In Metz (Frankreich) fanden vom 25.05.06 - 27.05.06 die Europameisterschaften im Trampolinturnen statt. Der Weg dorthin war insbesonders für die Herren unglaublich schwierig, da sich acht Athleten um vier Plätze und den Ersatzmann stritten.
Sieben Sportler aus diesem Kreis leisten ihren Dienst in einer Sportfördergruppe der Bundeswehr (drei in Mainz vier in Stuttgart). Im Trampolinsport zeigt sich wieder ganz klar wie wichtig die Bundeswehr als Deutschlands größter und wichtigster Sportförderer ist.
Bundestrainer Michael Kuhn setzte drei Qualifikationswettkämpfe an, um sein Team zu nominieren. Erst am dritten Wettkampf stand das Männerteam fest, und es zeugt von der starken Ausgeglichenheit im Deutschen Team, dass den Drittplatzierten vom Sechstplatzierten nicht mal zwei Punkte trennten.
Für das Männerteam der Europameisterschaften qualifizierten sich: 1. Uffz Götz Adam (SportFGrp Stuttgart) 2. Henrik Stehlik 3. StUffz Kubicka Markus (SportFGrp Mainz) 4. Stuffz Luxon Dennis (SportFGrp Stuttgart) Ersatzmann StUffz Kubicka Michael (Sport FGrp Mainz). Im Synchron turnten Henrik Stehlik zusammen mit StUffz Luxon. Die Vorbereitungen auf die Europameisterschaften gestalteten sich in diesem Jahr sehr schwierig. Uffz Götz kämpft aufgrund eines Augenleidens immer wieder um seine Weiteverpflichtung, StUffz Luxon litt wenige Wochen und vor der EM an den Folgen eines Nierensteins, der schließlich entfernt werden musste und StUffz Kubicka Markus fiel aufgrund eines Bandscheibenvorfalls gänzlich für die EM aus. Wie würde man diesen Verlust bei der EM wegstecken können?
In Frankreich angekommen fanden wir Spitzenbedingungen vor, jedoch mussten wir feststellen, dass es mit dem Essen wie Gott in Frankreich nicht weit her war. Freitags waren nun die Einzelvorkämpfe, die gleichzeitig in die Qualifikation für das Mannschaftsfinale einflossen. Als erster für die Deutsche Mannschaft ging StUffz Luxon an den Start. Er zeigte eine sehr solide Leistung, die von den Kampfrichtern zu streng bewertet wurde. Allerdings kam er auf den neunten Platz, womit er sehr zufrieden war. Nach ihm folgte nun ich, denn ich musste als Ersatzmann meinen Bruder ersetzen, was mich sehr nervös machte. Zur Überraschung aller erfüllte ich meinen Job so gut, dass ich mich auf den vorläufigen fünften Rang turnte. Nach meinem schweren und komplizierten Fußbruch von 2003 haben mir das nicht viele zugetraut. Nach mir folgte Henrik Stehlik, der schon seit Jahren seine absolute Weltklasse immer wieder bestätigt. Mit einer brillanten Pflicht und einer starken Kür setzte er sich auf den zweiten Platz im Vorkampf. Mit diesen drei Ergebnissen waren wir schon an erster Stelle liegend für das Finale qualifiziert und Uffz Götz konnte frei aufturnen. Uffz Götz war mit Ambitionen auf das Siegerpodest angereist und war mit der drittbesten Pflicht in einer guten Ausgangsposition. Leider landete Uffz Götz nach dem dritten von zehn Übungsteilen auf der Trampolinabdeckung und hatte keine Chance mehr seine Ziele zu erreichen.
Einige Stunden später fand nun das Mannschaftsfinale statt. Bundestrainer Kuhn hatte nun die Qual der Wahl. Das Mannschaftsfinale, in dem alle drei erturnten Werte für das Gesamtergebnis zählen, turnten Luxon, Stehlik und Götz, während ich eine Pause erhielt, um mich auf das Finale am nächsten Tag zu konzentrieren.
Uffz Luxon eröffnete wieder den Wettkampf für das Deutsche Team. Nach einer sehr clever umgebauten Übung erreichte er den besten Wert des ersten Kürdurchgangs. Anschließend musste Henrik Stehlik eine Weltklasseübung der Franzosen, unsere stärksten Widersacher, kontern. Dies gelang ihm auch, allerdings kamen die Franzosen auf den minimalen Abstand von einem Zehntel an uns heran. Es kam also auf die letzten Wettkämpfer beider Mannschaften an. Der Franzose legte vor und turnte eine von Kampf geprägte Kür, um auf jeden Fall zehn Übungsteile und damit eine komplette Kür zu turnen. Damit hatte Frankreich schon Silber sicher. Nun kam Uffz Götz an die Reihe, der vom Trainer nominiert wurde, weil wir seine starke Performance (Götz gewann die EM-Quali und mehre Worldcups) zum Gewinn des Mannschaftstitels unbedingt brauchten. Doch wie hatte er sein Ausscheiden wenige Stunden zuvor im Vorkampf verkraftet; und vor allem: Würde er diesmal seine Nerven im Zaum haben?
Die komplette Delegation und hunderte deutsche Fans zählten jeden von Götz' Sprüngen mit und am Ende der Übung, die die Beste des Mannschaftsfinals sein sollte, hat Deutschland seinen Titel verteidigt! Für StUffz Luxon und mich war dies der erste kontinentale Titel, was uns für unsere Finalteilnahmen doch eine gewisse Ruhe brachte. Im Synchronfinale wollte StUffz Luxon zu viel und setzte seinen Standsprung auf die Matte, was natürlich für Punktabzug sorgte. Doch die Qualität der Übung war so groß, dass es noch immer für die Bronzemedaille reichte; Glück im Unglück.
Dann folgte das Einzelfinale. Vor mir hat sich kein Wettkämpfer eine Blöße gegeben, was doch für etwas Unbehagen bei mir sorgte. Doch der Trainer fand genau die richtigen Worte, und ich turnte eine Übung, deren Güte nicht nur mich, sondern auch noch alle anderen Sportler und Trainer überraschte. Leider haben dies die Kampfrichter anders gesehen, was mich schon sehr enttäuschte, und ich "nur" vierter wurde. Der Mannschaftstitel half mir darüber aber locker hinweg, so dass ich ein sehr gutes Fazit ziehen konnte. Henrik Stehlik turnte an zwei liegend nach mir und ich drückte ihm beide Daumen, dass zumindest er noch eine Medaille erturnen würde, wie er es schon oft getan hat. Doch leider war dies nicht sein Tag und er musste schon zu Beginn seiner Übung kämpfen und kam nicht mehr zurück in die Übung. Stehlik kam dadurch auf den für ihn etwas enttäuschenden sechsten Platz.
Aber mit drei Athleten unter Europas top ten und mit drei weiteren Weltklassesportlern auf der "Bank" nehmen wir bei den nächsten Weltmeisterschaften und Olympiaqualifikation 2007 in Kanada wieder das Podium und zwei maximale Olympiastartplätze ins Visier.
StUffz Kubicka, Michael


