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Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit. Inzwischen gehört die Fliegerei zu den Alltäglichkeiten, es sei denn ein Vulkanausbruch auf Island, bringt den Luftverkehr zum Erliegen. Davon nicht betroffen waren die Flugsportler in den Vereinen der Bundeswehr-Flugsportvereinigung e.V.. |
Die Vorbereitungen für den 19. Militärischen Motorflugwettbewerb vom 3. bis 5. September 2010 sind im Gange. Auf dem Fliegerhorst Nörvenich werden sich die Teilnehmer zu dieser Traditionsveranstaltung treffen. Ausrichter ist die Bundeswehr-Sportfliegergemeinschaft „Boelcke / Heini Dittmar“ e.V. Mit Unterstützung des Jagdbombergeschwaders 31 „Boelcke“ ist der militärische Motorflugwettbewerb möglich. Zum Navigations- und Präzisionsflug werden Piloten/innen mit zivilen Motorflugzeugen und -seglern sowie Ultraleichtflugzeugen in die Lüfte steigen.
Während sich in diesem Jahr die Motorflieger in ihren Leistungen messen, taten es im vergangenen Jahr die Segelflieger. Wie schon 2005 und 2007 ging man auch 2009 vom Flugplatz Holzdorf in die Luft. 75 Mannschaften aus sechs Nationen konnte der Präsident der BFV, Oberstleutnant Jörg Zinnert, zu den 14. Internationalen Militärischen Segelflugwettbewerben begrüßen. Im Gegensatz zu den Motorfliegern ziehen sich die Wettbewerbe der Segelflieger über fast zwei Wochen hin. Sie erfordern einen hohen organisatorischen Aufwand. Mit der Entscheidung, dass der Traditionswettbewerb auch 2011 wieder in Holzdorf stattfinden kann, können die Vorbereitungen für diesen internationalen Event beginnen.

Beim Landeanflug wird Wasser, welches sich als Ballast in den
Tragflächen befindet, abgelassen.
Vielseitiger Flugsport
Die Anfänge des Flugsport finden wir im Ballon fahren. Schon um 1500 hatte Leonardo da Vinci versucht heißluftgefüllte Schweinsblasen fliegen zu lassen. Es dauerte bis 1783 als es den Franzosen Jaques und Joseph Mongolfier gelang Start und Fahrt eines Heißluftballons zu verwirklichen. Im 19. Jahrhundert hatte das Ballon fahren seine Blüte. Anfangs des 20. Jahrhundert wurde es durch die Entwicklung der Motorflugzeuge überholt und heute wird es nur noch wenig betrieben. Als Reklameträger sieht man sie bei gutem Wetter noch am Himmel.
Überspringen wir die Entwicklung der Luftschifffahrt, Fallschirmspringen, Paragleiten, Drachenfliegen, Modellfliegen, Hubschrauberfliegen und werfen einen Blick auf die „Königsdisziplin“ des Flugsports, Segelfliegen.
Otto Lilienthal, ein deutscher Ingenieur, kann als Wegbereiter bezeichnet werden. „Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“ lautet seine Untersuchung über das Verhalten von verschiedenen Plattformen im Luftstrom. 1891 flog er erstmals und steigerte seine Gleitflüge auf mehrere hundert Meter. Am 10. August 1896 stürzte er tödlich ab. Sein Name ist unvergessen. Eine Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr trägt seinen Namen.
Am 27. September 1912 gelang Hans Gutermuth auf der Wasserkuppe, östlich von Fulda in der Rhön gelegen, ein Flug von 838 Meter und 112 Sekunden Dauer. Der Erste Weltkrieg hatte eine hoffnungsvolle Entwicklung des Segelfluges unterbrochen. Im Versailler Vertrag von 1918 war Deutschland das Fliegen mit Motorflugzeugen verboten, wodurch das Segelfliegen seinen Aufschwung nahm. In der Weimarer Republik und nach Machtübernahme der Nazis 1933 diente der Segelflug als Kaderausbildung für die Luftwaffe. Hierauf kann in diesem Rahmen nicht näher eingegangen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Flugsport erst ab 1951 in beiden Teilen Deutschlands wieder zugelassen.
Die Struktur des Flugsports
Bis 1980 gab es in den Fliegenden Verbänden der Bundeswehr sogenannte Flugsportgruppen. Mit deren Auflösung bildeten sich zivile Vereine an den Flugplätzen, für die als Dachverband die Bundeswehr-Flugsportvereinigung gegründet wurde. Ein Teil des in Bundesbesitz befindlichen Fluggeräts wurde der BFV überlassen. Sie vertritt als Dachverband der Flugsport betreibenden Soldaten, Angehörigen der Reserve und der Zivilbeschäftigten der Bundeswehr deren Interessen gegenüber dem Dienstherrn, staatlichen nationalen und internationalen Behörden, öffentlichen Institutionen sowie dem Deutschen Aero Club e.V. (DAeC).
Zur BFV gehören sechzig Vereine, daneben noch rund 250 Einzelmitglieder. In einer Weisung der Luftwaffe (1509) ist die Unterstützung der BFV geregelt. Bis 2003 war die BFV an ihrem Gründungsstandort bei der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg beheimatet. Als 2004 Wahlen zum Präsidium anstanden, wurde Oberstleutnant Joerg Zinnert zum Präsidenten gewählt. Er ist 1961 in Sondershausen geboren, wurde zum Technischen Offizier ausgebildet, 1990 als Hauptmann in die Bundeswehr übernommen und ist nun im Luftwaffenamt im Personalbereich tätig. Inzwischen kann er auf über 900 Flugstunden in Segelflugzeugen zurückblicken. Ein eigenes Segelflugzeug der Clubklassen, DG 300, Spannweite 15 Meter ist auf dem Flugplatz Hangelar bei Bonn „stationiert“. Seine Frau Christine teilt sein Hobby und fliegt auch.
Deutschland ist ein Segelflugland Deutschland hat eine ausgeprägte Vereinskultur der Segelfliegerei. In kaum einem anderen Land in Europa ist das so. Rund 30.000 Jugendliche, Frauen und Männer betreiben Segelfliegen, wobei die Anzahl seit 2000 rückläufig ist. Die Anzahl der Motorflieger beläuft sich auf circa 13.200. Fast 8000 Segelflugzeuge der verschiedenen Klassen sind in Deutschland registriert. Bei internationalen Wettbewerben sind deutsche Segelflieger immer in der Spitzengruppe zu finden. Mit 15 Jahren kann man anfangen zu fliegen. Viele Vereine haben eigene Flugzeuge zur Schulung. Der Deutsche Aero Club hat in der Spitzensportförderung momentan sechs Plätze für Sportsoldaten. Sie gehören zur Sportfördergruppe Appen und sind zur fliegerischen Ausbildung an der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg stationiert. Segel- und Motorfliegen sind allerdings keine Sportarten im Conseil International du Sport Militaire (CISM) und auch nicht bei Olympischen Spielen.

Zu Besuch bei den „Steinhoffs Störchen“ v.l.n.r.: Hauptfeldwebel Rene
Lenser, Oberstleutnant Jörg Zinnert, Oberstleutnant Peter Steiniger.
„Steinshoffs Störche“ jüngstes BFV Mitglied
Mit Problemen haben die Flugsportler aber auch zu tun. Der Luftraum wir durch immer mehr Kontrollzonen und nicht zu überfliegende Gebiete eingeschränkt. Sponsoren für nationale oder auch international auszurichtende Veranstaltungen oder Wettbewerbe sind schwer zu finden. Flugsport ist nicht medienwirksam und so kann mit Einschaltquoten kaum geworben werden. Ohne die Unterstützung der Bundeswehr wären die Probleme noch größer. Unabhängig davon beteiligt sich die Bundeswehr in diesem Jahr aber auch an 29 Flugplatzfesten.
Jüngst aufgenommen in den BFV sind die „Steinhoffs Störche“ in Laage. Flugsportler aus dem Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ haben den Verein gegründet. General Johannes Steinhoff war von 1966 Inspekteur der Luftwaffe und von April 1971 bis 1974 als General-Vorsitzender des Militärausschusses der NATO. Zur Erinnerung an ihn trägt die Kaserne in Berlin-Gatow den Namen „General-Steinhoff-Kaserne“.
Während sich in diesem Jahr die Motorflieger in ihren Leistungen messen, taten es im vergangenen Jahr die Segelflieger. Wie schon 2005 und 2007 ging man auch 2009 vom Flugplatz Holzdorf in die Luft. 75 Mannschaften aus sechs Nationen konnte der Präsident der BFV, Oberstleutnant Jörg Zinnert, zu den 14. Internationalen Militärischen Segelflugwettbewerben begrüßen. Im Gegensatz zu den Motorfliegern ziehen sich die Wettbewerbe der Segelflieger über fast zwei Wochen hin. Sie erfordern einen hohen organisatorischen Aufwand. Mit der Entscheidung, dass der Traditionswettbewerb auch 2011 wieder in Holzdorf stattfinden kann, können die Vorbereitungen für diesen internationalen Event beginnen.

Beim Landeanflug wird Wasser, welches sich als Ballast in den
Tragflächen befindet, abgelassen.
Vielseitiger Flugsport
Die Anfänge des Flugsport finden wir im Ballon fahren. Schon um 1500 hatte Leonardo da Vinci versucht heißluftgefüllte Schweinsblasen fliegen zu lassen. Es dauerte bis 1783 als es den Franzosen Jaques und Joseph Mongolfier gelang Start und Fahrt eines Heißluftballons zu verwirklichen. Im 19. Jahrhundert hatte das Ballon fahren seine Blüte. Anfangs des 20. Jahrhundert wurde es durch die Entwicklung der Motorflugzeuge überholt und heute wird es nur noch wenig betrieben. Als Reklameträger sieht man sie bei gutem Wetter noch am Himmel.
Überspringen wir die Entwicklung der Luftschifffahrt, Fallschirmspringen, Paragleiten, Drachenfliegen, Modellfliegen, Hubschrauberfliegen und werfen einen Blick auf die „Königsdisziplin“ des Flugsports, Segelfliegen.
Otto Lilienthal, ein deutscher Ingenieur, kann als Wegbereiter bezeichnet werden. „Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“ lautet seine Untersuchung über das Verhalten von verschiedenen Plattformen im Luftstrom. 1891 flog er erstmals und steigerte seine Gleitflüge auf mehrere hundert Meter. Am 10. August 1896 stürzte er tödlich ab. Sein Name ist unvergessen. Eine Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr trägt seinen Namen.
Am 27. September 1912 gelang Hans Gutermuth auf der Wasserkuppe, östlich von Fulda in der Rhön gelegen, ein Flug von 838 Meter und 112 Sekunden Dauer. Der Erste Weltkrieg hatte eine hoffnungsvolle Entwicklung des Segelfluges unterbrochen. Im Versailler Vertrag von 1918 war Deutschland das Fliegen mit Motorflugzeugen verboten, wodurch das Segelfliegen seinen Aufschwung nahm. In der Weimarer Republik und nach Machtübernahme der Nazis 1933 diente der Segelflug als Kaderausbildung für die Luftwaffe. Hierauf kann in diesem Rahmen nicht näher eingegangen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Flugsport erst ab 1951 in beiden Teilen Deutschlands wieder zugelassen.
![]() Offener Doppelsitzer als Übungssegelflugzeug vom Typ Slingsby T. 21 Sedbergh. In England wurden nur 92 Stück hergestellt. Der Erstflug fand 1947 statt. |
![]() Bundeswehrmannschaften bei den internationalen französischen Segelflug-Militärmeisterschaften 2008 (hi.v.l.n.r.) Oberstlt Norbert Kühne, Oberstlt Matthias Kaese, Oberstlt Jörg Zinnert, Hptm Stephan Beck, Hptm Frank Roth, (vo.v.l.n.r.) Hptm Sven Baldauf, OLt Karl-Heinz Pfeiffer, Major René Heise. |
Die Struktur des Flugsports
Bis 1980 gab es in den Fliegenden Verbänden der Bundeswehr sogenannte Flugsportgruppen. Mit deren Auflösung bildeten sich zivile Vereine an den Flugplätzen, für die als Dachverband die Bundeswehr-Flugsportvereinigung gegründet wurde. Ein Teil des in Bundesbesitz befindlichen Fluggeräts wurde der BFV überlassen. Sie vertritt als Dachverband der Flugsport betreibenden Soldaten, Angehörigen der Reserve und der Zivilbeschäftigten der Bundeswehr deren Interessen gegenüber dem Dienstherrn, staatlichen nationalen und internationalen Behörden, öffentlichen Institutionen sowie dem Deutschen Aero Club e.V. (DAeC).
Zur BFV gehören sechzig Vereine, daneben noch rund 250 Einzelmitglieder. In einer Weisung der Luftwaffe (1509) ist die Unterstützung der BFV geregelt. Bis 2003 war die BFV an ihrem Gründungsstandort bei der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg beheimatet. Als 2004 Wahlen zum Präsidium anstanden, wurde Oberstleutnant Joerg Zinnert zum Präsidenten gewählt. Er ist 1961 in Sondershausen geboren, wurde zum Technischen Offizier ausgebildet, 1990 als Hauptmann in die Bundeswehr übernommen und ist nun im Luftwaffenamt im Personalbereich tätig. Inzwischen kann er auf über 900 Flugstunden in Segelflugzeugen zurückblicken. Ein eigenes Segelflugzeug der Clubklassen, DG 300, Spannweite 15 Meter ist auf dem Flugplatz Hangelar bei Bonn „stationiert“. Seine Frau Christine teilt sein Hobby und fliegt auch.
Deutschland ist ein Segelflugland Deutschland hat eine ausgeprägte Vereinskultur der Segelfliegerei. In kaum einem anderen Land in Europa ist das so. Rund 30.000 Jugendliche, Frauen und Männer betreiben Segelfliegen, wobei die Anzahl seit 2000 rückläufig ist. Die Anzahl der Motorflieger beläuft sich auf circa 13.200. Fast 8000 Segelflugzeuge der verschiedenen Klassen sind in Deutschland registriert. Bei internationalen Wettbewerben sind deutsche Segelflieger immer in der Spitzengruppe zu finden. Mit 15 Jahren kann man anfangen zu fliegen. Viele Vereine haben eigene Flugzeuge zur Schulung. Der Deutsche Aero Club hat in der Spitzensportförderung momentan sechs Plätze für Sportsoldaten. Sie gehören zur Sportfördergruppe Appen und sind zur fliegerischen Ausbildung an der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg stationiert. Segel- und Motorfliegen sind allerdings keine Sportarten im Conseil International du Sport Militaire (CISM) und auch nicht bei Olympischen Spielen.

Zu Besuch bei den „Steinhoffs Störchen“ v.l.n.r.: Hauptfeldwebel Rene
Lenser, Oberstleutnant Jörg Zinnert, Oberstleutnant Peter Steiniger.
„Steinshoffs Störche“ jüngstes BFV Mitglied
Mit Problemen haben die Flugsportler aber auch zu tun. Der Luftraum wir durch immer mehr Kontrollzonen und nicht zu überfliegende Gebiete eingeschränkt. Sponsoren für nationale oder auch international auszurichtende Veranstaltungen oder Wettbewerbe sind schwer zu finden. Flugsport ist nicht medienwirksam und so kann mit Einschaltquoten kaum geworben werden. Ohne die Unterstützung der Bundeswehr wären die Probleme noch größer. Unabhängig davon beteiligt sich die Bundeswehr in diesem Jahr aber auch an 29 Flugplatzfesten.
Jüngst aufgenommen in den BFV sind die „Steinhoffs Störche“ in Laage. Flugsportler aus dem Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ haben den Verein gegründet. General Johannes Steinhoff war von 1966 Inspekteur der Luftwaffe und von April 1971 bis 1974 als General-Vorsitzender des Militärausschusses der NATO. Zur Erinnerung an ihn trägt die Kaserne in Berlin-Gatow den Namen „General-Steinhoff-Kaserne“.
Text: Peter E. Uhde
Fotos: Bundeswehr-Flugsportvereinigung e.V.






