Drei Tage Trainingslager in den Masuren und fünf spannende Regattatage in Polen. Nach etwas mehr als einer Woche intensiver Wasserarbeit fand die Freude bei den Sportlern und der Teamführung nach dem Gewinn des Vizemeistertitels in Polen keine Grenzen.

Von den vielen Zuschauerbooten auf dem Wasser, auf denen auch der deutsche Teamchef Kapitän zur See Axel Stephenson zusammen mit dem Organisationsleiter Stabsbootsmann. Henry Bräutigam die Regatten verfolgt hatte, gab es jede Menge Beifall.
Mit einem Sieg im letzten Rennen hatten sich die deutschen Soldatinnen gerade die Silbermedaille geholt. In der Gesamtwertung mussten sie sich bei der Militärweltmeisterschaft in den Masuren nur den Gastgeberinnen geschlagen geben. „Ich bin unheimlich stolz. Wir haben bis zuletzt gekämpft und uns gegen das Team aus Brasilien durchgesetzt, das in den letzten beiden Wettkampftagen noch einmal richtig gut gesegelt ist“, sagte die 22-jährige Steuerfrau.

Damen holen Silber für Deutschland
Für Seekadett Dahlmann war es der bisher größte Erfolg ihrer sportlichen Karriere. Ähnlich glücklich war auch Monika Leu, die in Polen neben ihrem Geburtstag auch noch den seglerischen Erfolg feiern konnte. Die 36jährige war 2004 in Athen bei den olympischen Spielen im 470er am Start, verpasste dort aber ihren Abschied aus dem aktiven Segel-Hochleistungssport mit einer Top Ten Platzierung. „Ich glaube wir Frauen können wirklich zufrieden sein. An Gold kamen wir nicht mehr heran, aber unsere Silbermedaille haben wir wacker verteidigt“, so Leu.
Dabei hatten die deutschen Frauen nach dem zweiten Regattatag sogar die Chance auf Gold. Nachdem die Mannschaft aus Polen den ersten Wettkampftag mit drei ersten Plätzen noch klar dominierte, konnten die Deutschen Frauen am zweiten Regattatag kontern. Die Plätze 1, 1 und 2 ließen die Hoffnung auf einen Platz ganz oben auf dem Podest wieder aufkeimen. „Leider lief es dann am dritten Tag nicht mehr so rund“, so Trainer Jürgen Bohn. „Wir wissen nicht woran es lag aber unsere Mädels waren plötzlich neben der Spur“, so der Coach weiter. “Wahrscheinlich, haben sie gemerkt, dass noch mehr drin ist und darunter litt dann wohl die Lockerheit auf dem Wasser“. Vor dem letzten Tag war zwar rein rechnerisch tatsächlich auch die Goldmedaille möglich, als die Frauen dann jedoch einen dritten Platz im 10 von insgesamt 12 Rennen mit in die Wertung nehmen mussten, war die Vorentscheidung zu Gunsten der polnischen Damen gefallen.

Männer bleiben hinter ihren Erwartungen
Ein achtbares, wenn auch etwas unglückliches Ergebnis ersegelten die Männer. Mit Platz zwölf blieben die Rostocker Obermaat Matthias Bohn und Korvettenkapitän Guido Winkler, sowie Matrose Thomas Voß aus Güstrow etwas hinter ihren eigenen gesteckten Zielen zurück. „Ich glaube aber, wir können, wie auch unsere Mädels, auf unser Ergebnis stolz sein. In Polen hatten wir von vier Regattatagen, ganze drei Tage Flaute oder Leichtwind. Und nur an einem einzigen Regattatag war mit zwei Windstärken endlich mal unser Wetter und schon waren wir wirklich schnell“, resümiert Steuermann Bohn. „Hätte es die Woche täglich etwas Wind gegeben, dann wäre für uns ein deutlich besseres Ergebnis möglich gewesen“, so der 35jährige Bohn.
Die Deutschen waren im 24 Boote umfassenden Männerfeld, als zweitschwerste Crew angetreten und hatten gerade zum Auftakt der Titelkämpfe mit den Leichtwindbedingungen vor Wegorzewo zu kämpfen. Den Sieg holte sich hier die Ukraine vor der Türkei. „Das gesamte Auftreten der deutschen Mannschaft hat mir imponiert“, sagte schließlich auch der Delegationsleiter, Kapitän zur See Axel Stephenson.

„Das Ergebnis der Frauen, als auch der Männercrew, können wir als Erfolg feiern. Ich hoffe unsere Segler werden auch in Zukunft immer vorne mit dabei sein“. Die Chance dafür haben sie. Im nächsten Jahr werden die Segler ihre Europameisterschaften in der Türkei austragen, die Weltmeisterschaft wird 2010 in Bahrain sein.
Text: Matthias Bohn, PIZ SKB
Fotos: Bundeswehr


