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Der rote Teppich als Erlösung
 
Geschrieben von admin am Freitag, 22. Januar 2010

Laufsport
Wie bereits in den vergangenen Jahren nahmen am Sonntag, den 25.Oktober, fünf Soldaten der Infanterieschule am Commerzbank Frankfurt-Marathon teil. 1981 erstmalig vom OSC Höchst 1960 e.V. durchgeführt, ist er der älteste Stadtmarathon Deutschlands.


   
Ein Marathonlauf sei einzigartig: Die volle Konzentration am Start während des Countdowns, der Wille, sich trotz Höhen und Tiefen durchzubeißen und das Wissen im Ziel, es geschafft zu haben – das sei schon eine einmalige Erfahrung. Darum fasziniere ihn die Teilnahme an einem Marathon, erklärte einer der Teilnehmer. Die einen liefen gegen die Uhr, die anderen nur gegen sich selbst. Für manche sei es Rekordjagd und sportliche Grenzerfahrung, für andere einfach „nur“ ein 42 Kilometer langer Riesenspaß, fügte er an.

12.800 Teilnehmer am Start

Bei etwa 14 Grad, Sonnenschein und nahezu Windstille starteten die fünf Teilnehmer der Infanterieschule  in einem Feld von insgesamt 12.800 Startern zu diesem herausfordernden Lauf. Die ersten Kilometer führten durch die Innenstadt mit der beeindruckenden Skyline. Über die Friedrich-Ebert-Anlage, den Opernplatz, zum Rossmarkt/Goetheplatz, weiter zur Hauptwache, erneut über den Opernplatz waren bereits knapp zehn Kilometer absolviert. Über die Alte Brücke ging es auf die südliche Mainseite Richtung Sachsenhausen, Niederrad nach Schwanheim. Hier war die Hälfte der Strecke erreicht.

Infanteristen mussten „Federn lassen“

Kein Marathon ist wie der Andere, das sollte sich auch diesmal wieder zeigen – gute Zwischenzeiten garantieren nicht immer gute Endergebnisse. Diesmal recht früh, kurz vor bzw. nach der Halbdistanz, mussten alle fünf Läufer vom Lagerberg Federn lassen. Über die Schwanheimer Brücke ging es weiter nach Höchst, wo dieser Stadtmarathon 1981 aus der Taufe gehoben wurde. Spätestens in Höchst selbst, nach einem langgezogenen Anstieg bei Kilometer 26, wurden die Beine immer schwerer. Der schwierigste Teil, die sechs Kilometer lange Mainzer Landstraße von Kilometer 29 bis 35, lag jetzt noch vor ihnen.

Die Läufer der Infanterieschule kämpften sich allerdings durch, jeder nach seinem persönlichen „Fahrplan“, der Zeitvorgabe pro Kilometer und deren ständige Kontrolle. Nur auf diese Weise sind bei Langstreckenläufen gute Ergebnisse zu erzielen.  Nach einer Faustformel kostet eine Minute, die ein Läufer auf den ersten fünf Kilometern zu schnell läuft, ihn am Ende fünf bis sieben Minuten in der Endzeit.
  
  
 Die Teilnehmer des Commerzbank Frankfurt Marathon (v. l.): SF Hubert Nickel, SF Thomas Brand, HF Peter Zinger, HF Wolfgang Spies und SU Dominik Renninger Festhalle Frankfurt mit rotem Teppich. Die Erlösung für alle Läufer in der hessischen Banken- und Finanzmetropole.


Einer der Teilnehmer erzählt:

„Auf der ewig langen, kerzengeraden Mainzer Landstraße, bei viel Sonne und nachlassender Kraft, mussten wir manchem Gedanken ans Aufgeben widerstehen. Die nebenher fahrende Straßenbahn trug ihren Teil dazu bei. Bei Kilometer 35 war der Platz der Republik endlich erreicht. Nach einer weiteren Innenstadtrunde, die noch mal über die Hauptwache und den Opernplatz führte, wo viele der 300.000 Zuschauer dicht an dicht standen, trugen uns diese und die eigene Euphorie auf den Messeturm zu. Dort, am „Hammeringman“, bogen wir ein auf die Zielgerade wo der erlösende rote Teppich in der 100 Jahre alten Frankfurter Festhalle ausgelegt war. Dort wo ansonsten Pop- und Rockstars, aber auch Udo Jürgens und Andrè Rieu ihre Konzerte geben (das erste Rockkonzert gab im Juli 1970 die Gruppe Led Zeppelin), haben wir nach vielen Leiden und Schmerzen, die aber bei keinem Marathonlauf ausbleiben, unser Ziel erreicht.“

Ergebnisse der Lagerberger

Stabsfeldwebel Thomas Brand  konnte sich nach dem Iron Man in Zürich, dem Teamhalbmarathonlauf in Fulda und den 20 Kilometern von Paris am 11. Oktober, an denen er innerhalb des letzten Vierteljahres teilnahm, noch auf eine Zeit von 3:09:08 steigern. Er musste allerdings, wie alle anderen Teilnehmer auch, dem hohen Anfangstempo bis Kilometer 25 Tribut zollen. So war eine Zeit von unter drei Stunden nicht mehr möglich. Im Gesamtklassement belegte er den 708. Platz, in der Klasse Männer bis 45 Jahren den 175. Rang von 1.776 Teilnehmern.

Alle Teilnehmer der Infanterieschule zogen nach dem Marathon eine positive Bilanz. Für manche stellte er den Saisonhöhepunkt dar. Der Lauf war „ein nachhaltiges und unvergessliches sportliches Highlight“, wie einer der Läufer sagte. Auch im Jahr 2010 wird die Neigungsgruppe „Langstreckenlauf der Infanterieschule“ an verschiedenen Wettkämpfen teilnehmen.

Text: Hubert Nickel
Fotos: Thomas Brand  

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