Die Sportfördergruppe der Bundeswehr Sonthofen war im Auftrag des Streitkräfteamtes in Bonn erneut Ausrichter eines internationalen Regionalturniers im Gewehrschießen. Die besten Sportschützen aus den Armeen von acht Nationen kamen zu einem letzten Leistungstest vor den Military World Games in Indien ins Oberallgäu.
Die zielsichersten Schützen stellte diesmal die Schweiz, die drei der vier Goldmedaillen „abräumten“ und sowohl den besten Schützen des Turnier stellten, als auch das beste Mannschaftsresultat einfuhren.

Höchstleistung für Körper und Geist: die Scheibe ist 300 Meter
entfernt und "verdammt klein".
Daran, dass der schon traditionelle Regional-Wettkampf des Militär-Weltsport- Verbandes CISM in Sonthofen „an der richtigen Adresse“ ist, ließen die Gäste aus sieben Nationen keinen Zweifel. Schon im Vorjahr waren alle Teilnehmer begeistert von der neuen hoch modernen Anlage in Sonthofen-Winkel. Eine vergleichbare Schießanlage findet sich weit und breit nicht. Und der Landtagsabgeordnete Alfons Zeller war beeindruckt von der Anlage, die auch vom Deutschen Sportschützenbund genutzt werden kann. „Eine Anlage, wie sie auch bei den Olympischen Spielen in Peking zum Einsatz kommt“, erklärt der Koordinator Sportschießen bei der Bundeswehr, Stabsfeldwebel Rudolf Krenn.
Nach der Siegerehrung in der Generaloberst- Beck-Kaserne konnte „Hausherr“ Oberst Holger Müller das Ergebnis des Wettkampfs prägnant zusammenfassen: „Jetzt habe ich die Nationalhymne der Schweiz für alle Zeiten im Ohr...“
Tatsächlich waren es die Schützen aus der Schweiz, die diesmal das Turnier dominierten, dicht gefolgt von Österreich. Dabei wartete das schweizerische Team mit einer Sensation auf, als sie einen neuen Landesrekord im Standardgewehr mit 1744 Ringen aufstellten. „Das hätte sogar für einen Weltrekord gereicht; leider war das Regionalturnier eine Nummer zu klein, um dem Rekord die offiziell Anerkennung zu erteilen“, erklärt Rudolf Krenn.
Einen „Achtungserfolg“ landete Stabsunteroffizier Andreas Häusler für das deutsche Aufgebot mit einem dritten Platz in der Disziplin Standard-Gewehr/ Einzelwettbewerb. Dennoch zeigte sich Krenn mit den Leistungen der Bundeswehr-Schützen zufrieden: „Der Wettbewerb hatte ein sehr hohes Niveau - viele Weltmeister und Europameister waren angetreten. Die Weltspitze im Schießsport.“ Neben Österreich und der Schweiz waren Teams aus Dänemark, Belgien, den Niederlanden, Norwegen und Tschechien beim Regionalturnier dabei.

Das Top-Trio beim Wettbewerb Standardgewehr / Einzel mit (von links) Hans Bakken aus Norwegen, dem Österreicher Thomas Farnik und dem deutschen Andreas Häusler.
Das Ziel für die Sportschützen ist wirklich „verdammt weit weg“: 300 Meter. Und der „Zehner“ der Scheibe ist auch nur zehn Zentimeter groß. Beim Wettkampf geht es immer auch gegen die Uhr. Gerade in der Disziplin Militärisches Schnellfeuer kann es für die jeweils zehn Schuss „eng werden“.
Zu eng wurde es beim letzten Durchgang im Schnellfeuer-Schießen für Marco Müller (Schweiz). Nach einer Serie von Zehnern fehlt noch der letzte Schuss, als der Pfiff der Wettkampfleitung auf das Ende der Schießzeit hinweist. „Der Pfiff, dann die Hektik - und nur noch ein Dreier...“, beschreibt Müller die Situation. „Da zeigt sich fehlende Wettkampferfahrung“, kommentierte Team-Chef Paul Strebel das Pech seines Schützens.
Dennoch wurde bei der abschließenden Siegerehrung die Hymne der Schweiz zum Ohrwurm. Das Team gewann die Goldmedaillen in den Teamwertungen Standardgewehr und Schnellfeuer, stellte den Sieger im Einzelwettbewerb Schnellfeuer, erzielte die beste Teamleistung mit 3425 Ringen und hatte mit Marcel Bürge den besten Schützen des Turniers ganz oben auf dem Podest. Die Ehrenrettung für das kaum weniger starke Team aus Osterreich gelang dem herausragenden Schützen des Vorjahres, Thomas Farnik, der die Goldmedaille im Einzelwettkampf Standardgewehr mit 584 Ringen holte.
Text und Fotos: Josef Gutsmiedl


