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Vom 29. Juli bis 11. August treffen sich die besten Schützen auf der OlympiaSchießanlage in München um ihre Weltmeister zu küren. Das geschieht nur alle vier Jahre. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 100 Nationen haben sich für die Wettbewerbe im Gewehr-, Pistolen und Wurftaubenschießen in Garching-Hochbrück qualifiziert. Darunter sind auch Sportlerinnen und Sportler der Bundeswehr. |
Der Deutsche Schützen Bund (DSB), der im nächsten Jahr sein 150jähriges Bestehen feiert, ist mit seinen rund 1,5 Millionen Mitgliedern, der viertstärkste Sportverband in Deutschland. Rund 15.000 Vereine sind in 20 Landesverbänden organisiert. 1861 gründete sich in Gotha der Deutsche Schützen-Bund, dessen Nachfolger der DSB ist. Dies war die erste deutsche Gründung eines Sportverbandes. 1862 fand das erste Deutsche Bundesschießen in der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main statt. Es muss ein großer Erfolg gewesen sein.
„Zu Beginn des Festes zählt der DSB 9111 Mitglieder, am Ende liegen 2200 Neuanmeldungen vor“. Der patriotische Aufruf zum Bundesschießen des Festpräsidenten lautete: „Von nah und fern sendet das Vaterland seine Söhne zum gemeinsamen Waffenspiel, der Lust des echten Mannes“. Die Geschäftsstelle des DSB befindet sich heute in Wiesbaden.

Die Entwicklung
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Schießsport in der DDR schnell. Zuständig dafür war die Gesellschaft für Sport und Technik und die Sportvereinigungen Vorwärts und Dynamo. 1958 bildete sich der Deutsche Schützenbund. In der Bundesrepublik Deutschland wurde 1951 der DSB gegründet. Auf internationaler Ebene existiert seit 1907 die Union Internationale der Tir (UIT). Die Schweiz, Schweden und Finnland waren die führenden Nationen in dieser Vereinigung. Das änderte sich, nachdem die sozialistischen Länder die Bedeutung der sportlichen Überlegenheit in ihrer Propaganda gegen den Klassenfeind erkannt hatten. Seit der Auflösung des sozialistischen Blocks ist die Überlegenheit rückläufig. Auf der Generalversammlung der UIT am 15. Juli 1998 in Barcelona nannte diese sich in International Shooting Sport Federation (ISSF) um. Eine Begründung dafür war die Abgrenzung zum Militärschießen.
Seit 1931 fanden die WM alle zwei Jahre, von 1954 nur noch alle vier Jahre statt. Wenn sich im Juli die Elite der Schützen trifft, sind die Erwartungen an die deutschen Teilnehmer bei den Heimwettkämpfen hoch.
Seit Athen 1896 gehören Schießwettbewerbe, außer 1904/St. Louis und 1928/Amsterdam, zum Olympischen Programm. Der Begründer der Spiele der Neuzeit, Baron Pierre de Coubertin, war selbst ein guter Pistolenschütze. Geschossen wurde fast ausschließlich mit den damaligen Militärwaffen. In Peking 2008 mussten sich Schumann (779,5) und Christian Reitz (779,3) dem Ukrainer Oleksandr Petrow, der mit 780,2 Ringen Olympischen Rekord erreichte, geschlagen geben.
Schönste Schießsportanlage
Für die Olympischen Spiele 1972 in München wurde das Schützenzentrum in Garching-Hochbrück errichtet. Acht Wett bewerbe fanden statt. Zu einem Eklat kam es im Wettbewerb 50 Meter mit dem Kleinkalibergewehr. Der Nordkoreaner Li Ho-Jun äußerte auf der Pressekonferenz, er habe „den Rat des Ministerpräsidenten befolgt und geschossen“ als müsse er „mit jedem Schuß einen Feind treffen“. Die Disqualifikation wurde durch die Mannschaftsleitung verhindert, die erklärte, dass Li ein einfacher Soldat sei und geistig nicht sehr rege.
Im Skeet-Schießen gewann Konrad Wirnhier die einzige Goldmedaille für die deutsche Mannschaft. Schon 1968 in Mexiko-Stadt hatte er eine Bronze medaille geholt. Die Schießwettbewerbe in München erlebten einen Besucherund Teilnehmerrekord auf der „bis dahin schönsten Schießsportanlage“. Die Anlage wird auch 2010 wieder die Heimat für die Weltmeisterschaft bilden.

Sportsoldatinnen und Sportsoldaten
Wie in anderen Olympischen Sportarten, werden auch im Sportschießen auf Vorschlag des DSB Soldaten in die Spitzensportförderung aufgenommen. Momentan sind es rund 25 in den Disziplinen Bogen-, Gewehr-, Pistole und Wurfscheibe. Die Vorbereitungen auf die WM begannen für alle Sportler beim ISSF Weltcup Ende April in Peking. Unter den Gewehrschützen sind die Stabsunteroffiziere Beate Gauß (SpFöGrp Bruchsal) und Barbara Lechner (SpFöGrp Neubiberg). Bei den Pistolenschützen Stabsunteroffizier Monika Karsch (SpFöGrp Neubiberg) und Oberfeldwebel Stefanie Thurmann (SpFöGrp Frankfurt/O.). Bei den Wurftaubenschützen waren Oberfeldwebel Andreas Löw (SpFöGrp Oberhof), Unteroffizier Stefan Ommert, aus Oberhof und Feldwebel Ralf Buchheim (SpFöGrp Frankfurt/O.) gemeldet. Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallakökul verhinderte die Anreise des Wurftaubenteams für Trap und Doppeltrap.
Überschattet waren die Wettbewerbe durch die Trauerfeierlichkeiten für die Erdbebenopfer in der Provinz Qinghai ins Chinas Nordosten, bei dem mehr als 2.000 Menschen ums Leben kamen mehr als 12.000 wurden verletzt. Trotz aller Widrigkeiten kehrte die dezimierte deutsche Mannschaft aber mit guten Ergebnissen in Einzelwettbewerben aus Peking zurück. Henri Junghänel kam im Liegendschießen mit dem Kleinkalibergewehr mit 701,9 Ringen auf den zweiten Rang. Munkhbayar Dorjsuren gewann mit der Sportpistole die Goldmedaille. Im Wettbewerb Freie Pistole belegte Abdullah Ustaoglu den zweiten Rang, Stabsunteroffizier Beate Gauß wurde Dritte mit dem Luftgewehr. Julian Justus, der mit dem Luftgewehr das Finale verpasst hatte und sich über Silber freute, gewann dafür die Goldmedaille im Wettbewerb Freie Waffe. Die Bronzemedaille ging an Daniel Brodmeier.
Der weitere Weg zur Weltmeisterschaft
Der nächste Weltcup findet vom 22.05. bis 31. 05. in Fort Benning/USA statt und vom 22.06. bis 30.06. trifft sich die Schützenelite nochmals zum Weltcup in Belgrad/Serbien. Dann sind es nur noch vier Wochen, bis zum Beginn der Weltmeisterschaften in München. Sie erhält ihren hohen Stellenwert auch durch die Vergabe der ersten Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2012 in London.
Text: Peter E. Uhde
Fotos: Bundeswehr
„Zu Beginn des Festes zählt der DSB 9111 Mitglieder, am Ende liegen 2200 Neuanmeldungen vor“. Der patriotische Aufruf zum Bundesschießen des Festpräsidenten lautete: „Von nah und fern sendet das Vaterland seine Söhne zum gemeinsamen Waffenspiel, der Lust des echten Mannes“. Die Geschäftsstelle des DSB befindet sich heute in Wiesbaden. 
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Schießsport in der DDR schnell. Zuständig dafür war die Gesellschaft für Sport und Technik und die Sportvereinigungen Vorwärts und Dynamo. 1958 bildete sich der Deutsche Schützenbund. In der Bundesrepublik Deutschland wurde 1951 der DSB gegründet. Auf internationaler Ebene existiert seit 1907 die Union Internationale der Tir (UIT). Die Schweiz, Schweden und Finnland waren die führenden Nationen in dieser Vereinigung. Das änderte sich, nachdem die sozialistischen Länder die Bedeutung der sportlichen Überlegenheit in ihrer Propaganda gegen den Klassenfeind erkannt hatten. Seit der Auflösung des sozialistischen Blocks ist die Überlegenheit rückläufig. Auf der Generalversammlung der UIT am 15. Juli 1998 in Barcelona nannte diese sich in International Shooting Sport Federation (ISSF) um. Eine Begründung dafür war die Abgrenzung zum Militärschießen.
Seit 1931 fanden die WM alle zwei Jahre, von 1954 nur noch alle vier Jahre statt. Wenn sich im Juli die Elite der Schützen trifft, sind die Erwartungen an die deutschen Teilnehmer bei den Heimwettkämpfen hoch.
Seit Athen 1896 gehören Schießwettbewerbe, außer 1904/St. Louis und 1928/Amsterdam, zum Olympischen Programm. Der Begründer der Spiele der Neuzeit, Baron Pierre de Coubertin, war selbst ein guter Pistolenschütze. Geschossen wurde fast ausschließlich mit den damaligen Militärwaffen. In Peking 2008 mussten sich Schumann (779,5) und Christian Reitz (779,3) dem Ukrainer Oleksandr Petrow, der mit 780,2 Ringen Olympischen Rekord erreichte, geschlagen geben.
Schönste Schießsportanlage
Für die Olympischen Spiele 1972 in München wurde das Schützenzentrum in Garching-Hochbrück errichtet. Acht Wett bewerbe fanden statt. Zu einem Eklat kam es im Wettbewerb 50 Meter mit dem Kleinkalibergewehr. Der Nordkoreaner Li Ho-Jun äußerte auf der Pressekonferenz, er habe „den Rat des Ministerpräsidenten befolgt und geschossen“ als müsse er „mit jedem Schuß einen Feind treffen“. Die Disqualifikation wurde durch die Mannschaftsleitung verhindert, die erklärte, dass Li ein einfacher Soldat sei und geistig nicht sehr rege.
Im Skeet-Schießen gewann Konrad Wirnhier die einzige Goldmedaille für die deutsche Mannschaft. Schon 1968 in Mexiko-Stadt hatte er eine Bronze medaille geholt. Die Schießwettbewerbe in München erlebten einen Besucherund Teilnehmerrekord auf der „bis dahin schönsten Schießsportanlage“. Die Anlage wird auch 2010 wieder die Heimat für die Weltmeisterschaft bilden.

Wie in anderen Olympischen Sportarten, werden auch im Sportschießen auf Vorschlag des DSB Soldaten in die Spitzensportförderung aufgenommen. Momentan sind es rund 25 in den Disziplinen Bogen-, Gewehr-, Pistole und Wurfscheibe. Die Vorbereitungen auf die WM begannen für alle Sportler beim ISSF Weltcup Ende April in Peking. Unter den Gewehrschützen sind die Stabsunteroffiziere Beate Gauß (SpFöGrp Bruchsal) und Barbara Lechner (SpFöGrp Neubiberg). Bei den Pistolenschützen Stabsunteroffizier Monika Karsch (SpFöGrp Neubiberg) und Oberfeldwebel Stefanie Thurmann (SpFöGrp Frankfurt/O.). Bei den Wurftaubenschützen waren Oberfeldwebel Andreas Löw (SpFöGrp Oberhof), Unteroffizier Stefan Ommert, aus Oberhof und Feldwebel Ralf Buchheim (SpFöGrp Frankfurt/O.) gemeldet. Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallakökul verhinderte die Anreise des Wurftaubenteams für Trap und Doppeltrap.
Überschattet waren die Wettbewerbe durch die Trauerfeierlichkeiten für die Erdbebenopfer in der Provinz Qinghai ins Chinas Nordosten, bei dem mehr als 2.000 Menschen ums Leben kamen mehr als 12.000 wurden verletzt. Trotz aller Widrigkeiten kehrte die dezimierte deutsche Mannschaft aber mit guten Ergebnissen in Einzelwettbewerben aus Peking zurück. Henri Junghänel kam im Liegendschießen mit dem Kleinkalibergewehr mit 701,9 Ringen auf den zweiten Rang. Munkhbayar Dorjsuren gewann mit der Sportpistole die Goldmedaille. Im Wettbewerb Freie Pistole belegte Abdullah Ustaoglu den zweiten Rang, Stabsunteroffizier Beate Gauß wurde Dritte mit dem Luftgewehr. Julian Justus, der mit dem Luftgewehr das Finale verpasst hatte und sich über Silber freute, gewann dafür die Goldmedaille im Wettbewerb Freie Waffe. Die Bronzemedaille ging an Daniel Brodmeier.
Der weitere Weg zur Weltmeisterschaft
Der nächste Weltcup findet vom 22.05. bis 31. 05. in Fort Benning/USA statt und vom 22.06. bis 30.06. trifft sich die Schützenelite nochmals zum Weltcup in Belgrad/Serbien. Dann sind es nur noch vier Wochen, bis zum Beginn der Weltmeisterschaften in München. Sie erhält ihren hohen Stellenwert auch durch die Vergabe der ersten Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2012 in London.
Text: Peter E. Uhde
Fotos: Bundeswehr
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Schießsport im Reservistenverband Der Verband mit seinen rund 120.000 Mitgliedern ist als Schießsportverband im Sinne des Waffengesetzes anerkannt. Etwa 21.500 Mitglieder betreiben Schießsport mit ihren Privatwaffen. Sie sind in etwa 260 Reservistenarbeitsgemeinschaften Schießsport (RAG) organisiert. Einmal im Jahr findet eine Bundesmeisterschaft im Gewehr- und Pistolenschießen statt. Die Beteiligung an Wettkämpfen im Ausland und die Teilnahme ausländischer Mannschaften bei den Wettkämpfen der RAG fördert die internationale Militärkameradschaft. Unabhängig davon finden im Rahmen der militärischen Weiterbildung Dienstliche Veranstaltungen im Schießen mit Militärwaffen statt. Teilnehmer sind neben Reservistenmannschaften, Bundeswehrmannschaften, Mannschaften anderer Nationen, Mannschaften der Bundespolizei oder den Polizeien der Länder, des Zoll oder der Justiz. Der Bundeswehrverband betreibt keinen Schießsport, Pokale und Auszeichnungen für Wettkämpfe sind aber schon gestiftet worden. |


