Auf dem Treppchen erhalten nur die Sportler die begehrten Medaillen. Doch Fanny Fischer und Lutz Altepost sind sich einig: Sie erhielten das Edelmetall auch stellvertretend für ihr Team. "Wenn ich könnte, würde ich jedem, der im Hintergrund für meinen Erfolg gearbeitet hat, eine Medaille um den Hals hängen", scherzt Fischer, "aber gefeiert wird am Ende sowieso mit dem gesamten Team". Und das hatte allen Grund zum Feiern.

Ein perfekt eingespieltes Team: Ronald Rauhe und Tim Wieskötter.
Neben dem ViererKajak der Frauen über 500 Meter gewann auch der Zweier der Männer über 1.000 Meter Gold. Der Zweier-Canadier der Männer verpasste Gold knapp, der Vierer-Kajak holte Bronze. Zum vierten Mal in Folge hat der ViererKajak der deutschen Rennkanutinnen über 500 Meter die olympische Goldmedaille gewonnen. Das Boot mit Feldwebel Katrin Wagner-Augustin, die Hauptgefreiten Fanny Fischer und Conny Waßmuth (alle Sportfördergruppe Potsdam) und Nicole Rheinhardt setzte sich in einem Start-Ziel-Sieg ungefährdet vor dem ewigen Rivalen Ungarn durch. Bronze ging an Australien. Für Katrin Wagner-Augustin war es bereits das vierte Olympia-Gold ihrer Karriere.
Nur den achten und vorletzten Finalplatz belegte hingegen der dreimalige Kanu-Olympiasieger Hauptgefreiter Andreas Dittmer (ebenfalls Sportfördergruppe Potsdam) im Einer-Canadier über 1000 Meter. Der gesundheitlich angeschlagene Sportsoldat lag am Ende mehr als sieben Sekunden hinter dem Athen-Dritten Attila Vajda aus Ungarn.
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Silber ging an Athen-Olympiasieger David Cal aus Spanien vor dem Kanadier Thomas Hall. Kurz nach dem Rennen bestätigte Dittmer sein Karriereende. "Das war sicherlich mein letzter Auftritt auf der großen Wettkampfbühne", sagte der 36-jährige Neubrandenburger: "Natürlich wäre ich lieber mit einer Medaille abgetreten." Der achtmalige Weltmeister Dittmer gewann in seiner Laufbahn seit 1991 insgesamt 42 Medaillen bei Sommerspielen und internationalen Meisterschaften. Für eine positive Überraschung sorgten Oberfeldwebel Andreas Ihle von der Sportfördergruppe Potsdam und Martin Hollstein aus Neubrandenburg. Das Duo hat sensationell die Goldmedaille im Zweier-Kajak über 1.000 Meter gewonnen.
Vierer-Kajak der Männer holt Bronze Der deutsche Vierer-Kajak der Männer hat die Bronzemedaille über 1.000 Meter gewonnen. Das Quartett mit Stabsunteroffizier Lutz Altepost (Sportfördergruppe Potsdam), Hauptgefreiter Björn Goldschmidt (Sportfördergruppe Bruchsal), Norman Bröckl, und Torsten Eckbrett musste sich in einem spannenden Endspurt um Platz zwei den Slowaken nur um 83 Hundertstelsekunden geschlagen geben. Gold ging überlegen an Weißrussland. Für die deutschen Kanuten gab es damit am ersten Finaltag mit sechs Entscheidungen zweimal Gold und je einmal Silber und Bronze.
Stabsunteroffizier Ronald Rauhe und Stabsunteroffizier Tim Wieskötter muss dieser Tag wie ein schwarzer Samstag vorgekommen sein. Zum ersten Mal wurde ihre seit dem Jahr 2000 anhaltende Erfolgsserie unterbrochen. In ihrer Königsdisziplin, dem Zweier-Kajak über 500 Meter, schrammten sie nur wenige Hundertstel an der Goldmedaille vorbei. "Ich habe den beiden vor dem Start noch gesagt, sie sollen auf die Spanier aufpassen!", so der Trainer der beiden Rolf-Dieter Amend. Stattdessen ließen sie sich von den Ukrainern ablenken und verloren die Spanier kurz aus den Augen. Diese Chance nutzten Letztere umgehend und sicherten sich Gold.

Bronze für den deutschen Vierer-Kajak über 1.000 Meter: Lutz Altepost, Norman Bröckl, Thorsten Eckbrett und Björn Goldschmidt.
Doch von einer peinlichen Niederlage kann man nicht sprechen. Die beiden Deutschen versuchten wortwörtlich in letzter Sekunde noch das Ruder herumzureißen. Dennoch waren sie verschwindend geringe neun Hundertstel langsamer. Das zweite Olympische Gold nach Sydney konnten sie allerdings heuer nicht mehr greifen. Dafür bot sich den Zuschauern an der Wettkampfbahn in Peking ein bis auf die letzte Sekunde spannendes Rennen. Nur ein Fotofinish konnte den Sieger dieses Aufeinandertreffens der Giganten ermitteln. Hinter der Ziellinie sah das Siegerduo ziemlich niedergeschlagen aus. Doch ihr Trainer ist sich sicher, dass sie ihre Kraft schnell sammeln werden und spätestens im nächsten internationalen Wettkampf ihre Stärke wieder unter Beweis stellen können.
Text: streitkräftebasis.de




