Olympix-Teilnehmer trotzen Regen und Gewitter - 1200 Jugendliche gastieren in der Sportschule. Regenschauer und Gewitter vermochten den Sportsgeist nicht unterzukriegen: Über das Gelände der Sportschule der Bundeswehr waren kaum die letzten Schauer bringenden Wolken hinweg gezogen, da flogen und rollten auf den Spielfeldern im Rahmen der Bw-Olympix, die Mitte Mai in Warendorf stattfanden, schon wieder die ersten Bälle.
![]() | Dass die Streetsoccer-Wiese mittlerweile eher einer Schlammlandschaft glich, schien den dort kickenden Jugendlichen nichts auszumachen - was für Erleichterung beim Orgateam sorgte. Schließlich mussten die Zeitpläne schnell umstrukturiert werden. Und ohne Rückendeckung und Feuereifer von Seiten der 16- und 17-jährigen Fußball- und Beachvolleyball-Begeisterten hätten die verbleibenden Begegnungen auf Grund des fehlenden Zeitpuffers wohl kaum mehr alle stattfinden können. Verschont von den widrigen Witterungsbedingungen blieben lediglich die Streetballer, die die Leichtathletikhalle bevölkerten. |
Das Orga-Team hatte ohnehin schon alle Hände voll zu tun. Der Wettergott hätte durchaus ein Einsehen mit den Bundeswehr-Angehörigen haben können. Schließlich galt es, beim dritten Jugendsport-Event der Streitkräfte, das unter der Schirmherrschaft des Bundesministers der Verteidigung Dr. Franz Josef Jung stand, drei Tage lang 1200 Teenies aus der ganzen Bundesrepublik zu betreuen. "Ziel dieser Veranstaltung ist es, den Teilnehmerkreis über den Arbeitsplatz Bundeswehr zu informieren und dabei die Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche entsprechend zu präsentieren", hatte Oberst Reinhard Lerch, Kommandeur der Sportschule, im Vorfeld erläutert.
Ein Konzept, welches auf Interesse stieß: 2500 Anmeldungen hatte es sogar gegeben. Doch diesem Ansturm hätten die Sportschul-Angehörigen nicht standhalten können. Die realistische Einschätzung der Obergrenze zahlte sich aus. Denn die letztlich "Auserwählten" profitierten von einer hervorragenden Rundumversorgung. Nach Geschlecht getrennt in Turnhallen untergebracht (die Feldjäger patrouillierten zur Vermeidung der "Vermischung") wurde auf Iso-Matten oder Luftmatrazen genächtigt. Mehrere, bis zu sechs Sportler große Teams erhielten einen gemeinsamen Betreuer. Die Veranstaltung gipfelte in sportlicher Hinsicht in einer großen Siegerehrung am Sonntagmittag, an der neben anderen ranghohen Vertretern der Bundeswehr auch der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Christian Schmidt, teilnahm. Ein buntes Rahmenprogramm bescherte am Tag der Anreise (Freitag) und am ersten Wettkampftag (Samstag) abends musikalische Unterhaltung, so etwa von der BigBand der Bundeswehr, während tagsüber abseits der sportlichen Veranstaltungen natürlich auch Informationen über die Bundeswehr eingeholt werden konnten.


Hauptfeldwebel Christoph Martin und seine Kollegen Oberstabsbootmann Joachim Sons, Oberleutnant zur See Dieter Guntermann und Stabsfeldwebel Rudolf Schulz im Infomobil sahen sich mit einer großen Nachfrage konfrontiert. "Erstaunlicher Weise sind es sogar die Mädchen, die hauptsächlich richtig ernsthaftes Interesse zeigen", stellte Martin erstaunt fest. Die Jugendlichen, meist fixiert auf die Offiziers- und Feldwebelausbildung, waren ihrerseits auch verblüfft: Dass die Bundeswehr für über 50 Berufe ausbildet, hatten sie bis dato noch gar nicht registriert. Jedoch sahen sich die Olympix-Teilnehmer nicht nur mit Unbekanntem konfrontiert. Einige Gesichter etwa erschienen ihnen doch relativ vertraut. Kein Wunder, hatten sich doch prominente Spitzensportler der Bundeswehr unbefangen unter das Volk gemischt. Kerstin Stegemann beispielsweise verfolgte mit Interesse das Treiben auf den Soccer-Feldern. "Das ist einfach eine tolle Veranstaltung hier. So gut organisiert - und alle sind mit Freude dabei", begeisterte sich die Fußball-Weltmeisterin. Auch René Spies (Bob), Evi Sachenbacher- Stehle (Ski-Langlauf), Daniela Anschütz (Eisschnelllauf), Tatjana Hüfner (Rennrodeln), Sebastian Barth (Basketball) und Thomas Kaczmarek (Beachvolleyball) gaben ihre Visitenkarten ab.

1. Platz beim Streetball der Mädchen: Bamberger Hörnla
mit Pokal und Urkunden.
Und wer sich beim Sport eine Blessur zugezogen hatte, durfte immerhin eine Erstversorgung durch jene Ärzte genießen, die sich sonst am Sportmedizinischen Institut der Bundeswehr in Warendorf um die Wehwehchen der Sport-Prominenz sorgen. Dr. Andreas Lison, der die 24-Stunden-Schicht des Samstags übernommen hatte, wusste allerdings "nur" von Prellungen oder umgeknickten Füßen zu berichten. "Beim Verdacht auf schwerere Verletzungen würden wir sofort mit dem Josephs- Hospital kooperieren", erläuterte der Oberfeldarzt den Notfallplan. Und sogar die so genannte "sofortige Erstversorgung" nach dem "PECH" (Pause, Eis, Compression, Hochlagerung)- Prinzip wurde durch Sanitäter an den drei Sportstätten garantiert. Eine perfekte Rundumversorgung eben. Da würde es nicht verwundern, wenn die Zahl der Interessenten an den nächsten Olympix gar die 3000-Marke knackt.
Weitere Informationen unter: http://www.bw-olympix.de/
Text: Katharina Fiegl
Fotos: HptFw Tobias Lindner



