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Jede Sportausbildung in der Einheit beginnt in der Regel mit dem schweißtreibenden Aufwärmen. Doch genau diese Erfahrung steht heutzutage nicht selten im Gegensatz zu dem, was bei sportlichen Wettkämpfen zu beobachten ist. |
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Nur ein Beispiel aus dem Profibereich: Selbst der Weltrekordhalter Usain
Bolt läuft seine Bestzeiten ohne vorherige Aufwärmübungen. Darüber
hinaus zeigt sich nicht zuletzt im persönlichen Alltag, dass zu viel
Wärme einen negativen Einfluss auf die Leistung ausübt. Es überrascht
daher kaum, dass sich immer mehr wissenschaftliche Studien gezielt
diesem Zusammenhang widmen und den Mehrwert von Kühl applikationen
untersuchen. Die Liste der belegbaren positiven Veränderungen ist dabei
meist genauso lang wie die der eingesetzten Maßnahmen zur Kühlung. Die Anfänge der Forschung zur Beziehung von Temperatur und
Leistungsfähigkeit sind vor allem im militärischen und industriellen
Bereich zu finden. Auch heute werden hier noch erhebliche Ressourcen
investiert, um Methoden zu generieren, die die Einsatzfähigkeit in
heißen Umgebungen nachweislich erhalten und steigern. Die Brisanz des
Themas wird aber ebenso zunehmend von der Sportwissenschaft erkannt,
zumal ein Großteil der sportlichen Wettkämpfe unter sommerlichen
Wetterbedingungen stattfindet – eine zusätzliche Belastung für den
Körper. Egal ob olympische Spiele in Athen oder Fußballweltmeisterschaft
in Südafrika: Oftmals sind die Sportler extremen Außentemperaturen
ausgesetzt. Seit Anfang der 90er Jahre ist das Thema Kühlung daher auch
im sportlichen Umfeld präsent. Viele einschlägige Studien belegen heute
eindeutig einen mobilisierenden Effekt externer Kühlung bei sportlicher
Aktivität – insbesondere im Ausdauerbereich. |
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Körperkerntemperatur als Maß der Dinge
Entscheidendes physiologisches Kriterium ist die Körperkerntemperatur. Wenn diese auf ein kritisches Maß ab 38,5 Grad Celsius ansteigt, schlägt sich dies negativ auf die Leistung nieder – körperliche Grenzen werden schneller erreicht.
Zurückzuführen ist dieser Zusammenhang auf das Prinzip der Thermoregulation. Bei sportlicher Anstrengung benötigt der Körper einen Großteil – meist über 90 Prozent – der Gesamtenergie für den Temperaturausgleich. Externe Kühlung unterstützt diesen Vorgang und spart damit wertvolle Energie, die der eigentlichen Leistung zugute kommt.
Der konkrete Mehrwert des Kälteeinsatzes: Die Reduzierung von Hauttemperatur, Herzfrequenz und Laktatwerten, die Erhöhung des Herz-MinutenVolumens, die Konzentration der Blutmenge im Körperzentrum oder ein beschleunigter Sauerstofftransport. All diese Veränderungen führen im Endergebnis zu verzögerten Ermüdungserscheinungen, schnellerer Regeneration und einem gesteigerten Wohlbefinden des Sportlers.
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Vielfalt an Studien Unterschieden
wird in den Untersuchungen nach dem Zeitpunkt der Kühlung. Hier gibt es
Ergebnisse zur Kühlanwendung vor, während, zwischen und nach den
Belastungseinheiten. Vor- und Simultankühlung wirken eher
leistungsmobilisierend, Zwischen- und Nachkühlung stärker regenerativ.
Zudem gibt es einen belegbaren Zusammenhang mit dem Leistungsniveau.
Danach sind die Effekte externer Kältezufuhr bei ausdauerdominanten
Leistungen größer als im Kraft- und Schnelligkeitsbereich. Dabei gilt
es, die konkreten Umstände bei der Einbeziehung von Kälteträgern wie
Wasser, Eis, Luft oder künstlich hergestellten Kühlmedien im Auge zu
behalten: Die Resultate werden vor allem von der Größe der gekühlten
Körperregion, der Temperaturdifferenz zwischen Haut und Kühlmedium, den
physikalischen Eigenschaften des Kälteträgers sowie der Dauer des
Einsatzes beeinflusst. Die Devise lautet nicht: Viel hilft viel. Es
kommt auf die richtigen Hilfsmittel und die optimale Dosierung der Kälte
an. Das gilt insbesondere für die weit verbreiteten Eisanwendungen. Zu
viel Kälte von unter 15 Grad Celsius kann kontraproduktiv sein, da der
Stoffwechsel und das Lymphsystem dadurch gestört werden können. Daher
besteht die Herausforderung nun in erster Linie darin, die in den
Laborstudien gewonnenen Kenntnisse auch optimal für die Praxis zu
nutzen.
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Mehrwert im sportlichen Alltag
Gerade bei Wettkämpfen haben sich Kühltextilien, wie beispielsweise Westen, als geeignete Lösung erwiesen. Im Gegensatz zu Kältekammern und Wasserbädern können diese jederzeit mobil genutzt werden. Zudem ist ihre positive Wirkung inzwischen mehrfach belegt. So zeigt ein aktueller Test, dass Probanden mit einer Weste aus dem E.COOLINE-Sortiment bei einem Lauf über 60 Minuten bis zu zwei Stadionrunden mehr zurücklegten als beim Testlauf zu gleichen Bedingungen ohne den Kühlungsvorteil.
Eine vorangegangene Gemeinschaftsstudie der Institute für Sportwissenschaft an den Universitäten Münster und Dortmund hatte bereits den positiven Einfluss auf Laktatwerte, Körpertemperatur und Sauerstofftransport bei Anwendung des gleichen Westenmodells nachgewiesen. Auf Basis dieser Forschungsresultate konnten die Wissenschaftler das Potenzial sowohl für den Leistungs- als auch den Breitensport konkretisieren: Im Profibereich ist durch geeignete Kühlung ein Leistungszuwachs von ein bis zwei Prozent möglich. Eine Zahl, die an der internationalen Spitze Welten bedeuten kann – egal in welcher Ausdauersportart. Im Freizeitumfeld ist der Wert noch höher. Ein Leistungsplus von bis zu 20 Prozent ist nicht ausgeschlossen. Das Gefühl, aufgeben zu müssen, setzt in den meisten Fällen erst deutlich später ein. In Anbetracht dieser Ergebnisse ist es daher wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis das „Abkühlen“ zum gewohnten Bild bei Wettkämpfen gehört. Und dann halten die Kühltextilien vielleicht auch schon bald Einzug in die Sportausbildung.




