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Für Stabsunteroffizier Ralf Hoormann stand meistens Geländedienst auf
dem Plan. Als „Schmiermaxe“ im „Boot“ eines Moto-Cross-Gespanns diente
er zwölf Jahre als Bundeswehrsportler in Köln Wahn. Ralf erinnert sich
gerne an seine Bundeswehrzeit: „Nach meiner Ausbildung zum
Zweiradmechaniker wäre ich ohnehin bald eingezogen worden. |

Lange Karriere
Ralf zeigte Können und Talent. „Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen – ein Traum!“ Mit Netterscheid schaffte er in den folgenden Jahren nach dem Profi-Einstieg den Hattrick: 1985, 1986 und 1987 fuhren sie erfolgreich um den deutschen Titel in der Klasse „Seitenwagen“, die in den 80ern ihre Blütezeit erlebte. Ebenso mischten die Beiden in der Weltmeisterschaft mit und machten von sich Reden. „Es lief gut damals“, erinnert sich der Motorsportler. Die Popularität seiner Sportsoldaten nutzte die Nachwuchswerbung auch seinerzeit gerne. „Wir traten auf Messen und Ausstellungen auf, wo die Bundeswehr vertreten war, oder bei Tagen der offenen Tür. Wir waren stolz, Deutschland zu vertreten.“ Zwei Drittel des Dienstplans bestand aus Training und das verbleibende Drittel aus militärischem Dienst und eben auch Öffentlichkeitsarbeit, die Ralf stets gerne wahrnahm. „Leider“, bedauert er heute, „konnte ich wegen der Besonderheiten des Cross-Sports die militärische Laufbahn nicht konsequenter verfolgen.“

Bereits im Frühjahr beginnt die Saison, die bis weit in den Herbst hinein geht. „Wir waren meist von Anfang März bis Ende Oktober unterwegs“, so Hoormann. Am Wochenende Rennen, verteilt auf ganz Deutschland und Europa, unter der Woche trainierte das Team. Hinzu kamen die Konditions- und Krafteinheiten. „Das passte einfach nicht mit dem Lehrgangsplan der Schulen zusammen.“ Dennoch ist Ralf zufrieden mit den zwölf Jahren beim Bund. Und den LKW-Führerschein könne er heute gut brauchen, grinst er. Gegen Ende seiner aktiven Zeit wechselte er ins Boot des Niederländers Ton van Heutgen, der 1990 einen Beifahrer brauchte. Der Eigentliche war verletzungsbedingt ausgefallen. Nach einer nur kurzen Trainingseinheit gelang den Beiden ein grandioses Debüt miteinander, was schließlich im dritten Platz der WM-Endabrechnung gipfelte.

Ralf Hoormann heute
Vier Jahre später nahm der Stabsunteroffizier erstmals auf der Sitzbank eines Quads Platz. Zu dieser Zeit fanden die vierrädrigen Motorräder den Weg aus den USA nach Europa und Deutschland. Auch hier war Ralf bald vorne in den Meisterschafstabellen zu finden. „Eine faszinierende Variante des MotoCross-Sports“, sagt er. 1996 beendete er seinen aktiven Dienst und übernahm später vom Vater den familiären Garten- und Landschaftsbaubetrieb. Diesen führt er – inzwischen Familienvater – bis heute. Im Jahr 2000 unterbricht Ralf seine Motorsport-Karriere: „Ein Formtief. Mir fehlte die Motivation und meine Kinder gingen vor“, erzählt er. Doch jeder Motorsportler weiß, dass man nie ganz aufhören kann.
Sein Freund Clemens Eicker ist der einzige deutsche Hersteller von SportQuads. „Der brauchte für das berühmteste Off-Road-Event unseres Kontinents, dem Enduro du Touquet in Frankreich, dringend einen Fahrer.“ Das „Virus“ brach wieder auf und Ralf nahm auf der Sitzbank einer E.-ATV Platz, um fortan als Werksfahrer des Rennstalls zu fungieren. Wiederum mit Erfolg. Ob in Frankreich oder sonst wo in Europa, fährt der ehemalige Soldat auf Siegeskurs. So fährt er einige MotoCross-Rennen, konzentriert sich aber auf die deutsche Quad-Enduro-Meisterschaft. Enduro ist eine Form des Geländesports, bei der es vor allem auf Ausdauer und Anpassungsfähigkeit auf verschiedenste Anforderungen an kommt.
Die kürzlich zu Ende gegangene Saison 2009 beendete er als deutscher Vizemeister, nur ganz knapp hinter dem Führenden Jürgen Mohr. Ralf's Sohn Jan ist 14 und sitzt ebenfalls seit Kurzem im Sattel einer E.-ATV. Erste Erfolge stellen sich ein. „Ganz der Vater“, freut sich Ralf, der seinem Sohn jederzeit den Weg in die Bundeswehr empfehlen würde.
Text: Ralf Wilke
Fotos: Privat, www.quadwelt.de


