Mit 8:1 hat die 2. Mannschaft vom FC Bayern München die Bundeswehr-Fußball-Nationalmannschaft am 18. August in einem Benefizspiel auf dem Bad Griesbacher Fußballplatz besiegt.

Unter der Schirmherrschaft der Ehefrau des Bundesministers der Verteidigung, Beate Jung, des Bürgermeisters von Bad Griesbach, Jürgen Fundke, und der Direktorin des Hotels Maximilian waren 1.400 Euro Eintrittsgelder als Spendenerlös für die Aktion des Bundeswehrsozialwerkes "Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien" zusammengekommen.
Bei strahlendem Sonnenschein pfiff DFB-Schiedsrichter Robert Kempter das Spiel zwischen Bayern München II und der Auswahlmannschaft der Bundeswehr an. Rund 800 Zuschauer, darunter der Bayerische Staatsminister Helmut Brunner, erlebten an diesem Sommerabend die schnelle Führung der Bayern, bei denen Co-Trainer und die lebende Fußballlegende Gerd Müller als Vertreter des nicht angereisten Trainers Mehmet Scholl fungierte. Bereits in der 4. Minute traf Ralf Sikorski zum 1:0 für die Bayern. Nach einem krassen Abwehrfehler der Soldatenmannschaft erhöhte Sikorski schon acht Minuten später auf 2:0.
Individuelle Fehler knallhart bestraft
Ein Hoffnungsschimmer bedeutete für die Bundeswehrmannschaft der 2:1-Anschlusstreffer durch Nils Teixera (Sportfördergruppe Köln, Kickers Offenbach) per Foulelfmeter in der 29. Spielminute. Doch die Freude währte nur kurz. Manuel Duhnke erhöhte vier Minuten später für die Münchner auf 3:1. Den Schlusspunkt der 1. Halbzeit setzte wiederum Duhnke. In der 40. Minute nutzte er einen erneuten schweren Abwehrfehler gnadenlos aus und schoss zum 4:1 ein. Die Halbzeitanalyse vom Bundeswehrtrainer, Hauptmann Mario Himsl, der selbst aus der Rottaler Gegend stammt, fiel entsprechend realistisch aus: "Individuelle Fehler sind knallhart bestraft worden. Es gab keine Verteidigung und Spannung im Team. Wir können froh sein, dass wir nicht mehr bekommen haben."

Die Spielführer tauschen vor dem Spiel die Geschenke aus.
Bayern München bleibt dran
Die 2. Halbzeit begann wie die erste. Allerdings brauchte der Münchner Stürmer Sikorski diesmal sechs Minuten länger zu seinem dritten Treffer. Mit einem Kopfball markierte er in der 55. Minute das 5:1, bevor er von Trainer Müller ausgewechselt wurde. Seine Mitspieler ließen aber auch nicht locker. Mit unverändert sicherem Aufbauspiel in der Abwehr, schneller Überbrückung des Mittelfelds und langen Pässen nach vorne, gelangen Stefan Rieß (71.), Mino Kayser (75.) und Nazif Hajdarovic (77.) noch drei Tore zum 8:1-Endstand für Bayern München in einem von beiden Seiten fair geführten Spiel.
Bundeswehrtrainer enttäuscht: "Sportlich war das nix!"
Hauptmann Mario Himsl, selbst ehemaliger Bundeswehrauswahlspieler und seit 2006 deren Trainer, hatte sich in seiner niederbayerischen Heimat natürlich mehr erhofft: "Weil wir gegen jede Drittligamannschaft mithalten können." "Wir wollen uns gut verkaufen und mithalten. Den Zuschauern wollen wir ein gutes Spiel bieten", hatte er vor dem Spiel unter Hinweis auf die normalen Schwierigkeiten einer durchaus gut besetzten Auswahlmannschaft betont. Seine Bewertung nach dem Schlusspfiff war deutlich: "Das war das schlechteste Spiel was ich als Spieler und Trainer dieser Mannschaft erlebt habe."

Es herrscht Freude über die Spendensumme von insgesamt 1.400 Euro für die Aktion " Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien" bei den Vertretern der Schirmherrschaft, Bürgermeister Jürgen Fundke (2. v. l.) und Hoteldirektorin Ruth Raab (3. v. l.), dem Bayerischen Staatsminister Helmut Brunner (4. v. l.) und dem Teammanager Brigadegeneral Heinrich Fischer (4. v. r.).
General steht zu seinem Auswahlteam
Der nebenamtliche Teammanager der Bundeswehr-Fußballnationalmannschaft und fußballbegeisterte Kommandeur der Heeresschulen und stellvertretender Amtschef des Heeresamtes, Brigadegeneral Heinrich Fischer, stellt neben dem sportlichen Aspekt "einer Auswahl der besten Fußballer der deutschen Streitkräfte" die Mannschaft als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr und den Einsatz für wohltätige Zwecke heraus, wofür natürlich "namenhafte Gegner gebraucht werden." "Um der Erwartungshaltung und dem Anspruchsdenken der Zuschauer gerecht zu werden", sei mindestens Drittliganiveau erforderlich.
Text: Siegfried Jooß
Fotos: Patrick Sendl


