Die besten Schach spielenden Soldaten der teilnehmenden NATO-Staaten trafen sich vom 02. bis 09. September in Ankara (Türkei), um den diesjährigen Mannschafts- und Einzelmeister zu ermitteln.
Hierzu wurde von der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung e.V. (KAS) auch in diesem Jahr wieder eine Bundeswehrauswahl entsandt. Auf dem Programm standen die Titelverteidigungen in beiden Wettbewerben.

Das Team um Mannschaftsführer Hauptmann Karl Koopmeiners reiste hoch motiviert an, obwohl es auf den letztmaligen Einzelmeister und Topspieler, Regierungsinspektoranwärter Andreas Schenk, verzichten musste.
Das Turnier wurde als Einzelturnier in 7 Runden nach Schweizer System gespielt. Das heißt vereinfacht: Nach jeder Runde werden Spieler mit gleicher Punktzahl gruppiert und für die nächste Runde gegeneinander gelost. In einem Turnier gegen einen Gegner zweimal zu spielen, ist dabei nicht erlaubt. Die Besonderheit bei diesem Turnier: Nationsgleiche Spieler kämpfen nicht gegeneinander. Die erzielten Punkte der vier bestplatzierten Spieler werden zu einer Mannschaftswertung zusammen gezogen.
Der Mannschaftstitel, den die Bundeswehr seit 1997 ununterbrochen inne hat, konnte souverän verteidigt werden. Bis zur zweiten Runden waren Deutschland und Polen noch punktgleich Tabellenführer. Ab der dritten Runde jedoch konnte das deutsche Team sich absetzen und kontinuierlich die Führung ausbauen. Am Ende hatte dann die Bundeswehrmannschaft mit 3,5 Punkten Abstand zum Vizemeister Polen einen komfortablen Vorsprung. Dritter wurde überraschend das Team aus den Niederlanden, welches sich zum Ende des Turniers noch einmal steigern konnte und in der letzten Runde an den Franzosen vorbeihuschte.
In der Einzelwertung musste der Titel in diesem Jahr an Vaznonis Vytautas aus Litauen abgetreten werden. Er siegte mit 6 Punkten und verlor dabei keine Partie. Die Plätze zwei und drei belegten beide mit jeweils 5,5 Punkten Hauptfeldwebel Mark Helbig und Oberleutnant Philipp Mai.
Die laut ELO-Zahl an 1 bzw. 2 gesetzten Spieler, Hauptgefreite Elisabeth Pähtz und Fähnrich Lorenz Drabke, blieben geringfügig unter ihren Möglichkeiten. Mit jeweils 5 Punkten belegten sie Platz 6 und 7, konnten aber letztendlich mit dem Turnierverlauf doch noch zufrieden sein. Oberstleutnant Guido Schott (4,5 Punkte), Regierungsobersekretär Franz Sirch (4 Punkte) und Hauptmann Karl Koopmeiners (3 Punkte, durch Krankheit eine Runde weniger) folgten auf den Plätzen.
Alle Infos auf: http://natochess2007.tsf.org.tr
Am Rande des Turniers konnten viele Eindrücke über die Kultur der Türken und deren Gastfreundschaft gewonnen werden. So standen der Besuch des Atatürk- Mausoleums, die Altstadt von Ankara sowie eine Stippvisite beim türkischen Schachverband auf dem Programm. Das Fazit fällt daher eindeutig aus: Wieder eine gelungene Veranstaltung zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den NATO-Staaten.
Text: Karl Koopmeiners / Jörg Hilgert
Foto: Jörg Hilgert
Die Bundeswehrmannschaft:
Oberstleutnant Guido Schott (Flugbereitschaft BMVg Köln-Wahn),
Hauptmann Karl Koopmeiners (Streitkräfteamt Bonn) -Mannschaftsführer,
Oberleutnant Philipp Mai (Universität der Bundeswehr München),
Hauptfeldwebel Mark Helbig (Personalamt der Bundeswehr Köln),
Fähnrich (SanOA) Lorenz Drabke (Sanitätszentrum Müllheim),
Hauptgefreite Elisabeth Pähtz (Sportfördergruppe Bw Frankenberg/Sachsen),
Regierungsobersekretär Franz Sirch (Bundeswehrdienstleistungszentrum Penzing).
| Abschlusstabelle | ||
| Platz | Team | Punkte |
| 1 | Deutschland | 21 |
| 2 | Polen | 17,5 |
| 3 | Niederlande | 17,5 |
| 4 | Frankreich | 17 |
| 5 | Norwegen | 16 |
| 6 | Türkei | 16 |
| 7 | Litauen | 15,5 |
| 8 | USA | 14,5 |
| 9 | Spanien | 13 |
| 10 | England | 13 |


