Schon früh auf zwei Rädern Der Radler vom RSV Werner Otto Berlin und Oberfeldwebel ist schon von Kindesbeinen an auf zwei Rädern: "Im Alter von neun Jahren nahm mich mein bester Klassenkammerad mit zum hiesigen Radsportverein Dynamo Potsdam.

Da ich schon mit drei Jahren angefangen habe, Rad zu fahren, war mir bewusst, dass dies meine Sportart ist." Für den im Dezember 1975 in Potsdam geborenen Sportler macht das immerhin schon zwei Dekaden auf zwei Rädern.
Bereits seit Längerem zählt der Sportsoldat zu den Profis seiner Disziplin. Als Weltmeister im Bahnradsport über 4.000 Meter hat er schon eine lange Tradition. 1999, 2005 und 2006 hat er sich den Titel geholt. Bei den Weltmeisterschaften 2007 auf Mallorca gewann der Profi eine Silbermedaille. Eines seiner Highlights war seine Teilnahme bei der Olympiade 2000 in Sydney. Da räumte Bartko gleich zweifach ab: Eine Goldmedaille in der Bahnrad-Einzelverfolgung und eine Goldmedaille im Bahnrad-Vierer. Das war ein triumphales Ergebnis für den Leistungssportler und für Deutschland.
Gold schmeckt und braucht Konzentration
Den Geschmack des Gewinnens findet Bartko durchaus reizvoll: "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, denn dies zeigt einem, dass man durch intensives Training belohnt wird." Doch Bartko gab sich nicht nur mit dem Gewinnen zufrieden. Er suchte auch immer die sportliche Herausforderung, den neuen Horizont. So wechselte er nach den olympischen Spielen im Januar 2001 auf die Straße. Zwei Jahre lang gehört der Potsdamer dem Team Telekom an. 2004 wechselte er jedoch zurück zur Bahn. Für den Erfolg trainiert der Spitzensportler täglich. Und das fällt ihm nicht schwer: Bartko ist ein leidenschaftlicher Vollblut-Radsportler. Doch eine Wettkampfsituation kann sogar einem erfahrenen Profi zuweilen an die Nieren gehen. Der Bundeswehrsportler weiß dem Flattern aber entgegen zu wirken: "Unmittelbar vor dem Wettkampf habe ich so meine ganz eigene Art, mich zu konzentrieren und ruhig zu bleiben. Ich ziehe meine Kleidung immer erst von links beginnend an und dann höre ich zur Konzentration Musik."
|
|
Seinen zwei kleinen Söhnen hat der Radler hingegen noch nicht das Fahrradfahren beigebracht. "Dafür sind sie leider noch zu klein" sagt Bartko lächelnd. Wenn er selber mal neben Beruf, Sport und Familie ein bisschen Zeit für sich hat, widmet er sich dem Reiten. Man kann es auch so ausdrücken: Zwei Beine mal zwei Räder ergeben vier Fortbewegungsutensilien geteilt durch ein Drahtgerüst ergibt das Pferd mit vier Hufen und Zügel - immerhin eine Bremse, die er beim Bahnrad nicht hat: "In meiner Freizeit gehe ich reiten. Außerdem suche ich Ausgleich bei der Gartenarbeit."
Die immer wieder auftauchenden Dopingskandale im Radsport beobachtet der Sportler mit Sorge. Er jedenfalls versucht fair zu bleiben: "Ich stelle mich der NADA sowie der WADA Tag und Nacht für Dopingkontrollen zur Verfügung. Es ist schade, dass Dopingaffären den Radsport immer wieder in ein schlechtes Licht rücken." Bartko zeichnet sich nicht nur als Spitzensportler, sondern auch durch seine Professionalität und Fairness aus. 2005 wurde er während des 94. Berliner Sechstagerennens von der Deutschen Olympischen Gesellschaft 2004 mit der Fair-Play-Plakette des deutschen Sports ausgezeichnet. Der Bundeswehrsportler stellte nach einem packenden Duell, bei dem er zu Fall kam, klar, dass dies alleine aufgrund seines eigenen Übereifers geschah und nicht Schuld seines Gegners. Eine Geste, die ihn nicht nur für Nachwuchssportler zum Beispiel machen sollte.
Text: Victoria Eicker
Fotos: Bundeswehr/Mandt




