Mit Lettland war erstmals einer der neuen NATO-Staaten Austragungsort des CIOR-Wettkampfs der Internalliierten Reserveoffiziersvereinigung (CIOR = Confédération Interalliée des Officiers de Réserve). Die Organisation lag in den Händen des Armeesportclubs in Riga, der schon für CISM einige Wettkämpfe im artverwandten Militärischen Fünfkampf durchgeführt hat.
![]() Team DEU1 auf der Hindernisbahn (vlnr): Lt d.R. Johan Lock und Olt d.R. Thomas Freudenmann. | ![]() Das Team DEU6 mit Hptm d.R. Jenkner, Hptm d.R. Granse und Hptm Zulys. |
In Riga gingen insgesamt 51 Teams mit je drei Wettkämpfern aus 16 Nationen an den Start. Die Spannweite der Dienstgrade reichte von Officer Cadet aus Großbritannien bis Brigadegeneral aus den USA.
Deutschland konnte die maximal zulässige Anzahl von 6 Teams stellen. Die deutschen Wettkämpfer qualifizierten sich, wie jedes Jahr, im April und Mai an der Infanterieschule Hammelburg aus einem Kreis von 40 Bewerbern. Dort ist auch immer das zehntägige Vorbereitungstraining für den Wettkampf.
Am ersten Wettkampftag findet das Schießen statt. Geschossen wird jeweils mit den Standardwaffen des Gastgebers. Diesmal waren dies die Pistole SIG 210 und das Gewehr G3. Jeder Wettkämpfer bekommt 3 Tage vor dem Wettkampf seine persönlichen Waffen zugelost.

Das Team DEU3 auf der Hindernisbahn Land.
Die beiden Schieß-Disziplinen sind sehr anspruchsvoll, weil die Wettkämpfer nur jeweils 2 x 15 Minuten Trainingszeit haben, um die Waffen einzuschießen und beim Wettkampf "ins Schwarze zu treffen". Hierbei spielen die beiden Schieß-Trainer aus der V. Inspektion der Infanterieschule Hammelburg, StFw Günter Schaupp und StFw Frank Heise, eine entscheidende Rolle. Nicht zuletzt durch ihre jahrelange professionelle Vorbereitungsarbeit errang die deutsche Mannschaft auch in diesem Jahr wieder einen überragenden Erfolg: Das Team DEU4 mit Maj d.R. Kamper, OLt d.R. Blaschke und OLt d.R. Grundschok positionierte sich vor DEU1 mit Hptm d.R. Kleffel, OLt d.R. Freudenmann und Lt d.R. Lock und DEU6 mit Hptm d.R. Jenkner, Hptm d.R. Granse und Hptm d.R. Zulys. Dies war nach dem Doppelsieg von Viterbo 2006 eine kaum noch zu überbietende Steigerung und unterstreicht die deutsche Dominanz im Schießen.
Am zweiten Tag des Wettkampfs ist eine Hindernisbahn Land und eine zu Wasser zu bewältigen. Die Hindernisbahn Land ist 500 Meter lang. Insgesamt 20 Hindernisse erfordern von den Wettkämpfern Schnellkraft, Geschicklichkeit und höchste Konzentration permanent im anaeroben Bereich. Die Schwimmhindernisbahn ist dagegen ein kürzerer Kraftakt mit 5 Hindernissen auf 50 Metern, bei der es allerdings auf jede Zehntel-Sekunde ankommt. Am 2. Tag waren die Deutschen nicht ganz so erfolgreich und konnten nur ein Team unter die Top Ten bringen. Der Tagessieg ging an eine Mannschaft aus Großbritannien.
Am dritten Tag fand der abschließende Orientierungslauf mit Einlagen in zuvor unbekanntem Gelände statt. Der Orientierungslauf mit Waffen und in Kampfstiefeln ist stets auf eine angenommene Siegerzeit von 100 Minuten ausgelegt, was im relativ flachen Lettland eine Streckenlänge von ca. 15 km Luftlinie bedeutete. Hierbei verlangte der morastige Untergrund, verbunden mit dichter Vegetation den Wettkämpfern einiges ab. Mehr als die Hälfte der Strecke waren die Kampfstiefel triefend nass. Die Siegerzeit lag bei fast 3 Stunden. Auch hier waren die Deutschen wieder ganz vorn dabei. Hinter den starken Briten und Niederländern platzierte sich das Team DEU6 auf Platz 3.

Das "Novice"-Team DEU3 mit OLt d.R. Wachow,
Lt d.R. Meier und Lt d.R. Ulrich.
Durch das hervorragende Ergebnis im Orientierungslauf sicherte sich DEU6 den 3. Platz in der Gesamtwertung, hinter den Teams aus den Niederlanden und Großbritannien. Das Team DEU6 um Routinier Michael Jenkner war damit erneut erfolgreich, denn in leicht veränderter Zusammensetzung gewann das Team bereits den CIOR-Wettkampf 2000 und 2006 und stand 1999, 2003 und 2004 auch schon auf dem Siegertreppchen.
Text: Martin Hammer
Fotos: Martin Hammer, Michael Sauer




