![]() |
Über viele Jahrzehnte hinweg blieb das Wesen der gebirgstypischen Wettkämpfe trotz aller militärischer Strukturreformen unverändert. Diese größte Wintersportveranstaltung der Bundeswehr wurde durch die 10. Panzerdivision Sigmaringen veranstaltet und in der Regie der Reichenhaller Gebirgsjägerbrigade 23 Bayern am Götschen bzw. in der Chiemgau-Arena Ruhpolding ausgerichtet. |
Es war bitterkalt, als zu den Klängen des "Bayrischen Präsentiermarschs" der Divisionskommandeur, Generalmajor Erhard Bühler, zusammen mit dem Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Johann Langenegger, dem Reichenhaller Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner, und dem Bischofswiesener Bürgermeister Anton Altkofer die Front der Wettkämpfer abschritten. Sie eröffneten damit die 2010er Ausgabe der internationalen Divisionsskimeisterschaft. Diese bietet die Möglichkeit zur Begegnung über Länder- und Sprachgrenzen hinweg. Sie führt Soldaten und Sportler verschiedener Nationen und Waffengattungen genauso zusammen, wie sie Brücken schlägt zwischen Aktiven, Reservisten und zivilen Mitarbeitern der Bundeswehr und den Einsatzkräften der Bundespolizei und des Zolls. Das schrieb der Schirmherr Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg den Sportlern zur Begrüßung. Rund 600 Teilnehmer aus sechs Nationen maßen sich vom 8. bis 11. Februar in den Disziplinen Biathlon, Riesenslalom, Skitour und Militärpatrouille.
Hauptgefreite Bettina Eder dominiert Damenklasse im Riesenslalom
120 Teilnehmer gingen unter Flutlicht im Riesenslalom an den Start und ermittelten in diversen Klassen in zwei Durchgängen ihre Sieger. Bei besten äußeren Bedingungen stellten die Soldaten aus vier verschiedenen Nationen ihr Können unter Beweis. Die Bestzeit bei den Damen ging dabei an die Hauptgefreite Bettina Eder vom Gebirgsjägerbataillon 232 aus Berchtesgaden und bei den Herren an den Hauptgefreiten Anton Resenberger, der seinen Dienst beim Gebirgsjägerbataillon 233 in Mittenwald ableistet. „Ja, insbesondere der zweite Durchgang hatte eine kleine Tücke kurz vor dem Ziel, an der ich fast noch gescheitert wäre, aber mit dem ersten Platz bin ich ganz zufrieden“, freute sich die Siegerin Bettina Eder, die selbst bei den Herren noch unter den zehn Besten gelandet wäre. Der Sieg der 18-jährigen war aber kaum anders zu erwarten: Bereits im letzten Jahr dominierte sie die Damenklasse und deklassierte mit mehr als 14 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte regelrecht ihre Konkurrentinnen. Für Eder sind es momentan „englische Wochen“. Am Sonntag war sie noch bei FIS-Rennen am Oberjoch unterwegs und wird, wenn alles gut läuft, bereits am Donnerstag wieder am Götschen beim Europacup an den Start gehen. „Ich hoffe, dass ich starten darf. So ganz klar ist das noch nicht, aber freuen würde mich das schon“, erklärte die junge Frau, für die der Start am Götschen eine Art Heimspiel war, da sie nicht nur ihren Dienst in Berchtesgaden ableistet, sondern auch gebürtig aus dem Landkreis vor den Toren Salzburgs kommt.
Der Sieg bei den Herren war dagegen weitaus härter umkämpft. In einem Herzschlag-Finale landete Hauptgefreiter Anton Resenberger, an den die Tagesbestzeit ging, mit einem Wimpernschlag von 6/100 Sekunden vor seinem Konkurrenten aus Berchtesgaden, dem Oberstabsgefreiten Marc Gollinger. „Das war knapp“, meinte Resenberger nur ganz kurz danach im Ziel.
Von den 111 Startern haben rund ein Fünftel das Ziel nicht erreicht. Eine anspruchsvolle Kurssetzung und ein überaus aggressiver Schnee in beiden Durchgängen sorgten für zahlreiche Ausfälle und Stürze, die aber allesamt glimpflich ausgingen. „Der Hang hat einem heute wirklich alles abgefordert und die absolut perfekte Schneequalität sorgte dafür, dass selbst kleinste Fehler gnadenlos bestraft wurden. Aber die Piste war für alle Läufer in einem optimalen Zustand, so dass alle annähernd die gleichen Bedingungen hatten“, meinte die Siegerin Bettina Eder abschließend.

Entscheidung am Schießstand: Ein gutes Schießergebnis war die
Voraussetzung für Sieg und Platzierung.
Sprinttitel geht nach Bischofswiesen
Es war ein Wintertag wie aus dem Bilderbuch, als in der Ruhpoldinger „Chiemgau Arena“ der Biathlonsprint über 10 Kilometer gestartet wurde. Bei ausgezeichneten äußeren Bedingungen und superschnellen Loipenverhältnissen setzte sich Hauptgefreiter Florian Rohde vom Gebirgsjägerbataillon 232 aus Bischofwiesen/Strub gegen die starke Konkurrenz trotz vier Schießfehlern durch. Seine Siegerzeit von 27:41,0 Minuten hält durchaus auch dem Vergleich mit der internationalen Spitze stand.
Als Erster der hoch gehandelten Titelaspiranten nahm Oberstabsgefreiter Isidor Scheurl vom Gebirgsjägerbataillon 233 das Rennen auf der schwierigen Weltcupstrecke auf. „Ich bin momentan läuferisch noch nicht ganz so stark wie im Vorjahr“, sagte der Vorjahresvierte dieser Disziplin vor seinem Start. Nach anderthalb Minuten startete sein Mannschaftskamerad Florian Rhode. Der Vizemeister 2009, bekannt als hervorragender Speziallangläufer, nahm die Verfolgung auf, gefolgt vom Hauptgefreiten Florian Müller vom Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald, der bereits bei den letztjährigen Meisterschaften als Dritter den Sprung auf das „Stockerl“ schaffte. Am Schießstand erwischte Scheurl einen richtig guten Tag. Sein fehlerfreies Schießen im Liegendanschlag brachte ihm zunächst die Spitzenposition, da Rohde einmal in die Strafrunde musste. Doch auch der Mitfavorit Florian Müller blieb bei der er sten Schießeinlage fehlerfrei und legte ebenfalls eine schnelle Laufzeit vor. Die Entscheidung in dieser Klasse und über den Divisionsmeistertitel musste also im Stehendschießen und auf der letzten Runde entschieden werden. Souverän traf Scheurl zunächst alle Scheiben und setzte damit seine Mitstreiter kräftig unter Druck. Rhode, der fast zeitgleich zum Schießstand kam, schoss drei Fahrkarten und musste zusätzliche 450 Meter in der Strafrunde laufen. Auch Müller patzte beim Stehendschießen zwei Mal. Man merkte den Verfolgern an, dass sie trotzdem noch ein kräftiges Wort bei der Titelvergabe mitreden wollten. Als Scheurl ins Ziel kam, leuchtete auf der Anzeigentafel zunächst sein Name als Führender auf, doch sein skeptischer Blick sagte viel. Florian Rhode gelang eine läuferische Superleistung und übernahm mit über einer Minute Vorsprung die Spitze. „Ich hatte einen sehr schnellen Ski und konnte somit meine Schießfehler ausgleichen“, freute er sich im Ziel. Jetzt hieß es Warten, denn der Mittenwalder Müller rückte den Führenden gefährlich nahe.
Tatsächlich konnte er sich nach der Schlussrunde mit einer tollen Energieleistung noch zwischen die Biathleten aus Bischofswiesen schieben. Damit stand HG Florian Rohde als Divisionsmeister 2010 fest.
Beim Biathlonsprint der Frauen über 7,5 Kilometer war Hauptgefreite Jessica Müller vom Gebirgslogistikbataillon 8 nicht zu schlagen. Trotz fünf Schießfehlern setzte sie sich mit einer Laufzeit von 30:10,3 Minuten durch. Mit 10,4 Sekunden folgte ihre Mannschaftskollegin Hauptgefreite Sabrina Bühler vor OG Alina Golzow vom Gebirgsjägerbataillon 232. Die beste Laufzeit bei den Reservisten erzielte mit 29:47,6 Minuten in der Allgemeinen Klasse Stabsgefreiter der Reserve Bernhard Mayer vom Gebirgsjägerbataillon 232. Sein Mannschaftskamerad Oberstabsgefreiter d. R. Andreas Ortner war ihm mit 30:37,7 Minuten dicht auf den Fersen und gewann damit die Altersklasse 1.
Die internationale Gästeklasse konnte Cristian Mosoiu von den Romanian Land Forces mit Null Schießfehlern und einer Laufzeit von 26:22,6 Minuten souverän für sich entscheiden. Dem Zweitplazierten des Vorjahres in dieser Klasse gelang damit zugleich die Tagesbestzeit. Ihm auf den Plätzen folgten der Spanier Pedro Quintana mit nur 17,6 Sekunden Rückstand und Florian Ruegg aus der Schweiz.
Sieg für den schnellen Schweizer
Zu einem der großen Höhepunkte wurde am Götschen der Skitouren-Wettkampf mit über 200 Teilnehmern. Bei frostigen Temperaturen wurden nacheinander am späten Dienstagnachmittag die Wettkämpfer in vier Gruppen im Abstand von jeweils fünf Minuten auf die Strecke geschickt. Zahlreiche zivile und militärische Zuschauer hatten sich am Ende eines prächtigen Wintersporttages im Startund Zielbereich des Skigebiets eingefunden und die Soldaten aus sechs Nationen immer wieder angefeuert. 176 Frauen und Männer erreichten letztlich die Ziellinie.
Die Wettkämpfer traten in den Schneeanzügen an, die in ihren Streitkräften üblich sind. Dazu kam an persönlicher Ausrüstung sechs Kilo Gepäck. Die militärische Skiausrüstung umfasste auch die auf die Skier aufzuziehenden Felle als Aufstiegshilfe. Wichtig war für jeden, der sich diesen Wettkämpfen stellte, dass er seine Zeit einzuteilen verstand. Mancher, der sich mit viel "Dampf" an den Aufstieg machte, hatte später einfach zu wenig Puste und musste sich von denen überholen lassen, die es zunächst gleichmäßig und ohne übertriebene Eile hatten angehen lassen.
Der Aufstieg zum Götschen bis zum Lifthaus umfasste 300 Höhenmeter und eine Streckenlänge von etwa zwei Kilometern. Danach wurde bei der Abfahrt an zahlreichen Toren vorbei Tempo gemacht. Im eleganten Bogen, viel Pulverschnee aufwirbelnd, wurde das Ziel erreicht. Die Skier bekamen wieder ihre Felle und noch einmal wurde ein Aufstieg verlangt. Diesmal waren es nur 50 Höhenmeter.
Als Erster von den ausländischen Startern kam Mario Riatsch aus der Schweiz mit 26:44.20 ins Ziel. Den Sieg bei den Aktiven der Bundeswehr trug Jörg Woitek von der Gebirgs- und Winterkampfschule mit 29:55.20 davon; Zweiter wurde Thomas Trainer (Gebirgs jägerbataillon 231) mit 30:34.40. Auf Platz drei landete Johann Mühlbauer (Gebirgsjägerbataillon 231) mit 31:27.10 Minuten. Die Mannschaftswertung entschied das Reichenhaller Gebirgsjägerbataillon 231 vor dem Team des Einsatz- und Ausbildungszentrum für Gebirgstragtierwesen 230 vor dem Gebirgspionierbataillon 8.

Oberst a. D. Manfred Benkel (Zweiter von links), überreichte den Ehrenpreis an die siegreiche Biathlonstaffel vom Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald.
Abschied von großartigen Sportlern
Das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch blies den 450 Teilnehmern bei der Siegerehrung in der Jäger-Kaserne Bischofswiesen kräftig den Marsch. Dort fand in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste - darunter Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner und Bischofswiesens Bürgermeister Anton Altkofer - die Siegerehrung statt. Zum Auftakt der beinahe zweistündigen Zeremonie hatte der Kommandeur der 10. Panzerdivision Sigmaringen, Generalmajor Erhard Bühler, noch einmal allen Wettkämpfern seinen großen Respekt gezollt für sportlich großartige Leistungen und Fairness. Jeder, der um Sieg und Punkte kämpfte, sei ein Sieger. Bühler dankte der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ für die Ausrichtung der Skimeisterschaft. Einmal mehr habe man sich auf den hervorragenden Sportstätten im Chiemgau und im Berchtesgadener Land Zuhause und auch sehr wohl gefühlt. Bühler lud die Teilnehmer für 2011 an den Großen Arber ein. Dort werde die Panzerbrigade 12 die nächsten Skimeisterschaften veranstalten.
![]() Feierliche Eröffnung (v. l.): Brigadegeneral Johann Langenegger, Dr. Herbert Lackner, Anton Altkofer und Generalmajor Erhard Bühler schreiten die Front der angetretenen Wettkämpfer ab. |
![]() Mit Deutschland sind es sechs Nationen bei der Internationalen Divisionsskimeisterschaften, die Montagspätnachmittag am Götschen eröffnet wurden. |
Hauptgefreite Bettina Eder dominiert Damenklasse im Riesenslalom
120 Teilnehmer gingen unter Flutlicht im Riesenslalom an den Start und ermittelten in diversen Klassen in zwei Durchgängen ihre Sieger. Bei besten äußeren Bedingungen stellten die Soldaten aus vier verschiedenen Nationen ihr Können unter Beweis. Die Bestzeit bei den Damen ging dabei an die Hauptgefreite Bettina Eder vom Gebirgsjägerbataillon 232 aus Berchtesgaden und bei den Herren an den Hauptgefreiten Anton Resenberger, der seinen Dienst beim Gebirgsjägerbataillon 233 in Mittenwald ableistet. „Ja, insbesondere der zweite Durchgang hatte eine kleine Tücke kurz vor dem Ziel, an der ich fast noch gescheitert wäre, aber mit dem ersten Platz bin ich ganz zufrieden“, freute sich die Siegerin Bettina Eder, die selbst bei den Herren noch unter den zehn Besten gelandet wäre. Der Sieg der 18-jährigen war aber kaum anders zu erwarten: Bereits im letzten Jahr dominierte sie die Damenklasse und deklassierte mit mehr als 14 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte regelrecht ihre Konkurrentinnen. Für Eder sind es momentan „englische Wochen“. Am Sonntag war sie noch bei FIS-Rennen am Oberjoch unterwegs und wird, wenn alles gut läuft, bereits am Donnerstag wieder am Götschen beim Europacup an den Start gehen. „Ich hoffe, dass ich starten darf. So ganz klar ist das noch nicht, aber freuen würde mich das schon“, erklärte die junge Frau, für die der Start am Götschen eine Art Heimspiel war, da sie nicht nur ihren Dienst in Berchtesgaden ableistet, sondern auch gebürtig aus dem Landkreis vor den Toren Salzburgs kommt.
Der Sieg bei den Herren war dagegen weitaus härter umkämpft. In einem Herzschlag-Finale landete Hauptgefreiter Anton Resenberger, an den die Tagesbestzeit ging, mit einem Wimpernschlag von 6/100 Sekunden vor seinem Konkurrenten aus Berchtesgaden, dem Oberstabsgefreiten Marc Gollinger. „Das war knapp“, meinte Resenberger nur ganz kurz danach im Ziel.
Von den 111 Startern haben rund ein Fünftel das Ziel nicht erreicht. Eine anspruchsvolle Kurssetzung und ein überaus aggressiver Schnee in beiden Durchgängen sorgten für zahlreiche Ausfälle und Stürze, die aber allesamt glimpflich ausgingen. „Der Hang hat einem heute wirklich alles abgefordert und die absolut perfekte Schneequalität sorgte dafür, dass selbst kleinste Fehler gnadenlos bestraft wurden. Aber die Piste war für alle Läufer in einem optimalen Zustand, so dass alle annähernd die gleichen Bedingungen hatten“, meinte die Siegerin Bettina Eder abschließend.

Entscheidung am Schießstand: Ein gutes Schießergebnis war die
Voraussetzung für Sieg und Platzierung.
Sprinttitel geht nach Bischofswiesen
Es war ein Wintertag wie aus dem Bilderbuch, als in der Ruhpoldinger „Chiemgau Arena“ der Biathlonsprint über 10 Kilometer gestartet wurde. Bei ausgezeichneten äußeren Bedingungen und superschnellen Loipenverhältnissen setzte sich Hauptgefreiter Florian Rohde vom Gebirgsjägerbataillon 232 aus Bischofwiesen/Strub gegen die starke Konkurrenz trotz vier Schießfehlern durch. Seine Siegerzeit von 27:41,0 Minuten hält durchaus auch dem Vergleich mit der internationalen Spitze stand.
Als Erster der hoch gehandelten Titelaspiranten nahm Oberstabsgefreiter Isidor Scheurl vom Gebirgsjägerbataillon 233 das Rennen auf der schwierigen Weltcupstrecke auf. „Ich bin momentan läuferisch noch nicht ganz so stark wie im Vorjahr“, sagte der Vorjahresvierte dieser Disziplin vor seinem Start. Nach anderthalb Minuten startete sein Mannschaftskamerad Florian Rhode. Der Vizemeister 2009, bekannt als hervorragender Speziallangläufer, nahm die Verfolgung auf, gefolgt vom Hauptgefreiten Florian Müller vom Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald, der bereits bei den letztjährigen Meisterschaften als Dritter den Sprung auf das „Stockerl“ schaffte. Am Schießstand erwischte Scheurl einen richtig guten Tag. Sein fehlerfreies Schießen im Liegendanschlag brachte ihm zunächst die Spitzenposition, da Rohde einmal in die Strafrunde musste. Doch auch der Mitfavorit Florian Müller blieb bei der er sten Schießeinlage fehlerfrei und legte ebenfalls eine schnelle Laufzeit vor. Die Entscheidung in dieser Klasse und über den Divisionsmeistertitel musste also im Stehendschießen und auf der letzten Runde entschieden werden. Souverän traf Scheurl zunächst alle Scheiben und setzte damit seine Mitstreiter kräftig unter Druck. Rhode, der fast zeitgleich zum Schießstand kam, schoss drei Fahrkarten und musste zusätzliche 450 Meter in der Strafrunde laufen. Auch Müller patzte beim Stehendschießen zwei Mal. Man merkte den Verfolgern an, dass sie trotzdem noch ein kräftiges Wort bei der Titelvergabe mitreden wollten. Als Scheurl ins Ziel kam, leuchtete auf der Anzeigentafel zunächst sein Name als Führender auf, doch sein skeptischer Blick sagte viel. Florian Rhode gelang eine läuferische Superleistung und übernahm mit über einer Minute Vorsprung die Spitze. „Ich hatte einen sehr schnellen Ski und konnte somit meine Schießfehler ausgleichen“, freute er sich im Ziel. Jetzt hieß es Warten, denn der Mittenwalder Müller rückte den Führenden gefährlich nahe.
Tatsächlich konnte er sich nach der Schlussrunde mit einer tollen Energieleistung noch zwischen die Biathleten aus Bischofswiesen schieben. Damit stand HG Florian Rohde als Divisionsmeister 2010 fest.
Beim Biathlonsprint der Frauen über 7,5 Kilometer war Hauptgefreite Jessica Müller vom Gebirgslogistikbataillon 8 nicht zu schlagen. Trotz fünf Schießfehlern setzte sie sich mit einer Laufzeit von 30:10,3 Minuten durch. Mit 10,4 Sekunden folgte ihre Mannschaftskollegin Hauptgefreite Sabrina Bühler vor OG Alina Golzow vom Gebirgsjägerbataillon 232. Die beste Laufzeit bei den Reservisten erzielte mit 29:47,6 Minuten in der Allgemeinen Klasse Stabsgefreiter der Reserve Bernhard Mayer vom Gebirgsjägerbataillon 232. Sein Mannschaftskamerad Oberstabsgefreiter d. R. Andreas Ortner war ihm mit 30:37,7 Minuten dicht auf den Fersen und gewann damit die Altersklasse 1.
Die internationale Gästeklasse konnte Cristian Mosoiu von den Romanian Land Forces mit Null Schießfehlern und einer Laufzeit von 26:22,6 Minuten souverän für sich entscheiden. Dem Zweitplazierten des Vorjahres in dieser Klasse gelang damit zugleich die Tagesbestzeit. Ihm auf den Plätzen folgten der Spanier Pedro Quintana mit nur 17,6 Sekunden Rückstand und Florian Ruegg aus der Schweiz.
![]() So sehen Sieger aus: Hauptgefreiter Florian Rohde vom Gebirgsjägerbataillon 232 wurde Divisionsmeister 2010 im Biathlonsprint. |
![]() Die strahlende Siegerin am Götschen, Bettina Eder. |
Sieg für den schnellen Schweizer
Zu einem der großen Höhepunkte wurde am Götschen der Skitouren-Wettkampf mit über 200 Teilnehmern. Bei frostigen Temperaturen wurden nacheinander am späten Dienstagnachmittag die Wettkämpfer in vier Gruppen im Abstand von jeweils fünf Minuten auf die Strecke geschickt. Zahlreiche zivile und militärische Zuschauer hatten sich am Ende eines prächtigen Wintersporttages im Startund Zielbereich des Skigebiets eingefunden und die Soldaten aus sechs Nationen immer wieder angefeuert. 176 Frauen und Männer erreichten letztlich die Ziellinie.
Die Wettkämpfer traten in den Schneeanzügen an, die in ihren Streitkräften üblich sind. Dazu kam an persönlicher Ausrüstung sechs Kilo Gepäck. Die militärische Skiausrüstung umfasste auch die auf die Skier aufzuziehenden Felle als Aufstiegshilfe. Wichtig war für jeden, der sich diesen Wettkämpfen stellte, dass er seine Zeit einzuteilen verstand. Mancher, der sich mit viel "Dampf" an den Aufstieg machte, hatte später einfach zu wenig Puste und musste sich von denen überholen lassen, die es zunächst gleichmäßig und ohne übertriebene Eile hatten angehen lassen.
Der Aufstieg zum Götschen bis zum Lifthaus umfasste 300 Höhenmeter und eine Streckenlänge von etwa zwei Kilometern. Danach wurde bei der Abfahrt an zahlreichen Toren vorbei Tempo gemacht. Im eleganten Bogen, viel Pulverschnee aufwirbelnd, wurde das Ziel erreicht. Die Skier bekamen wieder ihre Felle und noch einmal wurde ein Aufstieg verlangt. Diesmal waren es nur 50 Höhenmeter.
Als Erster von den ausländischen Startern kam Mario Riatsch aus der Schweiz mit 26:44.20 ins Ziel. Den Sieg bei den Aktiven der Bundeswehr trug Jörg Woitek von der Gebirgs- und Winterkampfschule mit 29:55.20 davon; Zweiter wurde Thomas Trainer (Gebirgs jägerbataillon 231) mit 30:34.40. Auf Platz drei landete Johann Mühlbauer (Gebirgsjägerbataillon 231) mit 31:27.10 Minuten. Die Mannschaftswertung entschied das Reichenhaller Gebirgsjägerbataillon 231 vor dem Team des Einsatz- und Ausbildungszentrum für Gebirgstragtierwesen 230 vor dem Gebirgspionierbataillon 8.

Oberst a. D. Manfred Benkel (Zweiter von links), überreichte den Ehrenpreis an die siegreiche Biathlonstaffel vom Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald.
Abschied von großartigen Sportlern
Das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch blies den 450 Teilnehmern bei der Siegerehrung in der Jäger-Kaserne Bischofswiesen kräftig den Marsch. Dort fand in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste - darunter Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner und Bischofswiesens Bürgermeister Anton Altkofer - die Siegerehrung statt. Zum Auftakt der beinahe zweistündigen Zeremonie hatte der Kommandeur der 10. Panzerdivision Sigmaringen, Generalmajor Erhard Bühler, noch einmal allen Wettkämpfern seinen großen Respekt gezollt für sportlich großartige Leistungen und Fairness. Jeder, der um Sieg und Punkte kämpfte, sei ein Sieger. Bühler dankte der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ für die Ausrichtung der Skimeisterschaft. Einmal mehr habe man sich auf den hervorragenden Sportstätten im Chiemgau und im Berchtesgadener Land Zuhause und auch sehr wohl gefühlt. Bühler lud die Teilnehmer für 2011 an den Großen Arber ein. Dort werde die Panzerbrigade 12 die nächsten Skimeisterschaften veranstalten.
Text und Fotos: Klaus Dieter Kirschner, Hannes Burghartswieser







