Vom 10. bis 20. September nahm ein Ausbilderteam der Schießinspektion der Infanterieschule an der elften internationalen Zusammenziehung von Scharfschützen in Fredericton, Kanada teil. Gastgeber war die Kanadische Infanterieschule in Gagetown.

Die Mannschaft der Infanterieschule: (v. l.): HptFw Maurice
Orben, HptFw Stefan Hüfner, StFw Manfred Reith.
Dabei nahmen Teams aus zehn unterschiedlichen Nationen an dieser Veranstaltung teil. Ziel der Zusammenziehung war in erster Linie der Erfahrungsaustausch. Als Rahmenveranstaltung wurde parallel dazu ein internationaler Wettkampf durchgeführt, um so eine Diskussionsbasis für Taktik, Ausrüstung und Ausbildung der Scharfschützen zu bilden. Die Mannschaft der Infanterieschule erreichte dabei den fünften Platz von insgesamt 27 Teams.
| Die weiteste Anreise hatten zweifellos zwei Mannschaften aus Neuseeland auf sich genommen, die von ihrer Ausbildercrew begleitet wurden. Neben acht nationalen Mannschaften aus Kanada nahmen auch traditionell und wegen der engen Zusammenarbeit in der Ausbildung Scharfschützenteams der Polizei aus Halifax, Vancouver, Montreal und Quebec an der Veranstaltung teil. Am ersten Wettkampftag wurden zunächst die Waffen angeschossen, um dabei die für das präzise Schießen notwendigen Werte für Zielfernrohrverstellung und Wahl der Vorhaltemaße zu ermitteln. Am zweiten Tag wurde dann in je zwei Tag-, und Nachtschießen um wichtige Punkte gekämpft. Das deutsche Team mit Hauptfeldwebel Maurice Orben und Hauptfeldwebel Stefan Hüfner konnte sich dabei durch ihre gute Nachtsichtausstattung wichtige Punkte sichern. |
Am zweiten Wettkampftag dann erzielte die Mannschaft unter Führung von Stabsfeldwebel Manfred Reith im bebauten Gelände und beim Schießen auf unbekannte Zielentfernungen ebenfalls sehr gute Ergebnisse. Dem Abschlussschießen der ersten Woche folgte eine Präsentation von Gastfirmen über Waffen, Ausrüstung und Munition, die von Scharfschützen genutzt werden. Dabei hatten die Schützen die Gelegenheit, die neuesten Waffen zu testen und zu bewerten.
Der Sonntag warf mit Einweisungen in eine Annäherungsübung und einen Lufttransport seine Schatten voraus auf eine Wettkampfaufgabe im Rahmen einer taktischen Lage. Dabei mussten sich die Schützen unerkannt an ein Treffen von Terroristen und deren Sicherheits-personal annähern. Bereits beim ersten Tageslicht bezogen die Scharfschützen ihre Stellungen in der kanadischen Wildnis und die deutsche Mannschaft aus Hammelburg konnte mit zwei Erst-schusstreffern auf 377m ihren Auftrag erfüllen. Danach mussten die Schützen im Rahmen einer Orientierungsübung einen Verbindungsmann im Gelände finden. | ![]() Die deutsche Mannschaft beim Schießen aus einem Gebäude. |
Durch dichtes Unterholz und über Biberdämme erreichten sie eine "heiße" Landezone, die noch gegen den nachstoßenden Feind verteidigt werden musste. Dort wurden sie mit Hubschraubern aufgenommen.
Den Höhepunkt physischer und psychischer Leistungsfähigkeit, wie sie für Scharfschützen charakteristisch ist, bildete ein Stress-Schießen in einer Ortschaft. Dort waren Röhren und Zäune zu durchkriechen und mit Seilen Dachstellungen zu beziehen. Immer wieder waren im Verlaufe des Parcours Ziele schnell und präzise zu bekämpfen. Für den Scharfschützen kann es lebenswichtig sein, auf kurze Entfernung den Feind mit der Pistole niederzukämpfen. Hier konnten erfahrungsgemäß die Polizeiteams punkten.

Kanada bietet mit seinen fast unendlichen Weiten
ideale Möglichkeiten zum Schießen.
Zum Abschluss des Wettkampfes stellten alle Mannschaften ihre eigenen Waffen den anderen Nationen zum Schießen zur Verfügung, so dass intensiv über Vor- und Nachteile diskutiert werden konnte. Abgesehen von einem hervorragenden fünften Rang konnte die deutsche Mannschaft dabei wertvolle Erfahrungen mit nach Hause nehmen.
Text und Fotos: Manfred Reith




