OG Benedikt Kohl aus Berchtesgaden steht nach seinem erfolgreichen Debüt in der DEL vor einer großen Karriere. Der 20-jährige Berchtesgadener Benedikt Kohl ist der erste Spieler aus der Region, der es bis in die oberste deutsche Eishockeyliga gebracht hat.
Kohl war bei drei Juniorenweltmeisterschaften dabei und spielt seit Anfang September bei den Augsburger Panthern, zu denen er von seinem Stammverein Adler Mannheim ausgeliehen worden ist. Bis Weihnachten besteht für Mannheim die Option den Verteidiger wieder zurückzuholen.
Anfang November war Kohl wegen einer Spielpause in der DEL auf Stippvisite in Berchtesgaden. Das Bundeswehr Sportmagazin hatte die Gelegenheit mit dem Eishockeyrookie ein Gespräch zu führen.

Obergefreiter Benedikt Kohl zog einst aus, um sich im Eishockey weiter zu entwickeln. Inzwischen spielt er bei den Augsburger Panthern in der DEL und hat einen Stammplatz im Team der Fuggerstadt. OG Kohl hat das Ziel Nationalspieler zu werden im Visier, wenn er sich dafür auch noch etwas Zeit einräumt.
Wie gefällt es Ihnen in Augsburg bei Ihrem neuen Verein?
Obergefreiter Benedikt Kohl: Die Augsburger Mannschaft ist super, die Stadt ist schön, es passt ganz einfach alles hier.
Sie spielten zunächst in Füssen, dann in Mannheim und jetzt in Augsburg. - Wo liegen die Unterschiede?
OG Kohl: Mannheim hat am meisten Geld, was aber nicht das Wichtigste ist. In allen drei Vereinen wird gute Nachwuchsarbeit geleistet. Mein Weg war immer einen Schritt weiter zu gehen.
Im Dezember treffen Sie mit den Augsburgern auf Ihren Stammverein Adler Mannheim. Was ist das für ein Gefühl?
OG Kohl: Das wäre ein Spiel wie jedes andere, wenn ich überhaupt spielen darf, denn Mannheim hat ja bis Weihnachten die Option mich zurückholen zu können.
Wäre es Ihnen recht, wenn Sie Adler Mannheim zurückholen würde?
OG Kohl: Nein, ich bleibe lieber in Augsburg, denn dort läuft alles sehr gut und ich fühle mich wohl.
Sie waren Junioren-Nationalspieler. Denken Sie daran auch einmal in der "richtigen" Nationalmannschaft zu spielen?
OG Kohl: Natürlich gibt es solche Gedanken. Aber zunächst einmal muss ich mich in der DEL beweisen und gute Spiele abliefern. Dann könnte ich vielleicht einmal die Chance bekommen Nationalspieler zu werden. Ich habe ja noch viel Zeit mich zu entwickeln, da mache ich mir keinen Druck.
Sie sind derzeit Soldat. Wo sind Sie stationiert?
OG Kohl: Ich gehöre der Sportfördergruppe in Bruchsal an, wohin ich auch meine Trainingspläne sende. Ich habe mich erst kürzlich auf 12 Monate verpflichtet und wurde in Bruchsal zum Obergefreiten befördert.
In Österreich wird auch ein gepflegtes Eishockey gespielt. Wäre es nicht reizvoll bei Red Bull in unmittelbarer Nachbarschaft der Heimat in Berchtesgaden an der Scheibe zu sein?
OG Kohl: Ich möchte mich erst einmal in Deutschland durchsetzen, da hätte ich wohl als Spieler in der österreichischen Liga im Hinblick auf die Nationalmannschaft schlechte Karten. Aber vielleicht spiele ich später einmal in Salzburg. Man soll nie nie sagen. Oder vielleicht (lacht dabei) beende ich meine Karriere einmal da, wo sie begonnen hat, beim EV Berchtesgaden.
Verfolgen Sie die Situation beim EV Berchtesgaden, es spielen ja Ihre beiden Brüder dort.
OG Kohl: Natürlich interessiert mich das Geschehen in der Heimat. In der Weihnachtszeit hoffe ich einmal ein Spiel des EV Berchtesgaden anschauen zu können. Heute bin ich ja auch zum Fußballmatch des FC Bischofswiesen gekommen, bei dem einige Freunde von mir spielen. Es wurde mal Zeit wieder einmal zusammen zu kommen.
Christian Wechslinger


