Wasserspringen: Bei den 63. Deutschen Hallen-Meisterschaften springt Stabsunteroffizier Christin Steuer in der Königsdisziplin auf das Siegerpodest. In der Sprunghalle des Berliner Europasportparks ist für einen kleinen Moment nur das gleichmäßige Plätschern der Sprudelanlage zu hören. Aus dem Hintergrund dringen dann kurze Anfeuerungsrufe.
![]() | Ein Pfiff ertönt: Auf dem Turm steht Stabsunteroffizier Christine Steuer. Nur noch drei Schritte sind es für die Soldatin der Sportfördergruppe Frankenberg bis zum Absprungpunkt. Zehn Meter geht es von dort in die Tiefe. "Es kribbelt im Bauch, wenn man da oben steht", beschreibt die Europa-meisterschaftsdritte ihr Gefühl vor dem Absprung. |
Für einen Augenblick schwebt die 23- Jährige in der Luft. Einen Moment später ist sie auch schon abgetaucht. Auf der bewegten Wasseroberfläche hinterlässt sie dabei nur eine kleine Schaumkrone.
Von der Tribüne setzt tosender Beifall ein. Übertönt wird er durch den Ausruf eines Zuschauers. "Das wird eine Zehn", johlt ein Mann, den es vor Aufregung nicht mehr auf seinem Sitz hält. Auch ihre Trainingspartner vom SC Riesa, die zum Anfeuern mit auf der Zuschauertribüne stehen, wissen, dass sie den "Dreieinhalb-Salto vorwärts gehechtet" perfekt gesprungen hat.
Wie durch den Zuschauer prophezeit, vergeben die Kampfrichter mit der "Zehn" die höchstmögliche Wertung. Mit Zufriedenheit blickt Steuer Richtung Anzeigetafel und nimmt mit einem Lächeln den Gewinn des Meistertitels zur Kenntnis.
"Sie hat die Konkurrenz vom Vor-Wettkampf bis zum Finale dominiert und den Titel verdient gewonnen", sagt Vereinskamerad Oberfeldwebel Heiko Meyer, der vom Turm den Synchrontitel errang.
"Ich bin topfit, habe für diesen Erfolg aber auch sehr hart trainiert", resümierte Steuer nach dem Wettkampf. Die gebürtige Risaerin trainiert täglich sechs bis acht Stunden. Und das nicht nur im Wasser. Akrobatik und Athletik stehen auf dem Trainingsplan an erster Stelle.
| Das angepeilte Ticket, an der Seite von Stefanie Anthes, für die Weltmeisterschaft in Australien (17. März -1. April) in der Synchronwertung vom Turm konnte sie jedoch nicht sichern. Sie scheiterte an den Favoritinnen, Stabsunteroffizier Annett Gamm (Sportfördergruppe Frankenberg) und Hauptgefreiter Nora Subschinski (Sportfördergruppe Berlin), die eine überragende Vorstellung zeigten. | ![]() |
"Die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft steht für mich jetzt an erster Stelle", sagt Steuer, die erstmals im Alter von sechs Jahren auf dem Sprungbrett stand und ihr großes Ziel, die Olympischen Spiele 2008, niemals aus den Augen verliert.
Text: Sebastian Wegner
Foto: Marcus Rott, SKA
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