![]() |
Nach dem AVON-Frauenlauf sprach Feldwebel Sabrina Mockenhaupt im Exklusiv-Interview mit Volker Schubert über die derzeitige Wettkampfvorbereitungen und die großen Ziele für 2010. |
Anders als 2009, wo Sie bei Ihrem Berliner Halbmarathon Sieg in gut 68 Minuten die internationale Langstreckenszene überraschten, sind Sie 2010 verhaltener ins Rennen gegangen und haben bereits zu Beginn eine 69er-Zeit angepeilt. Wie stufen sie den doch sehr achtbaren dritten Rang und Ihre weiter aktuellen 69:57 Minuten zu Frühlingsbeginn ein?
Sabrina Mockenhaupt: Natürlich habe ich mir gewünscht, bei der Zeit zu gewinnen, aber die anderen zwei waren einfach stärker. Das muss man neidlos anerkennen. Die waren vorne immer alleine, während ich die ganze Zeit meine Tempomacher hatte.
Beim Berliner Halbmarathon sind Sie ja sehr diszipliniert und mit Tempomacher gelaufen, waren der Keniakonkurrenz zum Ende hin allerdings äußerst dicht auf den Fersen. Kokettierten Sie da zwischenzeitlich noch mit möglichen Siegchancen?
Sabrina Mockenhaupt: Ich war bei Kilometer 18 sogar nochmal an die Zweite rangelaufen, aber leider war ich genauso platt wie die Kenianerin. Da hätte man vielleicht noch was machen könne, aber da fehlte einfach die Kraft. Seit Januar hatte ich erst zweimal auf der Bahn trainieren können, und war einfach zu wenig. Da gab es noch viele Defizite. Jetzt weiß ich aber endlich, wo ich stehe und woran ich arbeiten muss. Wenn man irgendwo bei einem Rennen vorne weg läuft oder wie bei der Militär-WM nur vier Kilometer läuft, dann sieht man solche Defizite einfach nicht. Aktuell ist meine Formkurve aufsteigend.
November bis Dezember 2009 hieß es für Sie Gepäckmarsch, Geländeorientierung, Gefechtsdienst und Feuerkampf – ihr Feldwebellehrgang stand an. Welche Auswirkungen hatte das auf Ihr Training?
Sabrina Mockenhaupt: Wenn ich den Halbmarathon analysiere, sind zweieinhalb Monate Vorbereitung in der Tat einfach zu kurz sind. Deswegen bin ich im Nachhinein betrachtet mit meiner Zeit eigentlich zufrieden, denn unter 1:10 Stunden muss man erst einmal laufen. Wenn ich mir aber das Ergebnis von 2009 vor Augen halte, bin ich schon etwas enttäuscht und ich frage mich, wie man das eigentlich gemacht hat, eine 1:08:45 Stunden zu laufen. Man misst sich eben immer an seinen eigenen Bestzeiten.
Ihr Frühlingsfahrplan führte über den Berliner Halbmarathon gleich zum siebten Deutschen Meistertitel im 10.000 Meter-Bahnlauf. Die Deutschen Halbmarathon Meisterschaften am 18. April in Bad Liebenzell, wo Sie klare Titelaspirantin gewesen wären, haben Sie ausgelassen. Was war der Grund für diesen Kurs?
Sabrina Mockenhaupt: Ich habe ja letztes Jahr in Berlin gewonnen und die Strecke hat mir sehr gut gefallen. Eigentlich wollte ich ja auch zwei Halbmarathons laufen, aber ich habe schon recht früh gemerkt, dass die Form dazu einfach nicht reicht. Mit Berlin habe ich schon direkt nach meinem Erfolg vereinbart, dass ich da hinkomme und ich halte mich auch an meine Abmachungen und Verträge. Bad Liebenzell wäre sicherlich auch eine schnelle Strecke gewesen, und ich hätte noch mehr Zeit gehabt mich vorzubereiten. Mein Start in Berlin stand aber schon fest, bevor ich überhaupt wusste, wann und wo die Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften stattfinden. Außerdem ist Berlin einfach ein Klassiker. Es ist einfach toll dort zu laufen, und man steht internationaler Konkurrenz gegenüber, was bei den Deutschen Meisterschaften nicht der Fall ist.
Bei den Europameisterschaften im spanischen Barcelona, die vom 26. Juli bis 1. August ausgerichtet werden, wollen Sie die 10.000 Meter in Angriff zu nehmen. Wie wirkt sich das auf Ihre weitere Trainingsgestaltung bei Umfängen wie Intensitäten aus?
Sabrina Mockenhaupt: Ich werde genauso weitertrainieren. Ich bin jetzt gerade im Aufbau, werde meine Ausdauer verbessern und Tempotraining machen, dann kommt der Rest von ganz alleine. Mir fehlt auch nach wie vor die Ausdauer, und über 10.000 Meter hilft die dann auch vor allem gegen Ende des Rennens.
Wann werden Sie erneut Ihre Performance über 10.000 Meter prüfen?
Sabrina Mockenhaupt: Ich will am 6. Juni auf jeden Fall beim 10.000-Meter-Europacup laufen und mich dort ganz auf das Duell Frau gegen Frau konzentrieren.
Steht 2010, so wie 2009, wieder eine erneuter Angriff auf den deutschen 10.000 Meter-Rekord auf der Agenda?
Sabrina Mockenhaupt: Nein. Wenn es passieren sollte auch gut, aber grundsätzlich kündige ich so etwas nicht mehr an. Deswegen mag ich auch keine Pressekonferenzen vor Wettkämpfen. Da wird immer etwas aus einem heraus gekitzelt, und daran wird man danach auch gemessen. Aus diesem Grund ist es manchmal besser, man sagt nichts und macht einfach.
Auch ohne konkrete Rekordambitionen, wo sehen Sie 2010 Ihre größten sportlichen Herausforderungen?
Sabrina Mockenhaupt: Das ist ganz klar das 10.000 Meter-Bahnrennen bei der EM in Barcelona, die vermutlich eine echte Hitzeschlacht wird und mein Marathonrennen bei einen international hochkrätigen Event. Diese zwei Mal will ich an die Substanz gehen.
Im Herbst visieren Sie erneut ein hochkarätiges Marathon-Rennen an. Gibt es da schon präzise Vorstellungen?
Sabrina Mockenhaupt: Ja, auf jeden Fall. Wo, steht allerdings noch nicht fest, das Ausland ist auf jeden Fall nicht ausgeschlossen. Wir sind gerade in Verhandlungen. Es sollte auf jeden Fall ein international stark besetzter Marathon sein.
Sabrina Mockenhaupt, alles Gute für die EM-Saison 2010 und für Ihre Marathonvorbereitungen wünscht Ihnen das Bundeswehr Sport-Magazin.
Sabrina Mockenhaupt: Natürlich habe ich mir gewünscht, bei der Zeit zu gewinnen, aber die anderen zwei waren einfach stärker. Das muss man neidlos anerkennen. Die waren vorne immer alleine, während ich die ganze Zeit meine Tempomacher hatte.
Beim Berliner Halbmarathon sind Sie ja sehr diszipliniert und mit Tempomacher gelaufen, waren der Keniakonkurrenz zum Ende hin allerdings äußerst dicht auf den Fersen. Kokettierten Sie da zwischenzeitlich noch mit möglichen Siegchancen?
Sabrina Mockenhaupt: Ich war bei Kilometer 18 sogar nochmal an die Zweite rangelaufen, aber leider war ich genauso platt wie die Kenianerin. Da hätte man vielleicht noch was machen könne, aber da fehlte einfach die Kraft. Seit Januar hatte ich erst zweimal auf der Bahn trainieren können, und war einfach zu wenig. Da gab es noch viele Defizite. Jetzt weiß ich aber endlich, wo ich stehe und woran ich arbeiten muss. Wenn man irgendwo bei einem Rennen vorne weg läuft oder wie bei der Militär-WM nur vier Kilometer läuft, dann sieht man solche Defizite einfach nicht. Aktuell ist meine Formkurve aufsteigend.
November bis Dezember 2009 hieß es für Sie Gepäckmarsch, Geländeorientierung, Gefechtsdienst und Feuerkampf – ihr Feldwebellehrgang stand an. Welche Auswirkungen hatte das auf Ihr Training?
Sabrina Mockenhaupt: Wenn ich den Halbmarathon analysiere, sind zweieinhalb Monate Vorbereitung in der Tat einfach zu kurz sind. Deswegen bin ich im Nachhinein betrachtet mit meiner Zeit eigentlich zufrieden, denn unter 1:10 Stunden muss man erst einmal laufen. Wenn ich mir aber das Ergebnis von 2009 vor Augen halte, bin ich schon etwas enttäuscht und ich frage mich, wie man das eigentlich gemacht hat, eine 1:08:45 Stunden zu laufen. Man misst sich eben immer an seinen eigenen Bestzeiten.
Ihr Frühlingsfahrplan führte über den Berliner Halbmarathon gleich zum siebten Deutschen Meistertitel im 10.000 Meter-Bahnlauf. Die Deutschen Halbmarathon Meisterschaften am 18. April in Bad Liebenzell, wo Sie klare Titelaspirantin gewesen wären, haben Sie ausgelassen. Was war der Grund für diesen Kurs?
Sabrina Mockenhaupt: Ich habe ja letztes Jahr in Berlin gewonnen und die Strecke hat mir sehr gut gefallen. Eigentlich wollte ich ja auch zwei Halbmarathons laufen, aber ich habe schon recht früh gemerkt, dass die Form dazu einfach nicht reicht. Mit Berlin habe ich schon direkt nach meinem Erfolg vereinbart, dass ich da hinkomme und ich halte mich auch an meine Abmachungen und Verträge. Bad Liebenzell wäre sicherlich auch eine schnelle Strecke gewesen, und ich hätte noch mehr Zeit gehabt mich vorzubereiten. Mein Start in Berlin stand aber schon fest, bevor ich überhaupt wusste, wann und wo die Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften stattfinden. Außerdem ist Berlin einfach ein Klassiker. Es ist einfach toll dort zu laufen, und man steht internationaler Konkurrenz gegenüber, was bei den Deutschen Meisterschaften nicht der Fall ist.
Bei den Europameisterschaften im spanischen Barcelona, die vom 26. Juli bis 1. August ausgerichtet werden, wollen Sie die 10.000 Meter in Angriff zu nehmen. Wie wirkt sich das auf Ihre weitere Trainingsgestaltung bei Umfängen wie Intensitäten aus?
Sabrina Mockenhaupt: Ich werde genauso weitertrainieren. Ich bin jetzt gerade im Aufbau, werde meine Ausdauer verbessern und Tempotraining machen, dann kommt der Rest von ganz alleine. Mir fehlt auch nach wie vor die Ausdauer, und über 10.000 Meter hilft die dann auch vor allem gegen Ende des Rennens.
Wann werden Sie erneut Ihre Performance über 10.000 Meter prüfen?
Sabrina Mockenhaupt: Ich will am 6. Juni auf jeden Fall beim 10.000-Meter-Europacup laufen und mich dort ganz auf das Duell Frau gegen Frau konzentrieren.
Steht 2010, so wie 2009, wieder eine erneuter Angriff auf den deutschen 10.000 Meter-Rekord auf der Agenda?
Sabrina Mockenhaupt: Nein. Wenn es passieren sollte auch gut, aber grundsätzlich kündige ich so etwas nicht mehr an. Deswegen mag ich auch keine Pressekonferenzen vor Wettkämpfen. Da wird immer etwas aus einem heraus gekitzelt, und daran wird man danach auch gemessen. Aus diesem Grund ist es manchmal besser, man sagt nichts und macht einfach.
Auch ohne konkrete Rekordambitionen, wo sehen Sie 2010 Ihre größten sportlichen Herausforderungen?
Sabrina Mockenhaupt: Das ist ganz klar das 10.000 Meter-Bahnrennen bei der EM in Barcelona, die vermutlich eine echte Hitzeschlacht wird und mein Marathonrennen bei einen international hochkrätigen Event. Diese zwei Mal will ich an die Substanz gehen.
Im Herbst visieren Sie erneut ein hochkarätiges Marathon-Rennen an. Gibt es da schon präzise Vorstellungen?
Sabrina Mockenhaupt: Ja, auf jeden Fall. Wo, steht allerdings noch nicht fest, das Ausland ist auf jeden Fall nicht ausgeschlossen. Wir sind gerade in Verhandlungen. Es sollte auf jeden Fall ein international stark besetzter Marathon sein.
Sabrina Mockenhaupt, alles Gute für die EM-Saison 2010 und für Ihre Marathonvorbereitungen wünscht Ihnen das Bundeswehr Sport-Magazin.
Text/Interview und Fotos: Volker Schubert



