Hauptgefreiter Fabian Grotz denkbar knapp an Gold vorbeigeschrammt. Bei den Golf-Militärweltmeisterschaften nahmen in diesem Jahr insgesamt 83 Spieler und Spielerinnen aus 12 Nationen von vier Kontinenten teil. Dies stellt einen neuen Teilnehmerrekord dar.

Fabian Grotz (rechts im Bild).
Zugleich konnte festgestellt werden, dass in dieser noch jungen militärischen Sportart die Leistungsdichte seit der WM 2006 sprunghaft gestiegen ist. Dennoch konnten die deutschen Teilnehmer sich in diesem Feld mit den Spitzennationen durchaus messen. Der Austragungsort Sun City mit dem international renommierten "Gary Player Course", bot hervorragende Bedingungen für eine Militärweltmeisterschaft im Golf.
Spannung pur bis zum letzten Schlag
Nach einigem Auf und Ab lag die deutsche Herrenmannschaft knapp vor Canada und Dänemark nach 3 Wertungsrunden auf einem beachtlichen 4. Platz. In der Einzelwertung der Herren führte Fabian Grotz mit einem Schlag Vorsprung das Feld, dicht gefolgt von 4 weiteren Spielern mit Chancen auf den Titel, an.
Dieser Vorsprung war jedoch nach drei gespielten Löchern am Finaltag rasch aufgebraucht und nach der 9. Spielbahn führte der Südafrikaner Ivan Henrico mit einem Schlag vor Fabian Grotz. Auf Platz 3 nach vorne gespielt hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits der Niederländer Vincent Hubert. Nach dem 12. Loch führte Fabian Grotz wieder mit einem Schlag vor dem Südafrikaner. Der Niederländer schloss zu diesem Führungsduo weiterhin auf und lag nur noch zwei Schläge hinter Henrico. Alle weiteren Spieler hatten zu diesem Zeitpunkt nichts mehr mit dem Ausgang zu tun.

Kritischer Blick: Teamspieler Alberts beobachtet
die entscheidenden Momente.
Durch einen Zwischenspurt an den Löchern 13 bis 15 holte Hubert weiter auf, so dass nach 17 gespielten Bahnen ein Spitzentrio schlaggleich auf das entscheidende 18. Grün (Par 5, Inselgrün) gingen. Der im vorletzten Flight gestartete Niederländer spielte ein sicheres Par. Nach jeweils guten Abschlägen schlug der Südafrikaner zuerst mit dem zweiten Schlag auf das Grün, allerdings doch gute 20 Meter entfernt von der kurz gesteckten Fahne. Nun musste Fabian Grotz nachziehen. Mit hohem Risiko versuchte er aus rund 170 Metern noch etwas näher als Henrico den Ball zur Fahne zu schlagen.
Dieser Mut zum Risiko wurde leider nicht belohnt. Vielleicht keine vier Meter zu lang flog der Ball, direkt über die Fahne hinweg, auf den hinteren Teil des Inselgüns, sprang noch zweimal auf, bevor er im Wasser verschwand. Nachdem jedoch der Südafrikaner seinen Eagleput zu lang ließ und am Ende nur das Par spielte, hatte Grotz am Ende noch einmal die Chance gleich zu ziehen, schob jedoch seinen Parput auf der Kante tanzend am Loch vorbei.
Entscheidung im Stechen
So musste der neue Militärweltmeister am ersten Extraloch (erneut die 18. Bahn) gefunden werden. Hier setzte sich der Niederländer am Ende mit einem Birdy durch, da der Südafrikaner seinen zweiten Schlag, wie zuvor Fabian Grotz, ins Wasser setzte. Dennoch gab es aus Sicht der Spieler und der Zuschauer keinen echten Verlierer. Denn das Motto des Militärweltsportverbandes (CISM) "Friendship throught Sport" war, trotz allem Ehrgeiz, in dieser WM-Woche bis zuletzt zu spüren und zu sehen.
Alle Einzel- und Gesamtergebnisse können unter www.cismgolf.co.za eingesehen werden.

Die deutschen Teilnehmer dürfen durchaus mit sich zufrieden sein (v.l.n.r.): Fähnr Lena Heidelmann, OGfr Nico Nücken, Lt Moritz Meißner, HGefr Fabian Grotz, OFw Daniel Stein, HGefr Malte Alberts, OSA Christian Kasper.
Dank der Mannschaft
Abschließend möchte sich die Mannschaft noch bei allen Unterstützern und Förderern bedanken. Besonderer Dank gilt dem Deutschen Golf Verband, dem Bundesverband Mittelständische Wirtschaft e.V. und dem Ausrüster AGON.
Text und Fotos: Hptm Ulrich Kuhn


