Beim legendären AVON RUNNING Berliner Frauenlauf siegte Stabsunteroffizier der Reserve Irina Mikitenko souverän. Für die deutsche Spitzenleichtathletin war der Sieg beim größten deutschen Frauenlauf ein beeindruckender Meilenstein auf ihrem Weg zum olympischen Marathondebüt in Peking.

Hätte ich 1980 als Sportsoldatin der Bundeswehr trainieren können, ich hätte sofort Uniform angezogen", das sagte Charlotte Teske am 17. Mai um 19 Uhr. Das war gut eine Stunde nach dem Start zum traditionellen wie legendären "Berliner Frauenlauf". So hätte sie neben ihrem täglichen Training nämlich nicht noch sechs Stunden arbeiten müssen und sich vollends auf die Leichtathletik konzentrieren können. "Eine Marathonzeit von 2.25 Stunden wäre dann durchaus realistisch gewesen", so die vierzehnfache Deutsche Meisterin, die fast ein Jahrzehnt die internationale Langstrecken - und Marathonlaufszene mit beherrschte und 1983 beim Frankfurt - Marathon in 2:28:32 Stunden Deutschen Marathonrekord lief.
So sieht das auch die ehemalige Sportsoldatin, Stabsunteroffizier der Reserve Irina Mikitenko, die sich ihre ersten deutschen Meisterschaftsmeriten mit Unterstützung der Sportfördergruppe Köln verdiente: "Als Bundeswehrathletin hat man den Kopf frei, um sich in der Weltspitze zu behaupten". "Entweder du bist Sportsoldatin oder hast einen potenten Sponsor, sonst läuft auf dem internationalen Parkett einfach nichts", so Stabsunteroffizier der Reserve Mikitenko - Deutschlands derzeitiger Marathon- Shootingstar.

Die deutsche Olympiahoffnung im Marathonlauf, Stabsunter-
offizier der Reserve Mikitenko, "rollt" federleicht über
den 10-Kilometer-AVON-Parcours.
25. Jubiläumsauflage: Oldtimerrevue mit Vierteljahrhundert Frauenlaufpower an Bord
Eine Stunde zuvor war die ehemalige Topathletin Teske (ASC Darmstadt), die 1984 bei der Erstauflage des Berliner Frauenlaufklassikers siegte, mit Spitzensport- Reservistin Mikitenko (TV Wattenscheid) im "Kraftwagendefilee" von Berlins Motorsportikone Heidi Hetzer im nostalgischen Sturmhauben-Look per Oldtimer - Opel Baujahr 1911 - an die Startlinie chauffiert worden. Natürlich erntete das Duo, das gewissermaßen ein Vierteljahrhundert Frauenlaufgeschichte verkörperte, reichlichen Zuschauerjubel. Kein Wunder, denn der traditionsreiche Berliner Frauenlaufevent feierte "Silbernes Jubiläum". Und als bisher größter deutscher Frauenlauf, stellte der Toppevent erneut seine unangefochtene Favoritenrolle mit glanz- Stabsunteroffizier Irina Mikitenko - Eine Marathonklasse für sich vollem Teilnehmerrekord von über 13 000 Läuferinnen in der deutschen Frauenlaufszene unter Beweis.
![]() 25. AVON RUNNING Berliner Frauenlauf - eine Zwischenstation auf dem Weg nach Peking. Souverän und mit großer Lockerheit eilte Stabsunteroffizier der Reserve, Irina Mikitenko, zum 10.000-Meter-Sieg. | ![]() Marathonlegenden einst und heute: Rennwagenikone Heidi Hetzer fährt Teske und Mikitenko per "Kraftwagendefilee" an den Start. |
"Lauf der Stabsunteroffizierinnen" und Fitnesstest für Peking
Zudem scheint sich das Berliner Langstreckenrennen der rein holden Weiblichkeit zum "Lauf der Unteroffizierinnen" zu mausern. Bereits zwei Mal trumpfte mit Stabsunteroffizier Sabrina Mockenhaupt - Crosslauf-Militärweltmeisterin 2008 - ebenfalls eine weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Langstreckenläuferin auf. So konnte sich "Mokki" 2005 und 2007 in zwei jeweils souveränen Rennen die AVONSiegesmedaille an den Uniformrock heften. Ähnlich gestaltete auch Mikitenko ihr diesjähriges Debüt auf dem Hauptstadtkurs. Die ersten fünf Kilometer lief die 35-jährige noch in moderaten 16:31 Minuten an, das dünne Verfolgerfeld im Schlepptau. Erst auf den letzten drei Kilometern gab die deutsche Topathletin - die 1997 übrigens als Volksdeutsche aus Kasachstan nach Deutschland spätaussiedelte - kräftig "Gas" und entrückte der ohnehin spärlichen Spitzengruppe. "Mutterseelenallein" gestaltete sich dann Mikitenkos Finale. Im Endspurt zog Deutschlands derzeitige Marathonläuferin Nummer eins noch einmal tüchtig an und finishte in sehr guten 32:24 Minuten - die zweitschnellste Zeit auf der AVONStrecke. Elf Sekunden schneller hätte sie allerdings noch locker schneller laufen können, beschwerte sich Mikitenko anschließend augenzwinkernd bei AVON-Meetingdirector Marc Milde. Der hätte ihr vor dem Start nämlich nicht verraten, dass der Streckenrekord bei 32:14 Minuten liege. "Den hätte ich dann doch gleich mit abgefrühstückt", so das quirlige Laufwunder, das ihren Auftritt beim AVON-Lauf als wichtiges Mosaiksteinchen auf dem Weg nach Peking sieht. Im August wird die ausdauerstarke Reservistin als aussichtsreiche Olympiakandidatin im Marathonlauf für Deutschland an den Start gehen.
Text und Fotos: Volker Schubert




