Zum 92. Mal, fand dieses Jahr wieder der berühmt, berüchtigte "Internationale Vierdaagse Afstandmars" im niederländischen Nijmegen statt. Auch in diesem Jahr war die Bundeswehr wieder zahlreich, hochmotiviert und perfekt vorbereitet, mit insgesamt elf Marschgruppen dabei. 38.432 Teilnehmer aus 24 Nationen warten auf das Startzeichen zur wohl weltgrößten Marschveranstaltung.

Darunter auch 276 Deutsche Soldaten in insgesamt 11 Marschgruppen. Dieses Jahr ist die Bundeswehr schon zum 51ten Mal beim Internationalen Vier-Tage-Marsch dabei und es werden jährlich mehr Teilnehmer. Schon 1957 startete eine offizielle Delegation der Bundeswehr, auf Einladung der niederländischen Regierung. Mittlerweile nehmen jedes Jahr rund 45.000 Teilnehmer aus aller Welt an dieser Veranstaltung teil. Gleiches Tempo, gleiche Schrittlänge, ob lange oder kurze Beine. Und dazu auch noch singen? Das muss gelernt und geübt werden und daher war es bis zu diesem Punkt, ein langer und anstrengender Weg, voll Vorbereitung und Training.
Um 05.30 Uhr geht es am Tor des Camps Heumensoort los und jetzt heißt es fit zu sein und vorschriftsmäßig im Gleichschritt in geschlossener Formation die militärischen Vorgesetzten auf der Ehrentribüne zu grüßen. Für sie spielte das Wehrbereichsmusikkorps 1 mit zackigen Klängen auf und stimmt sie ein auf die ersten 40 Kilometer. Vorbei geht es durch die malerischen Vororte, entlang dem Rhein der hier Waal heißt -oder über "Berg en Dal". Alle vier Strecken der 4Daagse sind jeweils Rundkurse, die alle wieder im Camp Heumensoord enden und Kleeblattartig um Nijmegen angelegt sind.

Im Stadtzentrum treffen die 4.134 militärischen Teilnehmer auf die rund 40.000 enthusiastischen Einzelmarschierer. Glücklich sind dann aber alle wenn sie nach dem schweißtreibenden Tagesmarsch das symbolträchtige Wahrzeichen und zugleich Eingangstor des Camps wiedersehen, zwei überdimensionierte Marschstiefel der Größe 525, auf die ein gigantischer Armeehelm aus Pappmaschee aufgelegt ist.
Auch der zweite Tag beginnt früh und es sind wieder 40 Kilometer zu schaffen. Die Soldaten gehen ausgeruht in die zweite Etappe und es scheint fast so als ob der erste Tag nicht gewesen wäre. Die deutsche Delegation überzeugte durch gute Fitness und die jubelnde Menge am Rand der Strecke spornt zu Höchstleistungen an. Das vorbereitende Training hat sich ausgezahlt, aber auch die Gruppen der zahlreichen anderen Nationen zeigten in jeder Hinsicht bemerkenswerte Leistungen. Jeder einzelne Teilnehmer wird am Ziel frenetisch bejubelt von der Menge. Gruppen mit einem Lied auf den Lippen ganz besonders. "Der Rest von heute und dann nur noch zwei Tage", lacht ein Marschierer.

Brigadegeneral Weisenburger auf den letzten Kilometern.
Von Tag zu Tag wird die Stimmung ausgelassener und die 4Daagse geraten zum großen, internationalen Volksfest. Marschierer, Bürger und Touristen sorgen für eine tolle Stimmung und bereiten den Teilnehmern ein unvergessliches Erlebnis. Zum dritten Mal 40 Kilometer mit guter Laune und Party entlang des Weges. An diesem Tag führt der Weg durch die Ortschaft Groesbeek. Diese liegt unmittelbar an der Grenze zu Deutschland und ist Durchlaufpunkt für den Lindwurm der Teilnehmer. Lokale Radiostationen unterhalten die Menschen mit Musik und sorgen für Stimmung. Ebenso die Kapellen und Spielmannszüge zivile wie militärische. Auf den Bürgersteigen wird geschunkelt und gelacht, die Marschierer begrüßt. Trotz der Anstrengungen der Letzten Tage beschleunigt jeder auf dem kurzen anstieg zum Ortskern. Dort gleicht der Marsch einem Bad in der Menge. Blumen, Süßigkeiten und Getränke werden verteilt.
Am nächsten Morgen ging es dann auf's Ganze: noch einmal 40 Kilometer und dann der Empfang entlang der Tribünen in Nijmegen. Der letzte Marschtag stoppte jedoch zunächst mittags erst einmal am Rande Nijmegens, wenige Kilometer vor dem Ziel, und im Regen. Dort bekamen die deutschen Marschierer genau wie ihre internationalen Kameraden nicht nur endlich ihren heiß ersehnten Nijmegenmarschorden in einer der entsprechenden Stufen. Zudem gab es zur Belohnung für all die überstandenen Strapazen auch noch ein kleines "Einlaufbier". Zum zweiten mal nahm dieses Jahr die Ehrung der deutschen Teilnehmer der Stellvertreter des Amtschefs Streitkräfteamt, Brigadegeneral Werner Weisenburger, vor. "Vier mal 40 Kilometer in vier Tagen ist eine echte Herausforderung an die körperliche Leistungsfähigkeit", lobte der General die Marschleistung der deutschen Soldaten. Gleichzeitig unterstrich er die Persönlichkeits- und Kameradschaftsbildenden Effekte und fügte hinzu: "Es fördert auch die Zusammenarbeit mit den anderen Nationen."
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Der deutsche Delegationsleiter, Oberfeldarzt Dr. Michael Claus, hob außerdem die gute Vorbereitung der deutschen Soldaten hervor: "Auf Grund eines veränderten Trainingsprogramms gab es dieses Jahr 60 Prozent weniger Marschblasen zu beklagen." An diesem Abend wurden dann auch die Delegationsmarschierer mit dem Orden belohnt. Mehrfachteilnehmer wie Stabsunteroffizier Strömer (25. Teilnahme) erhielten besondere Ehrungen. Die Soldaten werden diesen Orden für den Rest ihrer Dienstzeit an der Uniform mit Stolz tragen dürfen.
Text: PIZ SKB
Fotos: Tobias Wehner/SKA, Jung




