Vom 28.04.-30.04.08 fand eine weitere sportfachliche Ausbildung für Kommandeure und Einheitsführer des Wehrbereichs III statt. Die beiden Diplomsportlehrer Wolfgang Vinz und Dr. Manfred Kühl hatten sich für die dreitägige sportfachliche Weiterbildung in der Julius-Leber-Kaserne Berlin ein vielfältiges Programm einfallen lassen. Zwischen Neuigkeiten über Vorschriften und Weisungen im Sport der Bundeswehr kamen die sportlichen Aktivitäten nicht zu kurz.

Gruppenfoto vor dem Reichstag.
Im Schwerpunkt des ersten Teils dieser Ausbildung sollten sich alle teilnehmenden Kommandeure und Einheitsführer mit der aktuellen Weisungs- und Vorschriftenlage hinsichtlich des Sports in der Bundeswehr erneut vertraut machen. Die durchführenden Sportlehrer wiesen in ihren Ausführungen auf die untergeordnete Bedeutung des Sports im täglichen Dienst hin. Gerade von den Vorgesetzten sollte der Dienstsport unter dem Gesichtspunkt der Vorbildfunktion betrieben werden. So stellt der Dienstherr wöchentlich mindestens 2 x 90 Minuten Sportausbildung zur Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit und Gesunderhaltung in der Dienstzeit zur Verfügung. Dann wurde es aber konkret und die Uniform wurde gegen den Sportanzug getauscht.
Die fünf Tibeter als Erfolgsrezept
Nach diesem theoretischen Vortrag mit praktischen Bezügen ging es in die Fitness- und Präventionshalle der Julius- Leber-Kaserne. Auf Fahrradergometern begann die Erwärmung, welche im Hauptteil durch eine funktionelle Gymnastik fortgeführt wurde. Diplomsportlehrer Dr. Kühl erläuterte unter aktiver Demonstration des Befehlshabers im Wehrbereich III die Bedeutung "Der fünf Tibeter", als ein Erfolgsrezept um jung zu bleiben. Generalmajor Johann G. Oppitz schwört auf diese gymnastischen Übungen und macht sie täglich. Erstaunt waren die Teilnehmer, wie man durch diese einfache Form des Sports ins Schwitzen kommt.
Am Abend wurden die "Sportler" auf einer Barkasse der deutschen Marine militärisch in Empfang genommen. Hauptbootsmann Guido Grund zeigte den Teilnehmern sämtliche Sehenswürdigkeiten entlang der Spree in Berlin.
![]() Befehlshaber im Wehrbereich III, Generalmajor Johann G. Oppitz bei den gymnastischen Übungen | ![]() Militärische Verabschiedung des Befehlshabers WB III, GenMaj Johann G. Oppitz, von der Barkasse |
Ein Medizinball ist ausreichend
Der zweiten Tag der Ausbildung begann in der Sporthalle. Konditionierung durch kleine Spiele stand auf dem Programm. " Man braucht nicht immer komplizierte Geräte um sich fit zu halten. Ein Medizinball, den man in jeder Halle vorfindet, ist dafür schon ausrei- Kommandeure und Einheitsführer in Trainingshosen Gymnastische Übungen. chend", so Diplomsportlehrer Vinz.
Frisch geduscht ging es weiter mit Theorie. Die Sportlehrer stellten den zukünftigen Test zur Überprüfung der körperlichen und sportlichen Leistungsfähigkeit (Basisfitnesstest) für Soldaten vor. Ab 2009 soll dieser alters- und geschlechtsunabhängige Test den Physical Fitness Test (PFT) ersetzen. Während der Erprobungsphase haben die absolvierten Testübungen sowie die Erfassung von Körperbaumerkmalen auf den mangelhaften Fitnesszustand, verbunden mit Übergewichtigkeit, hingewiesen. Mit diesen besorgniserregenden Ergebnissen wurde den Kommandeuren und Einheitsführern die große Bedeutung der Sportausbildung in der Truppe noch einmal bewusst und eine rege Diskussion mit den Sportlehrern bahnte sich an. Der zukünftige Basisfitnesstest besteht nur noch aus drei Disziplinen: Sprintlauf, Klimmhang und 1000 m Lauf. Über diesen neuen Test gehen die Meinungen, auch unter den Sportlehrern, stark auseinander, da viele diese drei Disziplinen nicht für geeignet und ausreichend halten, um die physische Leistungsfähigkeit eines Soldaten festzustellen.
Sightseeing in Berlin einmal anders
Nach dieser regen Diskussion ging es erst einmal an die frische Luft. Baldur (diese Fremdenführer werden nur beim Vornamen genannt) von "Berlin on Bike" erwartete die Gäste bereits und nach dem Aussuchen des geeigneten Rades und dem passenden Helm, führte er "die Sportler" in einer sehr informativen Radwanderung durch die Straßen Berlins.
Am Abend stand die Praxis erneut im Mittelpunkt. Beim Bowling wurde versucht, die Bedingungen für das Deutsche Sportabzeichen zu erfüllen. Die Sportlehrer ließen es langsam angehen und verlangten "nur" die Norm für die Frauen. Auch wenn nur 600 Pins in vier Runden erreicht werden müssen, erfüllte nur ein Teilnehmer diese Bedingung.
Nordic Walking zum Abschluss
Am letzten Tag trainierten die Kommandeure und Einheitsführer noch einmal an der frischen Luft. Nordic Walking bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen stand auf dem Plan. Es ist nicht jedermanns Sport, aber es ist gelenkschonend und lässt den Puls nicht so schnell nach oben schießen, also auch schonend für das Herz.
![]() Sportspiele | ![]() Dehnungsübungen mit den Nordic Walking Stöcken |
Zum Abschluss versammelten sich alle zur Auswertung im Unterrichtsraum der Sportfördergruppe Berlin. Für die Sportlehrer war es besonders wichtig festzustellen, dass jeder der Teilnehmer wieder angeregt wurde, regelmäßiger Sport zu treiben. Die Vielfältigkeit des Sports sollte in der Sportausbildung widerspiegeln und nicht nur auf Sportarten, wie Fußball, Volleyball oder Laufen reduziert werden. "Denn erst wenn wir erkennen, wie vielseitig der Sport sein kann, wird jeder auch Spaß daran haben", so der Leitende Sportlehrer Wolfgang Vinz.
Für Major Tobias Kirchner, stellvertretender Kommandant Truppenübungsplatz Klietz war es eine Anregung auch mal andere Sportarten zu betreiben. "Es hat mir die Vielfältigkeit des Sports gezeigt, man kann auch mal Rad fahren, Badminton spielen oder einfach Gymnastik machen, um sich fit zu halten."
Auch der Befehlshaber nutze die Gelegenheit, um an seine Kommandeure und Einheitsführer noch ein paar Worte zu richten. "Es hat mir große Freude bereitet und mir sehr gut getan. Es hat den Appetit am Sport erneut geweckt. Denn zu einem gesunden Geist, gehört ein gesunder Körper. Ich habe euch alle mal von einer anderen Seite und mit anderen Augen gesehen!"
Zum Abschluss bedankte er sich im Namen aller Teilnehmer mit einem Kompliment für den gut organisierten Lehrgang - " Das werden wir auf jeden Fall regelmäßig durchführen!"
Text und Fotos: SU Doreen Ullmann






