Spitzenteams der ADAC GT Masters treffen sich zur Vorstellung im Hotel InterConti am Obersalzberg. Seit zwei Jahren bereichert die ADAC GT Masters-Rennserie für serienmäßige Sportwagen die Rennsportszene in Deutschland und den Niederlanden.

Vier Teams aus der ADAC GT Masters Rennserie stellten sich
bei einem Pressetermin im InterContinental Resort Berchtes-
gaden den Journalisten vor.
Erlesene Marken wie Aston Martin, Corvette, Ferrari, Ford GT, Lamborghini und Porsche waren schon in den ersten beiden Jahren am Start. Neu dabei sind der Audi R8, BMW Alpina und Ascari. Diese Liga von Traumwagen lassen die Herzen der Motorsportfans höher schlagen.
Ein Porsche, ein Lamborghini, ein Ferrari und ein Audi R8 wurden zuletzt bei einem „Gipfeltreffen“ beim InterContinental Resort am Obersalzberg vorgestellt. Organisiert und arrangiert wurde der Treff von Teamchef Axel Watter, dem Manager von Boblegende Oberstabsfeldwebel Christoph Langen, der zusammen mit dem ehemaligen Weltklasse-Skispringer Sven Hannawald einen Porsche chauffiert.
Die Grundidee der ADAC GT Masters ist, dass nicht die Hersteller, sondern engagierte Privatteams um die Wette fahren. Die teilweise über 500 PS starken und 300km/h schnellen Traumautos werden nach bestimmten Regularien so verändert und angeglichen, dass für alle Teams Chancengleichheit besteht. Zudem werden die Boliden bei den einstündigen Rundstreckenrennen von je einem erfahrenen und einem eher neuen Mann am Lenkrad pilotiert. Während der erfahrene Pilot ein ehemaliger Formel 1-Fahrer oder DTM-Starter sein kann, kommt sein Partner von einer anderen Sportart, aus dem Hobbybereich oder ist ein anderer Prominenter, der gerne gekonnt Gas gibt und Sponsoren oder das nötige Kleingeld mitbringt. Denn billig ist Rennsport bekanntlich nicht.

Bob-Ikone Oberstabsfeldwebel Christoph Langen würde gerne
einmal mit seinem Buchbinder-Porsche eine Rennserie
durchfahren, um etwas Chancengleichheit zu bekommen.
Die ersten Rennen wurden vom Deutschen Christian Abt beherrscht, der einen Audi R8 LMS pilotiert. Die nächsten Rennen werden jedoch für Abt etwas schwerer, weil der Kemptener dann 80 Kilogramm Erfolgsgewicht mit sich führt und damit nicht mehr so dominierend sein kann.
Gerne einmal am Start der ADAC GT Masters wäre auch die deutsche Rennsport-Ikone Hans-Joachim Stuck, am liebsten mit seinem Sohn Johannes. Weil Stuck jedoch auch als Teamchef in anderen Serien sehr engagiert ist, hat er kaum Zeit für die Masters. Stuck kam zuletzt beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring mit seinem Partner Christian Abt in einem erlesenen Starterfeld auf dem Audi R8 an die zweite Stelle. Ex-Weltklasse-Bobfahrer Oberstabsfeldwebel Christoph Langen vergleicht den Motorsport durchaus mit dem Bobsport, bei dem es ebenso gilt die richtige Linie zu finden. Ein wesentlicher Unterschied der beiden Sportarten liege in den Temperaturen. „Während ich im Winter bei minus 20 Grad mit einem dünnen Trikot unterwegs war, sitze ich mit einem dicken Rennanzug und feuerhemmender Wäsche in einem heißen Auto“, so der Leiter der Sportfördergruppe Bischofswiesen zum Anachronismus in den beiden Sportarten.
Weil er im Rennwagen jedoch nur wenige Einsätze bekomme, sei er allerdings gegen die anderen Teams chancenlos. „Einmal würde ich gerne eine gesamte Serie durchfahren, um mich mit den anderen in einem echten und fairen Vergleich zu messen. Mit zwei Tagen Vorbereitung ins Rennen zu gehen, da hat man keine Chance“, so Soldat Langen, dessen Partner Sven Hannawald noch einmal mehr Understatement bekundet: „Ich muss mich erst langsam an diese neue Herausforderung herantasten und bin derzeit bei um die 80 Prozent des Potentials“, so der ehemalige Weitenjäger, der 2002 als bisher einziger Skispringer alle vier Konkurrenzen der Vierschanzen Tournee gewonnen hat.
Nach der Pressekonferenz in der Bibliothek des InterContinental Resorts am Obersalzberg ging es in die Bayernstube, wo noch so manches Gespräch um PS und Rundenzeiten geführt wurde.
Christian Wechslinger


