Die deutschen Fußballerinnen werden betreut von Oberfeldarzt Dr. Andreas Lison. Der Sportmediziner sieht in seinem Einsatz mehr, als nur einen Job. I nternationale Teams setzen auf professionelle Unterstützung durch medizinisches Personal. So auch die Bundeswehrauswahl im Frauenfußball.
Der Orthopäde und Sportmediziner Oberfeldarzt Dr. Andreas Lison ist mit nach Biloxi gereist und hält unser Team wettkampffähig. Für den 45-jährigen ist dies mehr als nur ein Auftrag.
Team-Doc steht auf seinem T-Shirt, dass von den Soldatinnen liebevoll gestaltet und dem Mediziner vor Antritt der Reise überreicht wurde. Für Lison eine Auszeichnung: "Die Mannschaft sieht das medizinische Personal als Teil des Teams", sagt er nicht ohne Stolz. Physiotherapeutin Stabsunteroffizier Jana Weidlich und der Arzt begleiten die Mannschaft schon seit den Vorbereitungen. Lison war bei den Militärweltspielen in Indien und auf der letztjährigen WM dabei. "Für mich ist das Shirt auch Ausdruck des Vertrauens", so Lison.
![]() "Doc" Lison kennt alternative Therapien. | ![]() Vorbild: Andreas Lison ist selbst begeisterter Sportler. |
Grundsätze als Mediziner und Sportler
Sportler seien besondere Patienten, berichtet Lison aus der Praxis. Daher ist es wichtig, ihnen als Ansprechpartner zu dienen. So berät er die Fußballerinnen in Fragen der Ernährung und des Trainings. In der Vorbereitung zur WM in Biloxi entwarf er zusammen mit seinen Kollegen vom Sportmedizinischen Institut und den Trainern ein Fitnessprogramm und begleitete die Frauen auf ihrem Weg. "Das Körpergefühl des Sportlers ist ein wichtiger Teil meiner Beratung", sagt Lison, der stets verschiedene Therapien für die unterschiedlichsten Diagnosen anbietet. "Ich berate und treffe die Entscheidung stets mit dem Sportler, der absolut dahinter stehen muss." Das macht ihn für die Frauen nicht einfach nur zum militärischen Fachvorgesetzten, sondern zum kompetenten Berater.
Er selbst geht mit gutem Beispiel voran, weiß als Triathlet Wovon er spricht. "Ich weiß, was es heißt sich durch zu beißen, hart zu trainieren und auch Rückschläge zu verkraften. Das wissen auch meine Patientinnen." Für Lison und seine Kollegen vom Sportmedizinischen Institut der Bundeswehr in Warendorf gehört dies zum Selbstverständnis als Sportmediziner. "Wer auch Spitzensportler betreut und Menschen in Bewegung bringen will, der hat Vorbildfunktion!" Sein Engagement im Sport macht dem zweifachen Familienvater überdies großen Spaß.
Der Auftrag in Biloxi
Hier vor Ort in Mississippi, behandelt Dr. Lison natürlich alle auftretenden Verletzungen und Überlastungsbeschwerden. Er überwacht die Regeneration der Fußballerinnen und berät die Spielertrainerinnen Kerstin Stegemann und Silke Rottenberg aus medizinischer Sicht bei ihren Planungen.
Unterstützt wird er von Jana Weidlich. Nach den anstrengenden Spielen werden die Soldatinnen individuell betreut. Dazu ist oft ein strammer Zeitplan abzusprechen. Ruhetage werden u.a. zur Therapie genutzt.
Die Keesler Air Force Base beheimatet eines der größten Militärkrankenhäuser der USA. "Im Notfall können wir uns auf die amerikanischen Kollegen abstützen. Der persönliche Kontakt ist bereits hergestellt und funktioniert sowohl auf der fachlichen, als auch auf der persönlichen Ebene", berichtet Lison.
Damit stehen in Biloxi optimale Möglichkeiten zur Untersuchung und Behandlung bereit. Nicht nur fast, sondern genau wie zu Hause.
Text: PIZ SKB
Fotos: Bundeswehr




