Für den einen ist es das reine Vergnügen und Sport, für den anderen der reine Wahnsinn und undenkbar - fast 43 Kilometer laufen. Die extreme Distanz hat für viele einen ganz besonderen Reiz. Am 29.02.08 beteiligten sich 95 Soldaten am Marathon Camp Marmal in Mazar-e Sharif im Norden Afghanistans.

Brigadegeneral Dieter Dammjacob gab das Startkommando.
Der Laufvirus über die volle Distanz hat in diesem Jahr im Camp Mamal, dem Headquarter des RC North, 10 Deutsche und einem Ungarn infiziert. 84 Soldaten stellten sich den 21 Kilometern für den Halbmarathon. Mancher hatte bereits Vorerfahrung mit diesen Extremstrecken in den Beinen, andere liefen das erste Mal. Jeder hatte eine andere Motivation, schlichtes Durchkommen oder eine bestimmte Zeit. Aber alle mit dem gleichen Ziel: Gut ankommen - beim 1. Marathon 2008 im Camp Marmal!
Um Punkt 10 Uhr ging es neben dem Kirchenzelt im Camp Marmal los. Brigadegeneral Dieter Dammjacob gab das Startkommando zum Lagermarathon und die 11 Starter für die 42km Strecke liefen los. Ausgezeichnet wurde die Laufstrecke von dem Betreuungsfeldwebel OFw Oliver H., der gleichzeitig alles im Voraus organisierte. Es wurden Sponsoren von deutschen Sportfimen an Land gezogen, die alle dazu beitrugen, dass dieses Event für jeden kostenlos ist und allen mit einem kleinen Andenken in Erinnerung bleibt. 42km in einem Lager, das heisst für Marathonläufer 8,5 Runden durch das Camp Marmal.
15 Minuten nach dem Start der Marathonläufer durften 84 Soldaten auf ihre 21km weite Strecke. Nicht nur Deutsche liefen beim Halbmarathon mit, sondern auch 9 Norweger, 4 Finnen, 1 Ungar und ein Schwedischer Kamerad. Selbst die Frauenquote war bei diesem Sportereignis beachtlich. 12 weibliche Soldaten stellten sich den 21 Kilometern, darunter 9 Deutsche, 3 Norwegerinnen und 1 Ungarin.
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Alle mussten 4,5 Runden durch das Camp Marmal bezwingen, wobei der Hauptteil der Strecke auf den äusseren Strassen bzw auf dem Schotterweg am Lagerzaun entlang verlief. Die Frühlingssonne wärmte die Läufer, sodass es ein fast optimales Laufwetter für jedermann war.
Das Ziel für beide Läufe war vor dem Planet Mazar, einer von drei Betreuungs-einrichtungen im Camp Marmal. Dort wurde von Radio Andernach eine kleine Bühne errichtet und die Zieleinläufe vom Radio Andernach Nordafghanistankorrespondenten Oberfeldwebel Sascha R. kommentiert. Das Publikum wurde von Musik gut unterhalten, damit die richtige Stimmung zum Anspornen der Läufer auf den Schlußmetern zu Stande kam.
Beim Zieleinlauf bekam jeder Läufer eine Medaille zur Erinnerung, die man mit Stolz in der Heimat zeigen kann. Bester Läufer des Halbmarathons war am Ende Oberleutnant Martin D. von den Feldjägern, der die 21 Kilometer in 1 Std 16 Minuten absolvierte.
Der grösster Respekt des Tages wurde aber dem Sieger des Marathons ausgesprochen. Oberstabsapotheker Dr. Michael H. vom San Einsatz Verband erreichte das Ziel des Marathons in der hervorragenden Zeit von 3:05:32 Stunden.
Am Ende waren alle glücklich, sie haben es geschafft. Auch wenn der eine oder andere keine Zeit zum trainieren hatte, weil sein Auftrag im Einsatz nicht viel Zeit für Sport her gab, alle waren sich einig: die Stimmung unter den Teilnehmern war sehr gut.

Brigadegeneral Dieter Dammjacob überreicht
dem Sieger des Marathons den Pokal.
Ein grosses Lob wurde sowohl von Brigadegeneral Dieter Dammjacob als auch von allen Läufern an das Projektteam unter der Leitung des Betreuungsfeldwebels und dem Kompaniefeldwebel der Feldjägerausbildungskompanie ANP ausgesprochen, dem es gelungen ist, ein solches Event für Sportfreunde zu ermöglichen.
Text und Fotos: PIZ Mazar-e Sharif




