Wie beurteilen namhafte Sportler und Trainer die Sportförderung? Uwe Müssiggang, Bundestrainer der deutschen Biathletinnen, sieht in der deutschen Sportförderung, insbesondere der Sportfördergruppen der Bundeswehr, einen wesentlichen Eckpfeiler für Erfolg im internationalen Wettkampf, nicht nur im Bereich des Biathlons, sondern für alle Sportarten.
"Die Möglichkeit sich voll auf seinen Sport zu konzentrieren, rundherum professionelle Bedingungen und Trainingsmöglichkeiten, eine finanzielle Absicherung sowie auch die mentale Ruhe sich zu regenerieren, den Stress von einem Wettkampf zum Nächsten bewältigen zu können" all dies hält der Bundestrainer für unausweichlich, um erfolgreich zu sein. Er sieht den sportlichen Wettkampf als eine Art "Einsatz der Sportsoldaten, um die Bundesrepublik Deutschland bestmöglich international zu repräsentieren". Auf die Frage nach seinen Wünschen für die Zukunft der Zusammenarbeit mit der Bundeswehr antwortete er: "Im Großen und Ganzen sollte sich da nichts ändern. Es ist jetzt schon nahezu perfekt und die Erfolge aller deutschen Sportler aus den Sportfördergruppen sind der beste Beleg dafür."
Ursachenforschung für die deutschen Erfolge Im internationalen Vergleich wird oft nach den Ursachen für den Erfolg gerade der deutschen Biathleten gesucht. Christian Manzoni, Pressesprecher der schweizerischen Biathlon-Nationalmannschaft, sieht den Grund im System: "Die konsequente Sportförderung in Deutschland - darauf schauen nicht nur wir Eidgenossen - sondern die gesamte Welt." Er betonte zusätzlich, dass bereits heute deutlich zu erkennen ist, dass eine Vielzahl von Nationen, gerade die Osteuropäer, sich am deutschen Sportfördersystem orientieren. Auch in der Schweiz hat man umgedacht und neben dem Grenzschutz-Corps auch das Militär für Sportler geöffnet, damit sie die Möglichkeit der Förderung bekommen. Allerdings sei man hier erst in den "Kinderschuhen, wenn man das mit den Deutschen vergleicht". Zur Zeit teilen sich beim Schweizer Militär vier Biathleten zwei Stellen.
Sportförderung in anderen Nationen Auch andere große Biathlonnationen können ihre Leistungen nur durch die Sportförderung der Armeen liefern. Sandrine Bailly aus Frankreich, die derzeit laut Kati Wilhelm "härteste Konkurrentin für uns deutsche Biathletinnen" ist Soldatin beim französischen Militär und trägt den Dienstgrad Sergeant (vergleichbar Feldwebel). In Frankreich sind die Armee und der Zoll die einzige Förderer für Spitzensportler. Das System ist aber im Vergleich zur deutschen Sportförderung ganz anders angelegt. Die Sportsoldaten in Frankreich haben nur repräsentative Aufgaben. Es gibt keine Sportfördergruppen oder Trainingsmöglichkeiten in Kasernen. Trotzdem trägt Sandrine Bailly gern das Abzeichen des französischen Militärs am Kragen ihres Trainingsanzuges. Sie sieht dies eher repräsentativ, denn ein so ausgeprägtes System wie bei der Bundeswehr gibt es nicht. Nur an 7-10 Tagen im Jahr trägt Sergeant Sandrine Bailly ihre militärische Uniform, z.B. beim französischen Nationalfeiertag am 14. Juli, wenn alle Sportsoldatinnen und Sportsoldaten Frankreichs repräsentativ in Paris an der großen Parade teilnehmen. Lehrgänge oder gar militärische Ausbildungen finden so gut wie nie statt. Im Team der Sportförderung der französischen Streitkräfte sind neben den Biathleten Sportler aus dem Alpinsport, Langlauf, Skispringen und auch die Triathleten, allerdings bei weitem nicht so ausgeprägt wie das in Deutschland der Fall ist. Seit fünfzehn Jahren betreibt sie schon Biathlonsport und ist für die deutsche Konkurrenz nicht wegzudenken. Ihre Dienstzeit ist ähnlich wie in der deutschen Sportförderung aber vor allem von guten Wettkampfergebnissen abhängig. Wünschen wir ihr dafür viel Fortune und Gesundheit. Text: Hptm Grübel, Kathrin Möbius |





