Vom 14.-15. September 2007 fanden in Oberhof die ersten Entscheidungen der Deutschen Meisterschaften im Biathlon statt. In unserem Beitrag vom 03. September 2007 berichteten wir über das Training des "Doppelpacks in Uniform".

Am Start: Die Zwillinge Franziska (vorn) und Stefanie.
Diese Meisterschaften waren ein erster Meilenstein auf dem Weg zu ihrem großen Ziel, der Teilnahme an der Juniorenweltmeisterschaft 2008 vor heimischem Publikum in Ruhpolding. Erste Erfahrungen vor großer Kulisse. Der Wettkampf lief für die beiden trotz der Anfeuerung durch Eltern und Freunde leider nicht nach ihren Erwartungen. "Sie setzen sich selber zu sehr unter Druck", sagte Trainer Hauptfeldwebel Peter Sendel.
Die riesige Zuschauerkulisse (8000) am Samstag, war für sie völlig ungewohnt und das wirkte sich auf die Schießergebnisse aus. "Im Training lief immer alles super", so die enttäuschten Schwestern. Aber Vater Wolfgang bleibt optimistisch. Er sieht es wie eine Leiter, "auf der sie immer weiter nach oben klettern". Als "treibender Keil" trainiert er seine Töchter seit ihrer Kindheit und ist mächtig stolz auf das Erreichte. Die Mädchen haben nie ein Sportgymnasium besucht, aber durch ihren Ehrgeiz und die Unterstützung ihrer Eltern "machen die Flachlandtiroler dem Bergvolk jetzt das Leben schwer", so der Vater.
Am Anfang der "Karriere" haben sie viel "Dresche" bekommen. Dann ging es über geknüpfte Kontakte, neue Erfahrungen und fleißiges Training stetig bergauf. Im Vordergrund stand aber immer die Schule, denn "es gibt ein Leben nach dem Sport". Im letzten Schülerjahr folgte dann der Karrieresprung und die Entscheidung dem Biathlon treu zu bleiben. Dies ist aber nur durch die Förderung der Bundeswehr möglich. In der Nachwuchstrainingsgruppe von Hauptfeldwebel Sendel gehören sie zu den Besten. Dieser war mit der Leistung von Obergefreiter Franziska Hildebrandt ganz zufrieden, "leider konnte Hauptgefreiter Stefanie Hildebrand ihre guten Trainingsleistungen durch schlechte Schießergebnisse nicht bestätigen". Der böige Wind am Sonntag machte ihr zu schaffen. Doch für das ehrgeizige Duo ist das kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, denn ihr großes Ziel haben sie immer im Blick.

Trost von Vater Wolfgang.
Schonzeit für Zwillinge
Der Bundestrainer der deutschen Damen- Nationalmannschaft, Uwe Müßiggang, hat bei solchen Wettkämpfen natürlich immer den Nachwuchs im Blick. Er möchte die jungen Athleten aber nicht unter Druck setzen. Wenn die derzeitige Entwicklung stetig voranschreitet könnte man in drei Jahren mit den Beiden rechnen. Bis dahin sollen sie sich unbeobachtet und in Ruhe dem Training widmen. Jedoch wissen die Sportsoldatinnen, dass die Türe zum Nationalteam offen steht, wenn die Leistungen stimmen.
"Wir freuen uns auf die nächsten Wettkämpfe und werden versuchen unsere Patzer wettzumachen", so die Hildebrandts.
Text und Fotos: Kathrin Möbius und Doreen Ullmann, Pressestelle WBK III


