Die Jubiläumsveranstaltung wurde zu einem echten Fest des Rettungsschwimmens. Eine große Beteiligung und hervorragende Leistungen bestimmten das Programm im Hallenbad der Aachener Gallwitzkaserne. Der Tag des Rettungsschwimmers, eine Veranstaltung, die in der Aachener Region und auch darüber hinaus seit Jahren gut bekannt ist und gern von Gliederungen der DLRG, Schulen, Vereinen und auch Bundeswehreinheiten immer wieder besucht wird, ...

... fand in diesem Jahr zum 30sten Mal statt. Das ist in der Tat ein beispielhaftes Jubiläum, das dann auch die Erwartung, die im allgemeinen Jubiläen kennzeichnen, im vollen Umfang erfüllte. Die Beteiligung war großartig. Lag sie in den vergangenen Jahren immer über 100 Wettkämpfer, so kamen in diesem Jahr zur Jubiläumsveranstaltung noch weit mehr Teilnehmer in die Schwimmhalle in der Gallwitzkaserne, deren Fassungsvermögen gerade ausreichte, um die große Zahl aufzunehmen. Teilweise hatten die Mannschaften noch eine stattliche Anzahl Anhänger und Helfer mit in die Schwimmhalle geschleppt.
Um ein Fazit zu diesem Thema vorweg zu nehmen: trotz dieses übermäßigen Umfangs an Teilnehmern und begeisterten Anhängern lief die Veranstaltung reibungslos und in dem vorgegebenen Zeitrahmen ab. Die als Funktioner eingeteilten Soldaten der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik bewährten sich als Fachpersonal mit großem organisatorischen Talent.
In seiner Begrüßungsansprache hatte der stellvertretende Schulkommandeur, Oberst Dieter Diekmann, die Aufgaben des Rettungsschwimmens und die Bedeutung dieser auf humane und soziale Ziele gerichteten Sportart besonders für Soldaten, deren Berufsethos durch Kameradschaft bestimmt ist, hingewiesen. Nach seiner Ansprache begannen die Wettkämpfe mit der 6 x 50 Meter-Staffel der offenen Klasse, in der alle Arten des Rettungsschwimmens vorkamen und die zuvor vom kompetenten Ansager, Hauptfeldwebel Boris Gärtner, bekannt gegeben worden waren. Die eingeteilten Kampfrichter konnten die Plätze und Zeiten ihrer Staffeln ermitteln und die Ergebnisse über den Ansager an die Auswertung weitergeben. Die Auswertung und das Schreiben der Urkunden besorgte Oberstabsfeldwebel Hofmann in ruhiger und fehlerfreier Weise trotz eines starken Lärmpegels, der in einer Schwimmhalle unvermeidbar ist.
![]() | ![]() |
Nach diesem Start der Staffel in der offenen Klasse konnten die Schüler ihr Können beweisen. Sie hatten in der Transporttechnik des Rettungsschwimmens 4 x 25 Meter zu schwimmen. Die Mädchen und Jungen des Piusgymnasiums konnten diese Staffel knapp vor ihren Konkurrenten von der Ortsgruppe Aachen gewinnen. Auch die Jugendklasse war bei dieser Jubiläumsveranstaltung gut besetzt. Neben den Schülern des Aachener Piusgymnasiums schwammen die Jugendlichen von der Gesamtschule Aachen-Brand, die Vertreter der Ortsgruppe Eschweiler und diejenigen von der Ortsgruppe Aachen. Oft fielen die Entscheidungen bei der Jugendklasse sehr knapp aus, was dazu beitrug, dass die Spannung immer erhalten blieb.
Das Tauchen, ein wichtiger Bestandteil des Rettungsschwimmens, wurde durch die 6 x 50 Meter Tauchstaffel in der offenen Klasse deutlich. In diesem Wettkampfteil dominierten die Teilnehmer des Brander Schwimmvereins, die als Wettkampfschwimmer mit guten Erfolgen im Raum Aachen zeigten, dass sie auch im Tauchen eine hervorragende Leistung zu erzielen in der Lage sind.
Nach dieser Tauchstaffel erfolgte die Prüfung zum Erwerb des Seepferdchens, die von den Erstklässlern der Karl-Kuck-Grundschule aus Aachen Brand bestanden wurde. Voller Stolz konnten diese Schwimmanfänger ihren Müttern danach das Stoffabzeichen und eine Urkunde mit der Unterschrift von General Schiebold, dem Schulkommandeur, vorweisen. Bevor die weiteren Staffeln geschwommen werden konnten, zeigten die Nachwuchswasserspringer des SV Neptun Aachen vom 3-Meter-Brett ihre Kunst in verschiedenen Formen der Körperbewegung, moderiert von ihrem Leiter der Wasserspringer, Hans Alt-Küpers. Gleich danach nahm der vorzügliche Starter, Hauptmann Karl-Heinz Tietze seine Tätigkeit wieder auf und ließ seinen Pfiff mit der Trillerpfeife für den Start der Kleiderwimmstaffel erschallen. In dieser Staffel waren die Wettkämpfer der Ortsgruppe Herzogenrath nicht zu schlagen. Diese Mannschaft ist seit langen Jahren Teilnehmer beim Tag des Rettungsschwimmers und hat schon einige Male die Gesamtwertung gewonnen.
Nach vier Stunden lebhafter und spannender Wettkämpfe näherte sich die Veranstaltung ihrem Ende. Bevor es jedoch dazu kam, wurde den Wettkämpfern und Besuchern vorgeführt, wie man mit Geräten tauchen kann. Oberstabsfeldwebel Manfred Bartsch gab mit Teilnehmern seiner Tauchsportgruppe eine Einführung in das Tauchen mit Pressluftflaschen und stieß dabei auf großes Interesse. Die Veranstaltung wurde abgerundet und zugleich beendet mit der Siegerehrung im Mannschaftswettkampf.

Nach 6 Staffeln, die zum Teil ohne große Auswechselungen von denselben Wettkämpfern geschwommen worden waren, konnten die Ortsgruppe Herzogenrath mit ihren Rettungsschwimmern den Wanderpokal, der von der Privatschule Conventz aus Rötgen gestiftet wurde, für den Gesamtsieg entgegennehmen, gefolgt vom Brander Schwimmverein.
In seiner Abschlussrede wies Oberst Dieter Diekmann noch einmal auf die Bedeutung des Rettungsschwimmens in unserer sehr von der Freizeit bestimmten Zeit hin und bedankte sich bei den Organisatoren der Veranstaltung, mit Diplomsportlehrer Dr. Klaus Wallner an der Spitze, den er nicht ganz falsch als Seele und Motor dieses Kräftemessens im Rettungsschwimmens bezeichnete.
Text: Dr. Klaus Wallner, HptFw Boris Gärtner
Fotos: Lutz Jonen, Uwe Wallasch




