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Bundeswehr-Fußball-Nationalmannschaft unterwegs für Sorgenkinder und Afrika
 
Geschrieben von admin am Samstag, 23. Januar 2010

Ballsport
Am Dienstag, 10. November 2009 trafen in einem Benefizspiel die Bundeswehr-Fußball-Nationalmannschaft und der SC Pfullendorf aufeinander. Der Tabellenfünfte der Regionalliga Süd  gewann dieses Spiel vor ca. 300 Zuschauern in der Geberit-Arena in Pfullendorf mit 3:0 Toren.

Als eigentliche Sieger konnten sich jedoch Sorgenkinderkinder in Bundeswehrfamilien und hilfsbedürftige Kids in Afrika freuen, denen die Spendenerlöse und Eintrittsgelder dieser Veranstaltung  zugute kommen.
 


„Auftakt“

Bereits am Montag war das Team der Bundeswehr zusammen mit Teammanager, Brigadegeneral Heinrich Fischer und sein Trainer- und Funktionsstab nach Pfullendorf angereist um sich auf dieses Spiel vorzubereiten. Trainer Hauptmann Mario Himsl und Teamcaptain Hauptfeldwebel Olaf Bahne hatten eine Auswahl – u.a. gespickt mit Bundesliga- und Länderspiel erfahrenen Profis wie; Jan Mauersberger (SpVgg Greuther Fürth/U21), Sascha Bigalke (Hertha BSC/U18), Henning Sauerbier (Bayer Leverkusen II/U18), Manuel Duhnke (FC Bayern München II) zusammengestellt um wieder einmal für einen guten Zweck zu kicken.  

Eine Kaderzusammenzustellung ist nicht immer einfach, man ist auf die abstellenden Vereine angewiesen. Um dann gegen namhafte und hochkarätige Gegner bestehen zu können ist das Spielerniveau einer guten Regionalliga- bzw. Drittligamannschaft erforderlich, damit auch eine entsprechende Öffentlichkeitswirkung erzielt wird. Dies stellten die beiden Bundeswehrvertreter nochmals in der Pressekonferenz am Montagnachmittag heraus.

„Das Spiel“

Bei nasskaltem Herbstwetter hatten sich nur etwa 300 Zuschauer in der Geberit-Arena eingefunden um sich dieses Match anzusehen. An den Werbemaßnahmen des SC Pfullendorf (SCP) im Vorfeld hat es nicht gelegen. Aus Anlass des Standortjubiläums „50 Jahre Garnisonstadt“ und dem 90-jährigen Bestehen des SCP wollte man der Region ein weiteres fußballerisches Highlight bieten und auch die gesellschaftliche Verbundenheit zwischen Bundeswehr und Zivilbevölkerung  zum Ausdruck bringen.

Nachdem die deutsche Nationalhymne – gespielt von der Pfullendorfer Stadtkapelle - verklang, pfiff Bundesligaschiedsrichter Robert Kempter die Partie an. Trotz schwierigen Bodenverhältnissen entwickelte sich eine temporeiche Partie, in der beide Mannschaften taktisch gut gestaffelt zu Werke gingen.  Die erste Chance nach 7 Minuten vergaben die Gastgeber. Bis zur 35. Minute folgte dann eine starke Phase der Bundeswehrelf. Durch Tempoverschärfung boten sich mehrere gute Einschussmöglichkeiten. Henning Sauerbier (Bayer Leverkusen II ) und zweimal Andreas Gerdes-Wurps (Kickers Emden) verzogen knapp.

In der 33. Minute hatten bereits einige Zuschauer den Torschrei auf den Lippen, doch die Flanke von Dennis Lemke (Hertha BSC II) erreichte den frei einschussbereiten Sascha Bigalke (ebenfalls Hertha BSC) nicht. Was folgte war klar. Wie so oft im Fußball - wer die Chancen nicht verwertet - wird dafür „bestraft“. Der eingespielte SCP kombinierte nun sicherer und passgenauer. Die Konzentration und Ordnung des bis dahin gut organisierten Bundewehrteams ging etwas verloren und prompt fielen noch zwei Gegentore vor der Halbzeit: Erst hämmerte Harun Toprak aus 20 Metern den Ball flach ins Eck (40.), dann schloss Spetim Muzliukay einen clever über die Abwehr gespielten Ball zum 2:0 ab (44.). Keeper Georg Borschneck (SC Idar-Oberstein) blieb ohne Abwehrchance.
   

Shake Hands nach dem Schlusspfiff.

 
„Wechselspiel“

In der Pause wechselte SCP-Trainer Walter Schneck acht Spieler aus – die junge Garde kam zum Zug und zeigte ihr Können. Sie wirbelten das ein oder andere mal die Bundeswehrauswahl ganz schön durcheinander. Die Nationalmannschaft brachte ebenfalls neue Spieler und stellte in  der Abwehrkette um. Jan Mauersberger (SpVgg Greuther Fürth) blieb in der Kabine. Torwart Thomas Bohrmann (Heikendorfer SV) kam zu seinen Einsatz in der 2. Hälfte. Die Soldatenelf hielten weiter dagegen und hätte in der 73. Minute den Anschlusstreffer verdient gehabt. Eine Direktabnahme des eingewechselten Marcus Georgi (SV Nierfeld) knallte an die Latte. In der letzten Viertelstunde merkte man den Auswahlspielern die teilweise fehlende Spielpraxis und den Kräfteverschleiß an. Zu viele lange Bälle landeten beim Gegner, es fehlte an Genauigkeit und Aggressivität. So dann noch das 3:0 durch Adrian Kalludra. Er traf zuerst den Pfosten und jagte den Abpraller dann ins Netz (86.). In der 89. Minute nochmals eine 100%ige für den SCP, doch der Ball flog weiter über das Tor. So blieb es letztendlich beim 3:0 Sieg des Regionalligisten gegen die tapfer kämpfende Bundeswehr-Nationalmannschaft.

Die Statements beider Trainer zum Spiel bei der anschließenden Pressekonferenz fielen zutreffend aus:
Trainer Himsl (Bundeswehr-Fußballnationalmannschaft): Pfullendorf war cleverer, der Sieg fiel zu hoch aus, die Einstellung der Truppe hat gestimmt, die Abstimmung fehlt, teilweise fehlt Spielpraxis, zum Schluss waren die Jungs müde, der Sieg geht in Ordnung.

Trainer Walter Schneck (SC Pfullendorf): Die Partie ist für uns gut gelaufen, größere Chancen waren beim Gegner, wir hatten zwei gute Chancen und erzielen zwei Tore vor der Halbzeit. In der 2. Halbzeit hat die Jugend nahtlos angeknüpft, es war ein glücklicher Sieg, der zu hoch ausgefallen ist, das ganze war ein würdiger Abschluss eines tollen Jahres.

„Ausblick“

Als Ausblick und Schwerpunkt für 2010 sieht Trainer Himsl die Qualifikation für die Military World Games 2011 in Brasilien. Hier werden acht europäische Teams um vier Startplätze kämpfen, wer das sein wird steht noch nicht fest. Es soll ein neues Team geformt werden um den Auftrag „Zuckerhut“ zu realisieren. Dies sollte für jeden Auswahlspieler dieser Bundeswehr-Fußball-Nationalmannschaft Anreiz genug sein, sich dafür ins Zeug zu legen.
  

Ein Spieler des SCP versucht sich am Flügel gegen Henning Sauerbier und Sascha Brinker (Sportfreunde Lotte) durchzusetzen.

Hermann Stengele SC Pfullendorf
übergibt Spende an Egon Storz
vom Bw-Sozalwerk.



„Der gute Zweck“  

Neben dem Sportlichen ging es vordergründig um den karitativen Aspekt. Die Fußball-Nationalmannschaft  der Bundeswehr war wieder einmal als Repräsentant in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und als Helfer für den wohltätigen Zweck im Einsatz – ein Leitbild (siehe „Einwurf“) dieser Auswahl der besten Fußballer der deutschen Streitkräfte. Der Erlös dieses Benefizspiels geht zu Gunsten der Aktion des BundeswehrSozialwerks, „Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien“ und dem Hilfsprojekt „Wir helfen Afrika“. Das Sozialwerk der Bundeswehr unterstützt damit seit vielen Jahren behinderte Kinder aus Bundeswehrfamilien und deren, unverschuldet in Not geratene, Angehörige. „Wir helfen Afrika“ ist eine Initiative des Landes Baden-Württemberg zur Fussball-WM 2010 in Südafrika. 32 engagierte Städte und Gemeinden stehen sinnbildlich für die 32 an der WM 2010 teilnehmenden Fußballmannschaften. 32 erkrankten/hilfsbedürftigen afrikanischen Kindern soll eine kostenfreie Operation in Afrika ermöglicht werden.

„1000 Euro Spendenerlös“

Im Soldatenheim – Haus Linzgau – unweit der Generaloberst-von-Fritsch-Kaserne gelegen, trafen sich nach dem Spiel beide Mannschaften, die Verantwortlichen beider Vereine so wie geladene Gäste zum „gemeinsamen Beisammensein“ und der Scheckübergabe für den guten Zweck.

Der Teammanager der BundeswehrFussball-Nationalmannschaft, Brigadegeneral Fischer nutze die Gelegenheit um der Stadt Pfullendorf, dem SC Pfullendorf und den Organisatoren für die tatkräftige Unterstützung dieser gelungenen Aktion zu danken. Der Projektteamleiter des SC Pfullendorf, Hermann Stengele übergab den ersten Scheck in Höhe von 500 Euro an den Vertreter des Bundwehrsozialwerkes, Egon Storz. Für „Wir helfen Afrika“ überreichte der Bundesligaschiedsrichter Robert Kemper symbolisch einen weiteren Scheck über 500 Euro an den Schirmherrn der Veranstaltung, den Bürgermeisters der Stadt Pfullendorf, Herrn Thomas Kugler. Alle Beteiligten waren sich am Ende einig – es war wieder einmal eine tolle Sache für einen guten Zweck, dem weitere folgen werden.
 
Text und Fotos: StFw Stefan Wagner

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