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Am Freitag, den 19. März 2010 versuchte der frischgebackene Olympiasieger im Zweierbob und Silber- medaillengewinner im Viererbob, Hauptfeldwebel André Lange, mit seinem Team von TV Total den Titel bei der achten „TV Total WOK WM 2010“ in Oberhof zu gewinnen. Die achte Wok-WM fand nun nach Winterberg, Innsbruck und Altenberg im bekannten Thüringer Wintersportort Oberhof statt. |
![]() Das Sportgerät - Vierer-Wok |
![]() Hauptfeldwebel Georg Hackl im Interview |
Binnen 48 Stunden waren die 6000 Karten ausverkauft, aber das ist man in Oberhof ja von unzähligen Weltcupveranstaltungen gewöhnt. Neben vielen Prominenten oder solchen die es sein möchten, nahmen auch Sportsoldaten der Bundeswehr an dem ungewöhnlichen Wettkampf teil. Auch wenn Bobpilot Hauptfeldwebel Andre Lange nach den olympischen Spielen noch keine Zeit hatte, mit dem ungewöhnlichen Sportgerät zu üben, gab er sich vor dem Start optimistisch: „Wir werden gewinnen“, sagte der Titelverteidiger im Vierer-Wok. Aber eine einfache Aufgabe war es nicht, denn auch andere Kenner der Eisrinne, wie sein Anschieber Stabsgefreiter Kevin Kuske, der mehrfache Rodel-Olympiasieger Hauptfeldwebel Georg Hackl, Bobpilotin Hauptfeldwebel Sandra Kiriasis sowie andere Weltklassesportler wie der frischgebackene Rodel-Olympiasieger Felix Loch, Rodel-Olympiasiegerin Silke Kraushaar-Pielach und Bobpilot Thomas Florschütz nahmen mit ihren Teams die ungewöhnliche Herausforderung an. Sie alle kennen die Oberhofer Bahn aus unzähligen Trainings- und Wettkampffahrten. Aber ein Vorteil ist das nicht unbedingt, sagte der Rodler und fünffache Wok-Weltmeister Hauptfeldwebel Georg Hackl. „Ein Wok ist nicht zu steuern, man muss sich festhalten, Umkippen und Bandenschecks vermeiden und dann sehen, wer gewinnt.“ Außerdem hatte er in diesem Jahr mit seinem „Rodel-Zögling“ Olympiasieger Felix Loch einen starken Konkurrenten.

Hauptfeldwebel Sandra Kiriasis beim Qualifying
Wok-WM – was ist das denn?
Ein Wok ist eine hohe, durchgehend gewölbte Pfanne, die in der chinesischen sowie der süd- und südostasiatischen Küche zu den wichtigsten Kochutensilien gehört. Im Jahr 2003 begann die Geschichte der Wok-WM mit einem Wetteinsatz bei „Wetten dass?“ Stefan Raab fuhr damals trotz der gewonnenen Wette mit einem Wok die Bob- und Rodelbahn in Winterberg hinunter. Wenig später inszenierte er die „1. offizielle Wok-Weltmeisterschaft“ mit Prominenten, die von da an regelmäßig von einem Privatsender übertragen wird. Dabei befahren die Teilnehmer mit einem modifizierten asiatischen Wok eine Bob- und Rodelbahn. Es gibt jeweils ein Einzelrennen (Einer-Wok) und einen Mannschaftswettbewerb (Vierer-Wok) mit jeweils zwei Durchgängen. Eingesetzt wird ein herkömmlicher Wok, wie er in Großküchen verwendet wird. Um ihn renntauglich zu machen, wird in den Boden ein Dämpfungselement aus Polyurethan eingebaut, welches neben Vibrationen auch das Eindellen des Woks verhindern soll. Ein aufgeschnittener PU-Schlauch mit Schaumstoffmaterial kommt als Schutz auf den Rand des Woks. Der Einsatz von Tuning-Mitteln ist aufgrund der Sicherheit verboten. Einzig erlaubt sind Gewichte die am Körper des Fahrers angebracht sind und polieren, schleifen, wachsen oder erhitzen des Woks.
![]() Starke Konkurrenz Bobpilotin HFw Sandra Kiriasis, Bobpilot HFw André Lange, die ehemalige Rodlerin Silke Kraushaar-Pielach, Rodler David Möller, Bobpilot Thomas Florschütz. |
![]() Das Team der Sportler jubelt im Ziel. |
Tollkühne Piloten in asiatischen Bratpfannen
Doch bevor es auf in die Eisrinne ging, wurde es erst mal nass. Die Teilnehmer mussten mit dem Wok über eine Schanze ins Wasserbecken springen, um sich eine gute Startposition für das Rennen zu sichern. Hauptfeldwebel Sandra Kiriasis von der Sportfördergruppe Warendorf belegte dabei leider nur den drittletzten Platz für ihr Team, blieb aber dennoch optimistisch. Auch das Team von Sportsoldat Kuske schnitt nur mittelmäßig ab. Die Titelverteidiger um Stefan Raab, zu dessen Team auch Olympiasieger Lange gehörte, sicherten sich mit dem weitesten Sprung die beste Position und machten damit keinen Hehl aus ihren Titelambitionen. Titelverteidiger „Hackl-Schorsch“ war mit seinem Sprung auf die dritte Startposition nicht sonderlich zufrieden. „Oberhof ist eine Techniker-Bahn, es kommt darauf an, wer es kann“ - so der Präsident der Wok-World-Union und Veranstalter Stefan Raab. Auch der Titelverteidiger im Einer-Wok Hauptfeldwebel Georg Hackl erklärte, dass dieses Spaß–Event schon etwas mit Sport zu tun hat. Der Eismeister der Oberhofer Bahn, Herr Heydenbluth, bestätigte die speziellen Eigenschaften der Oberhofer Bahn. „Sie ist hervorragend präpariert, hat aber spezielle Eigenschaften. Sie ist langsamer als andere Bahnen, aber durch die engen Kurven technisch sehr anspruchsvoll.“

Die Gewinner im Einer-Wok Moderator Christian Clerici,
HFw Georg Hackl, Joey Kelly.
Eiskanal frei
Am Abend stürzten sich dann alle Fahrer auf der Jagd nach dem Weltmeistertitel in einer atemberaubenden Fahrt durch die Bahn mit 15 Kurven und einer Gesamtlänge von 1354 Metern. Im Einer–Wok konnte der „Wokl-Schorsch“, Hauptfeldwebel Georg Hackl, in zwei nahezu perfekten Läufen in einer Zeit von 1:59:73 seinen Titel zum sechsten Mal souverän verteidigen. An Rücktritt denkt der Berchtesgadener trotzdem nicht: „Ich bleibe dem Wok-Sport treu.“ So müssen sich die Konkurrenten auch im nächsten Jahr warm anziehen. Den zweiten Platz belegte Joey Kelly vor Christian Clerici.

Das Siegerteam im Vierer-Wok Schauspieler Axel Stein, Moderator
Stefan Raab, Surfer Björn Dunkerbeck und HFw André Lange.
Im Vierer Wok wurde es dann richtig spannend. Im „Sportler-Wok“ saßen zwei olympische Goldmedaillen, eine Silberne und eine Bronzene, da musste doch mehr als Platz 8 drin sein. Mit zwei guten Fuhren durch die Eisrinne sicherte sich die Soldatin Sandra Kiriasis mit ihren Teamkollegen Silke Kraushaar-Pielach, David, Möller und Thomas Florschütz die Silbermedaille und damit einen Platz auf dem Podest. Auf Goldkurs lag von Anfang an das Team um Titelverteidiger Stefan Raab. Mit dem typischen breiten Lachen sprang er aufs Siegerpodest. Mit ihm feierten Hauptfeldwebel André Lange, Schauspieler Axel Stein und Surfer Björn Dunkerbeck. Sie setzten auf die Erfahrungen des Bobpiloten Lange auf seiner heimischen Bahn und spielten all ihre Routine aus. So holte der erfolgreichste Bob-Pilot der Welt wie angekündigt auch im Wok Gold. „Das ist mein zehnter Titel.“ Rief er auf dem Siegerpodest euphorisch. Für André Lange geht es nach seinem letzten Wettkampf endlich in den Urlaub. „Den habe ich mir verdient.“, so der Rekordathlet.
Und vielleicht wird diese Sportart sogar irgendwann olympisch? Das schließen zumindest weder die Sportsoldaten noch der Präsident der World-Wok-Union nicht aus. Na dann „ schau mer mal“ - wie der Weltmeister Hackl sagen würde.
Text: Kathrin Möbius, Pressestelle WBK III
Fotos: Tino Arnold, Pressestelle WBK III







