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Zeitgleich zu den Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver fand in der höchstgelegensten Stadt Deutschlands die Weltmeisterschaft im Schlittenhunderennen statt. Über 250 Schlittenhundeführer aus 18 Nationen mit fast 1.000 Hunden kämpften am letzten Februarwochenende in Oberwiesenthal in neun Kategorien um Bestzeiten und Medaillen. In der Distanzstrecke stand mit dem Luftwaffensoldat Achim Kölzow der neue und alte Weltmeister ganz oben auf dem Siegerpodest. „Schade, dass die Disziplin Schlittenhunderennen nicht für die Olympischen Winterspiele zugelassen ist, ansonsten wäre ich mit meinen Hunden mit Sicherheit dabei gewesen“, so der glückliche Weltmeister. |
Vorbereitung
Wie die Jahre zuvor, begann der 45jährige Einsatzführungsfeldwebel bereits Mitte August mit dem Vorbereitungstraining für die neue Saison in seinem Heimatort Leibertingen im Landkreis Sigmaringen. Nach zwei Monaten Lauftraining wurde ab Mitte Oktober das Training immer im Wechsel zwischen Mountainbike und dem 60 Kilogramm schweren Trainingswagen auf Rädern, bei einem Trainingsumfang von zehn bis 18 Kilometern drei bis vier mal die Woche, absolviert.
Einen Schwerpunkt der Vorbereitung bildete ein mehrtägiges Trainingslager im Donautal, welches der Deutsche Schlittenhundeverein jährlich für seine Athleten und Wettkampfhunde durchführt.
Um die Hunde an die Rennatmosphäre zu gewöhnen, fuhr Kölzow zusätzlich und „just for fun“ zwei kleinere Wagenrennen Anfang November.
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![]() Gratulation durch den Chef Major Michael Wentzel und den Kompaniefeldwebel Oberstabsfeldwebel Dietmar Badock. |
Rennsaison
Am ersten Januarwochenende 2010 wurde dann im fränkischen Tettau das heiß ersehnte erste Qualifikationsrennen ausgetragen. Hier hatte sich die gute Vorbereitung für Kölzow ausgezahlt, er bewältigte an allen drei Tagen die 25 Kilometer lange Strecke als Schnellster und konnte einen souveränen Sieg herausfahren. Da die eigentlichen Distanzrennen erst im Februar begannen, bestritt Kölzow bis Ende Januar dann nur Sprintrennen, bei denen er keine schlechte Figur abgab – wie auch beim Arber Cup 2010.
So konnte er unter anderem bei den Deutschen Meisterschaften in Todtmoos im Sprintwettbewerb einen hervorragenden dritten Platz erreichen. Nach den Erfolgen in den Jahren 2004, 2006, 2008 und 2009 konnte der Berufs soldat der Einsatzführungskompanie 11 aus Meßstetten seinen Titel als Deutscher Meister in der Kategorie Skandinavier in Warmensteinach im Fichtelgebirge auch im Jahr 2010 erfolgreich verteidigen.
Hier deklassierte er die gesamte Konkurrenz und hatte nach zwei Tagen bei den zurückgelegten 84 Kilometern bereits einen beruhigenden Vorsprung von 40 Minuten.
Im letzten Trainingslager in Haidmühle im Bayerischen Wald holte sich Kölzow dann den letzen Schliff für die bevorstehende Weltmeisterschaft. Am letzen Februarwochenende war es dann soweit – Schlittenhundeweltmeisterschaft 2010. Start und Ziel waren im 1150 Meter ü.M. hoch gelegenen Skistadion.
Mensch und Tier hatten im Distanz wett bewerb an den drei Renntagen jeweils eine Strecke von 36 Kilometern - gespickt mit 1000 Höhenmetern - zu bewältigen. ie äußeren Bedingungen waren alles andere als rosig - Dauerregen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die Strecke war deshalb aufgeweicht und nur schwer zu befahren.
Doch davon ließ sich Kölzow nicht beeindrucken und konnte am Ende des ersten Renntages bereits acht Minuten auf seinen nächsten Konkurrenten auf seinem Konto gut schreiben.
Am zweiten Tag herrschte Kaiserwetter und mehr als 10.000 Besucher sahen bei besten Streckenbedingungen wiederum Kölzow mit drei Minuten Vorsprung als Ersten ins Ziel fahren. Mit einem beruhigenden Vorsprung von elf Minuten konnte er dann dem dritten Renntag gelassen entgegensehen.
Mit erneuter Laufbestzeit hatte der ehrgeizige Badener mit seinen beiden sechsjährigen Huskys Simon und Gerry sein großes Ziel erreicht.
Unter den Klängen der deutschen Nationalhymne konnte Achim Kölzow am Abend bei der Siegerehrung die Goldmedaille mit feuchten Augen in Empfang nehmen.
Nach seiner Rückkehr in die Heimat warteten zahlreiche Gratulanten auf den frischgebackenen Weltmeister. Den vielen Glückwünschen schlossen sich auch die Soldatinnen und Soldaten am Standort Meßstetten an. „Als Chef der Einsatzführungskompanie 11 bin ich und meine ganze Einheit sehr stolz, einen echten Weltmeister in unserer Mitte zu haben“, so sein Kompaniechef Major Michael Wentzel.
Zukunftsprognose
Auch nach so vielen Erfolgen ist für den Einsatzführer im Schichtdienst noch kein Karriereende in Sicht. „Meine zwei Champions sind jetzt sechs Jahre alt, was bedeutet, dass sie das jetzige Niveau noch drei bis vier Jahre halten können, falls keine schwer wiegenden Verletzungen auf treten.
Im nächsten Jahr wird die Europameisterschaft im norwegischen Hamar statt finden, eine Woche später will ich dann zum ersten Mal an der Langstreckenweltmeisterschaft teilnehmen, bei der ich im Gegensatz zu den bisherigen Rennen im Freien übernachten muss, da die 500 Kilometer an einem Stück absolviert werden müssen. Da ich ein solches Rennen noch nie gefahren bin, kann ich keine Prognose über den Ausgang abgeben.
Es ist einfach eine neue Herausforderung, da ich auf den Mittelstreckenrennen im Moment schon alles gewonnen habe, was es zu gewinnen gibt“, berichtet Kölzow.
Text: Alfred Sauter
Fotos: Schätzle / Alfred Sauter





