Die 43. Militär-Weltmeisterschaft im Schwimmen und Rettungsschwimmen (CISM World Military Swimming & Livesaving Championship) in Montreal, Kanada verlief mit 58 Medaillen, 17 Weltmeister-Titeln und vier Rekorden ausgesprochen erfolgreich für die deutschen Athleten.

Vom 5. bis 14. August gingen 175 Wettkämpfer aus 18 Nationen an den Start, darunter 18 der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Warendorf. Die 44. Weltmeisterschaft findet nächstes Jahr in Warendorf statt.
Das harte Training hat sich ausgezahlt. Bei den Siegerehrungen fiel sehr oft der Name "Germany" und einzelne Sportler oder Mannschaften durften auf das Treppchen. Sie holten 17 Gold-, 21 Silber- und 20 Bronzemedaillen. Allen voran die Rettungsschwimm-Damenmannschaft. Gleich drei neue Weltrekorde konnten sie für sich verbuchen: im 4x25 m Rettungsdummy transportieren ("manikin relay"), 4x50 m Lagenund beim 4x50 m Hindernis-Rettungsschwimmen ("obstacle") verwiesen die Rettungsschwimmerinnen die anderen Nationen auf die Plätze.
Besonderer Teamgeist
Schwimmer und Rettungsschwimmer leben gerade auf Grund der sehr verwandten Sportarten in einem Konkurrenzdenken. Davon war aber im Wettkampf und auch im gesamten Mannschaftsgefüge nichts zu spüren. Der Teamgedanke stand stets im Vordergrund. Beispielsweise sind Rettungsschwimmerinnen auch in der "normalen" Staffel an den Start gegangen und ermöglichten so erst das tolle Ergebnis von zwei weiteren Bronze-Medaillen. "Daniel Schwarz, eigentlich Schwimmer, ging zum ersten Mal in seinem Leben über 200 Meter Hindernis-Rettungsschwimmen an den Start und holte auf Anhieb Bronze" so Major Heiko Wömpener, Leiter Lehre/Ausbildung und stellvertretender Kommandeur der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf. Er war als Delegationschef in Kanada vor Ort und erlebte die Erfolge hautnah mit.
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Olympia-Kandidaten 2012 in London?
"Wenn ich mir die Leistungssteigerungen von Athleten wie zum Beispiel JanPhilip Glania oder Sebastian Luthardt ansehe, ist dort meiner Meinung nach Potential für Olympia 2012 vorhanden", unterstreicht Wömpener das Potential der Sportsoldaten.
Deutliche Steigerung seit 2006
"Wir waren in Kanada deutlich erfolgreicher als bei der CISM-WM 2006 in Sofia. Zahlreiche Athletinnen und Athleten schwammen persönliche Bestzeiten und der Medaillen-Spiegel spricht für sich", so Wömpener.
Die Brüder Christian und Christoph Ertel gingen unter anderem in der Disziplin Board-Race an den Start und konnten Gold und Silber für das Deutsche Team sichern. Neben der Besonderheit, dass zwei Brüder einen Doppelerfolg feiern konnten war dies nur möglich weil Christian Ertel aus der allgem. Grundausbildung geholt werden konnte um an den Weltmeisterschaften teilzunehmen.
Die Auswahl der Athleten treffen die Trainer Anne Lühn, Bundestrainerin Rettungsschwimmen, DLRG und Stabsbootsmann Uwe Witte, Stützpunkttrainer Schwimmen. Es gibt keine Qualifikations-Normen. "Wer gute Leistungen bringt, bekommt seine Chance", so das Motto. Und der Erfolg spricht eindeutig dafür.
Neuauflage 2010 in Deutschland
In der Zeit vom 22. bis 30. August 2010 findet die nächste CISM-WM in Warendorf statt. Wömpener übernahm vom offiziellen CISM-Repräsentanten, dem kanadischen Generalmajor D.W. Langton die CISM-Fahne.
"Ich gehe davon aus, dass wir den Heimvorteil zu Nutzen wissen" blickt Wömpener optimistisch in die Zukunft. "Die Organisation in Kanada war sehr gut. Keine Frage. Trotzdem konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln, um kleinere organisatorische Mängel im nächsten Jahr zu vermeiden".

Die Athletinnen und Athleten: HG Jan-Philip Glania, HG Jaana Ehmcke, HG Jan-Ole Harms, SU Leif Marten Krüger, HG Sebastian Luthardt, HG Daniel Schwarz, OG Christian Kubusch, HG Katrin Altmann, HG Julia Schatz, HG Stefanie Schoder, Flg Laura Ernicke, OG Marja Erbach, HG Benjamin Kappler, HG Aline Hundt, HG Christoph Ertel, Flg Christian Ertel, OG Florian Stiegelmaier und HG Johannes Neumann.
Hintergrund-Infos
Insbesondere die unterschiedlichen Disziplinen im Rettungsschwimmen unterscheiden sich stark von den regulären Schwimmwettbewerben. Beispielsweise wiegt der Rettungsdummy (engl.: "manikin") zwischen 50 und 80 kg. Dabei handelt es sich um eine Arm- und Beinlose, mit Wasser gefüllte Puppe. Diese anzutauchen und ohne größere Griffmöglichkeiten über längere Distanzen zu transportieren, erfordert besonderen Kraftaufwand und spezielle Schwimmtechniken.
Die Wettbewerbe finden zum einen im Schwimmbecken, zum anderen aber auch im Freiwasser statt. Erschwerend kommt dort für den Athleten noch Wind und Wellengang hinzu. Außerdem kommen Hilfsmittel wie Flossen oder Rettungsbretter zum Einsatz.
Text: Stephan Meier, PIZ SKB
Fotos: SportSBw und Jasper Schwartz, Canadian Forces, © Dept. of National Defence Canada



