Bei der kürzlich auf dem Flugplatz Eisenach-Kindel ausgetragenen Hubschrauber-Weltmeisterschaft ging für Deutschland ein streitkräfte-gemeinsames Familienteam an den Start. Im 44 Mannschaften aus zehn Nationen starken Teilnehmerfeld waren mit den Oberleutnanten Helmut und Christian Korb Onkel und Neffe gemeinsam in Cockpit.

Normalerweise leistet Helmut Korb seinen Dienst beim Lufttransportgeschwader 61 in Penzing. Dort ist er als Pilot einer Bell UH-1D eingesetzt. Christian Korb ist Heeresflieger und sitzt beim mittleren Transporthubschrauberregiment 25 in Laupheim im Cockpit eines Transporthubschraubers vom Typ CH-53.
Helmut Korb hat schon an vielen militärischen und zivilen Meisterschaften teilgenommen. Sein Neffe war früh von der Hubschrauberfliegerei angetan und sah seinen Onkel immer als Vorbild. So kam es dann auch, dass sich Christian Korb ebenfalls für die Laufbahn als Offizier im Fliegerischen Dienst entschied. Als er seine zweijährige Ausbildung abgeschlossen und auch den zivilen Flugschein erworben hatte, war für die beiden Oberleutnante klar, dass sie zukünftig als Team an den Meisterschaften teilnehmen würden. Im Jahr 2007 belegten Onkel und Neffe den zweiten Platz bei der deutschen Meisterschaft in Eisenach in der Juniorenwertung.
Da die Piloten im Dienst auf anderen Hubschraubern fliegen, fällt der Umstieg natürlich etwas schwerer. "Im Dienst fliege ich eine CH-53 G. Der Umstieg auf eine Hughes 300 C ist vergleichbar mit dem Wechsel von einem Porsche auf einen Trabbi", vergleicht Christian Korb die beiden Hubschrauber. Gleich in vier Disziplinen mussten sich die beiden gegen die starke Konkurrenz behaupten. Am ersten der vier Wettkampftage war der Präzisionsschwebeflug an der Reihe, bei der bei gleichbleibender Höhe ein Quadrat abgeflogen sowie an zwei Eckpunkten eine 360 Grad-Drehung vollführt werden musste. Tags darauf fand der Slalom statt. Hier musste ein mit Wasser gefüllter Behälter, der an einem Seil unter dem Hubschrauber befestigt war, durch einen Parcours mit zwölf Toren manövriert werden. Die Übung Navigationsflug am dritten Wettkampftag war zweigeteilt. Zunächst mussten die Piloten verschiedene Punkte im Gelände finden und anschließend eine Außenlast punktgenau absetzen. Bei der letzten Disziplin traten die Teams als "Postbote" auf. Hier galt es, zwei an einem Seil befestigte Kegel sowie drei Sandsäcke in die Zielbehälter abzuwerfen. In der Gesamtwertung landete das "Familienunternehmen" im starken Teilnehmerfeld auf einem respektablen 28. Platz. Da Christian Korb mittlerweile mehr als 250 Flugstunden aufweisen kann, konnte er bei den Junioren nicht mehr starten. Dort hätten die Leistungen den ersten Platz bedeutet. |
|
Text: he/vr, aktuell
Fotos: PIZ Lw




