Wenn der erste Lauf stimmt, dann kann auch der weitere Verlauf des Wettkampfes nicht schlecht werden, sagt sich Aline Hundt, Soldatin der Sportfördergruppe in Warendorf. "Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis der ersten Disziplin und meine Trainerin auch ...
... das ist gut um in den Wettkampf zu finden." Man durfte also gespannt sein, wie der 18. Internationale Deutschlandpokal im Rettungsschwimmen in der Sportschule Warendorf für die 20-jährige Gefreite weitergehen würde.

Der erste Lauf ist entscheidend für den gesamten Wettkampf
Am Donnerstag, den 22. November 2007, trafen sich Rettungsschwimmer und Rettungsschwimmerinnen aus der ganzen Welt in Warendorf, um noch einmal vor den Weltmeisterschaften 2008 in Warnemünde und Berlin zu zeigen, wer mit der schnellsten Zeit ganz oben auf der Anzeigetafel steht. Am Freitagmorgen ging es um 8:30 Uhr spannend los. Aline Hundt, die seit 2005 im Bundeskader Deutschland schwimmt, startete in Lauf 8 der Disziplin 200m Obstacle Swim - Hindernisschwimmen. Hier sind auf der 50m-Bahn zwei Hindernisse eingelassen, die beim Untertauchen auf dieser langen Strecke einiges an Kraft kosten. Gefreite Hundt schlägt nach 2:29,68 Minuten im Ziel an und sichert sich einen Platz im vorderen Drittel: Eine gute Ausgangssituation für die beiden Wettkampftage, denn das Hindernisschwimmen ist traditionell nicht die Lieblingsdisziplin der deutschen Rettungssportler.

Gefreite Aline Hundt war eine gefragte Interview-Partnerin.
Ziel schon am ersten Wettkampftag erreicht
Und es stimmt, was sie prophezeit hat: Bereits in ihrem nächsten Rennen, 100m Schwimmen und Retten mit Flossen und Gurtretter, erreicht die junge Sportlerin mit 1:04,14 Minuten den 3. Platz und setzt sich vor ihre 103 Konkurrentinnen. Das persönliche Ziel beim Deutschlandpokal ist bereits erreicht: "Ich wollte mindestens einmal unter die ersten Drei", sagt sie mit dem gewissen Funkeln in den Augen, das verrät, Aline hat die Sicherheit, dass sie in den kommenden Läufen noch mehr erreichen kann. Dieses Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr. Hundt: "Seit Juli 2007 bin ich in der Sportfördergruppe der Bundeswehr und genieße die Zeit in der Sportschule. Hier kann ich vier bis fünf Stunden am Tag trainieren und mich voll auf den Sport konzentrieren." Für die Trainingskoordination sorgt Bundestrainerin Anne Lühn, die ihre Athletinnen in Warendorf betreut. Und wenn die Gefreite mal nicht in der Kaserne ist, dann sorgen die Trainer in Halle- Saalkreis für ihre Fitness.
Erfolgslauf geht weiter
Auch am Samstag, dem zweiten und letzten Wettkampftag des Deutschlandpokals, ist Aline Hundt nicht aufzuhalten. Am Morgen steht sie neben Kaderkollegin Anke Wieland im schnellsten Lauf der Disziplin 100m Puppenschleppen mit Flossen auf Block 4. Sie ist als einzige Athletin mit einer Zeit unter der Minutengrenze gemeldet. Der Lauf ist schnell, doch es wird früh klar, dass sie nicht an ihre Bestzeit heran kommen wird. Die Sekunden laufen, dann kommen die Rettungsschwimmerinnen Schlag auf Schlag ins Ziel. Mit einer Zeit von 1:00,32 9 sichert sich die Sportsoldaten mit knappem Vorsprung auf Anke Wieland (1:01,17) den ersten Platz.
Noch einmal Kräfte mobilisieren
Am Nachmittag hat sie noch zwei Strecken vor sich: die 4 x 50m Gurtretterstaffel und die Königsdisziplin 200m Super Livesafer. Gemeinsam mit Anke Wieland, Katrin Altmann und Stephanie Kasperski bringt Gefreite Hundt nach 1:46,15 Minuten den Staffelsieg nach Deutschland. Im späteren Super Livesafer sind nach zwei anstrengenden Tagen die meisten Kräfte der Athletin verbraucht. Dennoch platziert sie sich im 87 Sportlerinnen starken Teilnehmerfeld auf Platz 17.
Breite Schultern für den Sieg
Das Schwimmer sowie Schwimmerinnen durchaus ein breites Kreuz brauchen - nicht nur um schnell zu schwimmen, sondern auch um die Trainingseinheiten auszuhalten - das mag jedem klar sein. Doch Aline Hundt sieht das etwas anders, als sie Donnerstag bei der Eröffnung und Samstagabend zur Siegerehrung in Uniform auftritt: "Ich mag die Fliegermäntel nicht, damit habe ich doppelt so breite Schultern wie in Wirklichkeit", sagt die zierliche Person lachend. Aber lange Zeit sich Gedanken über ihr Outfit zu machen bleibt ihr nicht, denn bei der Siegerehrung darf sie mit dem Deutschlandteam ganz nach oben auf das Treppchen - der Deutschlandpokal geht in der Gesamtwertung der Nationen an Deutschland.
Text: DLRG, Silke Keul
Fotos: DLRG, Michael Siepmann


