Unter der Schirmherrschaft des Bundesministers der Verteidigung kämpften die Bundeswehr-Organisationsbereiche bereits zum dritten Mal um die Krone im Bundeswehrfußball. Zuletzt war dies im Jahr 2006 der Fall. Bundesminister der Verteidigung Dr. Franz Josef Jung MdB hat entschieden, den BM-Cup als Turnier alle zwei Jahre auszurichten. Der BM-Cup ist eine Benefizveranstaltung.

Mit rasselnden Spendenbüchsen erinnerten Soldaten die fußballbegeisterten Kameraden daran, dass es beim BM-Cup nicht nur um Sport geht, sondern auch um die Unterstützung sozialer Einrichtungen. Die Erlöse der Vorrundenspiele werden den Organisationen übergeben, die von den jeweiligen Heimmannschaften festgelegt werden. Der Erlös aus Zwischen- und Hauptrunde ist für das Soldatenhilfswerk der Bundeswehr bestimmt.
| ![]() Generalmajor Wollny spendet für die Soldatentumorhilfe. |
"Wir sind eine Selbsthilfeorganisation von Soldaten für Soldaten", beschreibt Geschäftsführer Michael Egbers die Idee des Soldatenhilfswerkes. Soldaten, ihre Angehörigen und Hinterbliebenen, die unverschuldet in Not geraten sind, können vom Soldatenhilfswerk Unterstützung erfahren. Das betrifft nicht nur Kameraden, die bei militärischen Einsätzen verletzt worden sind, sondern auch die, die im Alltag in schwierige Situationen geraten sind. Egbers nennt ein Beispiel: Eine Soldatin hat ihre Nichte in ihren Haushalt aufgenommen, weil deren Eltern schwer erkrankt sind. Für die Ausstattung eines Kinderzimmers muss die Kameradin nun viel Geld auf einmal aufbringen. Hier kann das Soldatenhilfswerk mit seinen Mitteln helfen. Oder ein Soldat ist seit einem Unfall querschnittsgelähmt. Die Heilfürsorge trägt zwar viele seiner Kosten, aber nicht alle. So hat das Soldatenhilfswerk ihm bei der Anschaffung eines behindertengerechten Autos geholfen. Andere Adressaten von Unterstützungsleistungen sind etwa Soldatenfamilien mit behinderten Kindern.

Das Endspiel um den BM-Cup 2008: Die Fußballauswahl
der Marine und der Luftwaffe.
Für Kontinuität in der Leitung des BMCup sorgt Hauptmann der Reserve Joachim Spitzer. Wie schon 2006 gehört der pensionierte Berufssoldat auch in diesem Jahr wieder der vierköpfigen Turnierleitung an, die für den reibungslosen Ablauf des Wettkampfes um den Fußballpokal des Bundesministers sorgt. "Ich kenne alle Trainer der Auswahlmannschaften seit Jahren persönlich. Mit einigen verbinden mich jahrzehntelange Kameradschaft und Freundschaft", erklärt der 56-jährige seine Verbundenheit zum BundeswehrFußball.
So lässt sich der ehemalige Fernmeldeoffizier, der heute bei der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik in Bonn beschäftigt ist, immer wieder gern zu einer vierwöchigen Wehrübung einberufen, um für die Abteilung Spitzensport des Streitkräfteamtes die Turnierleitung zu übernehmen. "Auch für den nächsten BM-Cup stehe ich gern wieder zur Verfügung", sagt er. Bei der Organisation des BM-Cup kann er seine Erfahrung als Spieler und als DFB-Lizenzinhaber einbringen. Zuletzt war er beim Landesligisten SC Brühl tätig.

Das Endspiel ausgeglichen. Auch wenn der Stadionsprecher
scherzhaft eine „leichte Luftkampfüberlegenheit der
Luftwaffe“ feststellte.
Am 15. September trafen im Auftaktspiel zum BM-Cup 2008 die Mannschaften des Heeres und des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr aufeinander. Die Heeresauswahl siegte mit 3:1 Toren. Dann gewann die Elf der Luftwaffe gegen die Streitkräftebasis (SKB) mit 2:1 (2:0). Die Streitkräftebasis scheiterte im Verlauf der Vorrunde erneut, diesmal gegen die Wehrverwaltung mit 2:0. Die Fußballauswahl der Luftwaffe hat danach mit einem grandiosen 5:2Sieg über die Wehrverwaltung eindrucksvoll die Favoritenrolle im BM-Cup übernommen. Mit einem leistungsgerechten 2:2-Unentschieden trennten sich im letzten Gruppenspiel in Plön die Marine und das Heer.
Dann folgt die Sensation: Die Fußballauswahl der Luftwaffe schlägt im Halbfinale des BM-Cup 2008 die Mannschaft des Heeres mit 2:1. Zum ersten Mal seit der Stiftung des Fußballpokals durch den Bundesminister der Verteidigung erringt also nicht das Heer den Turniersieg. Für die Mannschaft hatte es nur zu Platz 3 vor der Wehrverwaltung gereicht. Die Vertreter der Wehrverwaltung nannten dieses Ergebnis einen "Riesenerfolg".
Den BM-Cup mag der Minister nicht mehr missen: "Aus meiner Sicht hat der Fußball durchaus einen Bezug zu den Aufgaben der Bundeswehr. Da sind Teamgeist, Kameradschaft und Einsatz gefragt. Das sind Fähigkeiten, die man in der Bundeswehr gut gebrauchen kann", sagte der Bundesminister der Verteidigung Dr. Franz Josef Jung zur Begrüßung der 500 Zuschauer im Berliner Olympiapark. Sie schauten sich das Endspiel der Marine gegen die Luftwaffe an. Doch mit dem Endspielergebnis hat kaum einer gerechnet: Die Fußballauswahl der Marine errang den Sieg gegen die Luftwaffe mit 2:1 nach Verlängerung. "Andere haben besser Fußball gespielt, aber wir sind am schnellsten zu einer Mannschaft zusammengewachsen", jubelte Oberbootsmann Mario Schuelke, Trainer der Marine-Auswahl, über den Erfolg seiner Jungs im Stadion am Wurfplatz im Berliner Olympiapark. Als das Ergebnis über die Zeit gerettet war, kannte der Jubel der "Blauen Jungs" keine Grenzen mehr. Das kleine "Spätsommermärchen" wurde wahr. Mit unübertroffenem Teamgeist hatte die Marineauswahl den spielerisch viel stärkeren Luftwaffenkickern ein Schnippchen geschlagen.

Ein glücklicher Moment für die Marinemannschaft.
In der Halbzeitpause überreichte der Minister als Schirmherr des Fußballturniers einen Scheck über 920,45 Euro, die unter den Zuschauern des Endspiels als Spenden gesammelt worden waren, an den Vorsitzenden des Soldatenhilfswerkes, General Schneiderhan. Am Ende des Finaltages händigte er allen teilnehmenden Mannschaften ihre Pokale, Medaillen und Urkunden aus.
Text: Jan Kuhlmann, David Krebs / PIZ SKB
Fotos: streitkraeftebasis.de




