Der SV Sandhausen besiegte die Fußball-Nationalmannschaft der Bundeswehr in ihrem ersten Benefizspiel dieses Jahres mit 1:3. Trotz anfangs rascher Führung und mehreren guten eigenen Torchancen mussten sich die Kicker am Ende dem Achten der dritten Fußballliga geschlagen geben.

Der Gesamterlös des Abends von über 1.000 Euro kam der Aktion "Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien" zu Gute. Trotz Ausfällen in den eigenen Reihen war Bundeswehr-Trainer Mario Himsl vor Spielbeginn optimistisch: "Ich glaube trotzdem, dass wir mithalten können. Wichtig ist vor allem, dass wir uns als Team gut präsentieren." Delegationsleiter und stellvertretender Chef des Heeresamts, Brigadegeneral Heinrich Fischer, ergänzte, dass sich eine Auswahlmannschaft wie die der Bundeswehr zudem vor jedem Spiel erst wieder neu zusammenfinden müsse.
Erstes Gegentor nach 300 Sekunden
Dass man es mit keinem einfachen Gegner zu tun haben würde, machte Sandhausens Trainer Gerd Dais, der es ebenfalls mit Ausfällen zu tun hatte, deutlich: "Wir sind nicht her gefahren, um das Spiel zu verschenken." So starteten dann auch beide Teams vor den rund 400 Zuschauern im Stadion der SpVg Oberhausen unmittelbar nach dem Anpfiff voll durch. Ihren Spielball hatte zuvor eine Gruppe von vier Freifallern der Division Spezielle Operationen mit einem Fallschirmsprung aus über 8.000 Metern Höhe gebracht.
Bereits in der zweiten Minute konnte sich die Bundeswehr-Elf ihre erste Torchance herausspielen. In der Vierten konnte der Sandhausener Keeper Michael Gurski dann einen Schuss von Nationalspieler David Sasse noch parieren. Bei der Ecke wenige Sekunden später hatte er jedoch keine Chance mehr. Andreas Dick versenkte in der fünften Minute das Leder zur 1:0-Führung der BwElf. Doch leider sollte dies gleichzeitig auch der einzige Treffer des Abends für die Nationalmannschaft bleiben.

Mit 1:2 ging es in die Kabine
Der badische Drittligist ließ sich nämlich vom frühen Gegentor nicht beeindrucken und stürmte weiter in Richtung gegnerische Hälfte. Der Erfolg kam bereits acht Minuten später, als Danko Boskovic in der zwölften Minute den Ausgleich erzielte. Die Bw-Auswahl schien in dem schnellen Spiel zunächst noch zueinander finden zu müssen. Nach einem abgewehrten Freistoß in der 25. Minute verwandelte dann auch Sandhausens Christian Beisel die darauf folgende Ecke von Roberto Pinto zum Halbzeitstand von 1:2.
Bereits vier Minuten nach dem Wiederanpfiff spielte sich der SV Sandhausen den ersten Eckball heraus. Jedoch blieb der Kasten von Tobias Sempell, der zur Pause für Torwart Marco Elia eingewechselt worden war, sauber. Der Ersatz-Keeper, der sonst im Heeresamt tätig ist und bei Bayer Wuppertal spielt, bestritt in Oberhausen sein erstes Spiel im Trikot der Bundeswehrnationalmannschaft. Diese konnte in der 53. Spielminute eine erneute Chance ebenfalls nicht verwerten. Nur ein Abseits verhinderte zudem das 1:3 für die Badenser.
Auch Spielerwechsel halfen am Ende nicht
Insgesamt zeigte die Halbzeitansprache von Bw-Coach Himsl im weiteren Spielverlauf jedoch ihre Wirkung. Dennoch gelang den Bundeswehr-Kickern trotz aller Anstrengung nicht der heiß ersehnte Anschlusstreffer zum 2:2. Da halfen auch nicht die verschiedenen Spielerwechsel auf Seiten der Bundeswehr: Jan Zimmermann für Markus Bauer (57.); Damian Schiffczyk für David Sasse (75.); Denis Kubaritsch für Oliver Unsöld, Michael Maier für Sascha Brinker (83.).
Kurz vor Schluss sah es dann aber doch so aus, als ob sich das Blatt noch wenden könnte. In der 81. Minute hatte der eingewechselte Damian Schiffczyk nach Zuarbeit von Oliver Petersch seine erste große Torchance. Und nur vier Minuten später folgte schon wieder die nächste Möglichkeit der Nationalmannschaft zum heiß ersehnten Ausgleich. Doch mit seinem Treffer zum 1:3 machte Sandhausens Nummer Sieben, Benjamin Waldecker, in der 89. Minute endgültig alle Hoffnungen zunichte.
Delegationsleiter und Coach insgesamt zufrieden
Nachdem Schiedsrichter Steffen Kümmerlin das Spiel abgepfiffen hatte, zeigte sich der Bundeswehr-Delegationsleiter trotz allem mit dem Spiel zufrieden: "Wenn wir die Chancen in der 81. und 85. verwertet hätten, stünde es jetzt unentschieden." Ähnlich lautete die Aussage von Bw-Coach Himsl. Er war vor allem damit zufrieden, dass seine Jungs mit dem Gegner hätten mithalten können: "Wir haben uns Chancen heraus gespielt und versucht, von den Ballverlusten des Gegners zu profitieren." Profitiert hat an diesem Abend jedoch vor allem die Aktion "Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien" des BundeswehrSozialwerks e.V.. Neben dem Erlös des Spiels gab es noch 300 Euro von der Volksbank Bruhrain-Kraich-Hardt, einem der Sponsoren des Spiels. Auch der SV Sandhausen stiftete zusätzlich 500 Euro.

Unterstützer: Bürgermeister Martin Büchner überreicht den Spendenscheck des Sponsors an den Ehrenvorsitzenden des Bundeswehr-Sozialwerks Storz.
Aufstellung Bw-Nationalmannschaft:
Marco Elia, Sascha Brinker, Christian Kuhn, Oliver Unsöld, Andreas Dick, Dominik Stahl, Oliver Petersch, Markus Bauer, Dennis Lemke, Mathias Wittek, David Sasse;
Eingewechselt: Tobias Sempell, Michael Maier, Jan Zimmermann, Damian Schiffczyk, Denis Kubaritsch.
Aufstellung SV Sandhausen:
Michael Gurski, Christian Beisel, Boris Kolb, Benjamin Waldecker, Jan Fiesser, Patrick Kirsch, Roberto Pinto, Sreto Ristic, Nikolai Müller, Alexander Eberlein, Danko Boskovic;
Eingewechselt: Sven Hoffmeister,Mauro Venezia, Francesco di Frisco.
Müller/PIZ SKB


