Dreimal Edelmetall für den Obergefreiten Normen Weber bei den Europa-meisterschaften in Bosnien-Herzegowina. Mit dem Europameistertitel hat es für den Obergefreiten Normen Weber dieses Mal noch nicht geklappt.

Auf Kurs: Obergefreiter Normen Weber lenkt sein
Canadier geschickt an den Hindernissen vorbei.
Dabei hatte der Soldat der Sportfördergruppe Sonthofen eine Goldmedaille bei den Titelkämpfe in Bihac (Bosnien- Herzegowina) fest im Visier. Doch von Enttäuschung ist bei dem 21-jährigen keine Rede. Drei Silbermedaillen und ein fünfter Platz schmücken seine Bilanz nach den Wettkämpfen. "Ich bin zufrieden. Drei Vizemeistertitel hätte ich nicht erwartet", sagte der Weltranglistenführende der Sprintwertung stolz. Das die Wildwasserstrecke der Una nicht leicht zu bezwingen war, zeigte sich bereits in den Trainingsläufen. Von allen Athleten forderte der Strom beim durchfahren des Parcours höchste Konzentration und Geschicklichkeit zugleich.
In den Qualifikationsläufen "Nonstop" zeigte Weber, dass er in den reißenden Fluten sein Canadier gut auf Kurs halten konnte und verschaffte sich mit dem zweiten Startplatz im Einer-Canadier- Classic, hinter dem amtierenden Weltmeister Emil Miliharm aus Kroatien eine gute Ausgangsposition für den Wettkampf. Im finalen Lauf des Rennens setzte Weber alles dran, sich noch vor den führenden Kroaten zu schieben. Doch auch sein beherzter Endspurt auf der Zielgeraden konnte die Titelverteidigung von Miliharm nicht verhindern.

Nach Silber auf seiner Paradedisziplin, der langen Distanz, wollte Weber auch auf der kurzen Sprintstrecke nachziehen. Ein Fahrfehler im ersten Durchgang zwang ihn im zweiten Lauf von Platz neun auf die Strecke zu gehen. Diesmal gelang ihm ein fehlerfreier Lauf. Doch am Ende blieb ihm nur Platz fünf in der Gesamtwertung. "Ich hatte Probleme mit dem vielen Schiebewasser. Das hat mich sehr aufgehalten", äußerte sich Weber unzufrieden über den verpatzten Durchgang.
Im Mannschaftswettbewerb griff der Teamweltmeister von 2006 dann noch einmal richtig an. In der Disziplin Classic lieferten sich die deutschen Boote ein Kopf an Kopf Rennen mit den kroatischen und tschechischen Canadiern. Das Team von Weber, mit dem Hauptgefreiten Julian Rohn und Dominik Pesch, musste sich in der Titelentscheidung nach kleinen Fahrfehlern dem kroatischen Trio geschlagen geben und erkämpfte Silber. Dabei setzte sich das Dreiergespann weit vor die drittplatzierten Tschechen. Im Mannschaftssprintduell der Einer-Canadier paddelten Weber und seine Teamkollegen ebenfalls hinter die Kroaten auf Platz zwei.

Zwei Vize-Europameistertitel im Mannschaftswettbewerb (v. l.): Dominik Pesch, Normen Weber, Julian Rohn.
Äußerst zufrieden über die Leistungen zeigte sich der Bundestrainer, Stabsfeldwebel Günter Schröter. "Insgesamt schlug sich mein Team bravourös, darauf lässt sich bestens aufbauen", lobte der Bundestrainer seine Schützlinge. Sagte aber auch, dass es noch Eckpunkte gibt, die es zu verbessern gilt: "Das es an den beiden Sprinttagen nicht zu einer Goldmedaille reichte, heißt, wir müssen auch da die knappen Niederlagen zum anpacken nützen."
Das Weber jetzt richtig anpackt, steht für ihn außer Frage, denn es gilt in den nächsten Wochen seinen Deutschen Meistertitel und den WeItcup- Gesamtsieg zu verteidigen.
Text: Sebastian Wegner
Fotos: Normen Weber


