Ein Rückblick auf die Golftradition in der Marine. Es ist inzwischen schon zur Tradition geworden, wenn sich jedes Jahr erneut in den ersten Julitagen aktive und ehemalige Marine- und Bundeswehrangehörige auf der Anlage des GC Wilhelmshaven-Friesland einfinden, um hier die Marine Golfmeisterschaft auszutragen.
Ihren Ursprung hat dieses älteste Golfturnier der Bundeswehr in dem früheren offenen Golfturnier der Zerstörerflottille, das vor genau 20 Jahren unter dem Namen Destroyer Open im August 1986 durch den damaligen Kommandeur des 2. Zerstörergeschwaders, KzS Klaus Dieter Laudien, ins Leben gerufen wurde.
Marine und Golf, das ist eine Sporttradition, die schon lange vor den Destroyer Open begann. Offiziere der Kaiserlichen Marine gehören zum Beispiel neben Kaufleuten zu denjenigen, die diesem Sport in Deutschland vor mehr als hundert Jahren erst den Weg bereitet haben. 1902 gründeten sie unter der Schirmherrschaft des Prinzen Heinrich von Preußen zusammen mit Hamburger Kaufleuten in Kiel-Kitzeberg einen der ersten deutschen Golf Clubs, der zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Golf Verbandes gehört und sechs Jahre später in Wilhelmshaven den marineeigenen Golf Klub Wilhelmshaven. Golfausbildung wurde auch in die Sportausbildung der Offizieranwärter aufgenommen.
Nach dem 1. Weltkrieg setzte die Reichsmarine die begonnene Tradition fort. 1932 wurde bereits die erste nachweisbare Marine Golfmeisterschaft durchgeführt. Eigentlich sollte sie alle vier Jahre stattfinden. Doch aufgrund der politischen Ereignisse kam es nicht mehr dazu, bis 1986 mit den Destroyer Open dieser Faden wieder aufgenommen wurde. 2001 wechselte das Turnier von der Zerstörerflottille zum Marineamt und heißt seitdem Navy Open. Gleichzeitig erhielt es den Status einer offiziellen Marine Golfmeisterschaft unter der Schirmherrschaft des InspM, der dafür auch einen ständigen Wanderpokal stiftete.
Die Marine Golfmeisterschaften - Navy Open werden seit jeher über zwei Runden zu je 18 Löchern ausgetragen. Teilnahmeberechtigt sind neben aktiven und ehemaligen männlichen und weiblichen Marineangehörigen auch aktive und ehemalige Angehörige der anderen Teilstreitkräfte und der Bundeswehrverwaltung sowie Angehörige befreundeter Streitkräfte. Es ist ein nicht vorgabewirksames Turnier mit einer Brutto- und Nettowertung nach Stableford. Der Marine Golfmeister und Gewinner des Wanderpokals wird durch die Bruttowertung ermittelt, wobei der Titel nur an aktive Angehörige der Bundeswehr vergeben werden kann. Obwohl unter den durchschnittlich 50 bis 60 Teilnehmern jedes Mal auch ein großer Anteil von Golfern aus Heer und Luftwaffe vertreten waren, blieb der Pokal in der 20-jährigen Geschichte mit zwei Ausnahmen bisher stets in Marinehand. Den größten Anteil an dieser Tatsache hatte dabei der Kptlt Manfred Gerlach (Vorg. 3,4) von der MVS List/Sylt, der seit 1991 den Meistertitel bis dahin alleine 12 mal gewinnen konnte.
An der diesjährigen 5. Marine Golfmeisterschaft - Navy Open 2006 am 4. und 5. Juli 2006 in Wilhelmshaven, die aus Anlaß des Doppeljubiläums unter dem Motto: "50 Jahre Marine - 20 Jahre Golf in der Marine" stand, gingen 57 Teilnehmer an den Start, darunter wieder einmal Heidi Matzke (9,5) von einer Fm-Einheit auf Sylt als einzige Frau. Trotz der ungewohnten hohen Temperaturen über aufgeheizten Fairways, die eher an Verhältnisse am Horn von Afrika denn an Norddeutschland erinnerten, wurden insgesamt sehr gute Netto-Ergebnisse mit zum Teil signifikanten Unterspielungen vor allem in der Klasse C (26 - 36) erzielt. Spitzenreiter war hier OBtsm Jens Krause (34,5) von der MOS Bremerhaven, der auf seine 45 Punkte aus der ersten Runde in der zweiten Runde nochmals 50 Punkte drauflegen konnte. Gute Resultate erspielte auch OTL Chatupa (32,0) vom Kdo SES/ Leer mit einer 38-er und einer 42-er Runde. Beim Kampf um den Meistertitel behielt Kptlt Gerlach trotz starker Konkurrenz u.a. durch Kptlt Horst Petry (10,9) VBK 20/Bremen wie immer gute Nerven und konnte am Ende Pokal und Titel nun zum 13. aber auch zum letzten Mal in Empfang nehmen. Da er noch in diesem Jahr pensioniert wird, scheidet er künftig zwangsläufig aus dem Rennen aus.
FKpt a.D. Hans-Jürgen Heise
Bei der Siegerehrung konnte KzS Boedecker, Kommandeur des 2. Fregattengeschwaders, folgende Teilnehmer im Auftrage des InspM auszeichnen: | |
Netto: 1. FKpt a.D. von Stünzner-Karbe (71) Klasse B (19 -25) 1. Kptlt M. Pahlen (78) Klasse C (26 - 36) 1. OBtsm J. Krause (95) Klasse D (37 - 45) 1. Hptm Dr. S. Schäfer (79) |
2. OBtsm d.R. R. Kundt (70) 2. FKpt C. Eschmann (77) 2. OTL E. Chatupa (80) 2. Kptlt T. Brand-Saßen (67) |
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