wie beim Eishockey sind Bodychecks erlaubt. Alle Spieler tragen eine Schutzausrüstung, da der tennisballgroße Spielball beim Schleudern eine große Wucht und eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 150 km/h entwickeln kann. In den Ursprungsländern USA und Kanada hat sich bereits eine eigene Profilage etabliert, die europäischen Länder sind noch nicht soweit. Die führenden europäischen Lacrosse-Nationen sind England, Deutschland und Tschechien. In der Bundesrepublik hat sich seit 1993 eine Liga mit 25 Teams entwickelt, die sich in die Regionen Nord, Süd, West und Ost unterteilt und jährlich die Deutsche Meisterschaft austrägt. Rekordmeister ist der Nachbarverein Lacrosse-Club München.

Das große Ziel vor Augen: Für die Deutsche Meisterschaft reicht es derzeit noch nicht, für die Mannschaft der Uni-Bw München.
Im März Turnier auf dem Campus
"An der deutschen Meisterschaft haben wir als Uni-Mannschaft bisher noch nicht teilgenommen, da wir mit 18 Spielern noch nicht das volle Potenzial haben. Aber das große Ziel ist natürlich die Deutsche Meisterschaft und da sind wir auf einem guten Weg", zeigt sich Scherer optimistisch. Die Mannschaft habe besonders in den letzten zwei Jahren einen guten Zulauf von neuen Spielern bekommen. Für die Deutsche Meisterschaft reicht es derzeit noch nicht, aber bei bundesweiten Turnieren ist die Uni- Mannschaft erfolgreich. Dort stoßen auch ehemalige Studenten der Universität zum Team. Am 10. bis 11. März richtet die Uni-Mannschaft ein eigenes Turnier an unserer Universität aus. Teilnehmen werden 14 Teams aus Süddeutschland, Österreich und Tschechien. Interessierte und Gäste sind herzlich willkommen um sich von einer etwas anderen Sport zu überzeugen, ihre Neugierde zu befriedigen oder um das Uni-Team einfach durch anfeuern zu unterstützen.
Michael Brauns
Weitere Informationen unter:
www.bundeswehrlacrosse.de
www.dlaxv.de
martin.scherer@unibw.de




