Bundeswehr-Sport-Magazin

Das Ziel des Anil Sezen

Datum: Mittwoch, 04. Januar 2012
Thema: Wassersport


Sportsoldat gewinnt als Mitglied der DLRG-Nationalmannschaft beim Deutschlandpokal im Rettungsschwimmen. Anil Sezen ist müde: Die Wettkampftage beim Internationalen Deutschlandpokal waren in diesem Jahr ganz besonders lang und anstrengend. Und dann noch die Party nach der Siegerehrung – auf der der 19-jährige Sportsoldat aus Schwerte einiges zu feiern hatte.


Dennoch hat er sich am Sonntagmorgen wieder aus den Federn gequält, um sich von den anderen Rettungssportlern zu verabschieden und seine Aufgaben für die Organisation des Wettkampfes in der Sportschule der Bundeswehr zu erledigen.

 

Die Sportschule ist zurzeit sein zweites Zuhause. Zusammen mit drei anderen Athleten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft trainiert er hier unter Anleitung von DLRG-Bundestrainerin Susanne Ehling von Montag bis Freitag auf sein großes Ziel – die Teilnahme an der Weltmeisterschaft Rescue2012 in Australien als Mitglied der deutschen Rettungssport-Nationalmannschaft. „Dafür muss ich mich im nächsten September bei der Qualifikation hier in Warendorf ins Team schwimmen“, berichtet Sezen. Die Chancen stehen nicht schlecht, schließlich hat er es in diesem Jahr schon mal in die Nationalmannschaft für den Deutschlandpokal geschafft und bei diesem renommierten Wettkampf im Vergleich mit Australiern, Italienern und Niederländern keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Ganz im Gegenteil: Als Siebter der Individualwertung wurde er nach den beiden erfahrenen Brüdern Christian und Christoph Ertel (Platz 3 und 5) der drittbeste Athlet des fünfköpfigen Herrenteams und hatte mit der 4x50m Hindernisstaffel, der 4x25m Puppenstaffel und der 4x50m Gurtretterstaffel gleich dreimal eine Silbermedaille gewonnen. Über 100m Retten mit Flossen und Gurtretter war sogar ein Platz auf dem Siegerpodest drin. Die Bronzemedaille hinter zwei Italienern entschädigte für so manche Quälerei im Training.  

Denn auch wenn er von den Trainingsbedingungen in der Sportschule „absolut begeistert ist“, Schwimmbad uns Sportanlagen perfekt sind, so wird das Pensum davon doch nicht leichter. „Wir sind täglich zwei oder vier Stunden im Wasser und schwimmen. Danach steht außerhalb vom Wasser eine Stunde Training an Land auf dem Programm“, berichtet Sezen, der zwar bereits mehrfacher Junioren-Europameister ist, sich vor seinem späteren Studium in Mathematik oder Physik aber zunächst weitere sportliche Ziele vorgenommen hat.





Der Deutschlandpokal im Rettungsschwimmen kam ihm dabei gerade recht, schließlich ist der Wettkampf im November neben den Welt- und Europameisterschaften eine der wenigen Gelegenheiten, um sich mit den weltbesten Rettungsportlern zu messen. Elf Nationen – dazu noch die besten Schwimmer der DLRG-Landesverbände – traten am 25. und 26.11. in insgesamt sechs Einzel- und vier Staffeldisziplinen gegeneinander an.

Das deutsche Team musste sich als Titelverteidiger gehörig anstrengen, denn die Athleten von Europameister Italien hatten ihre EM-Form aus dem September gut konserviert und die Australier, Neuseeländer und Niederländer zeigten ebenfalls beeindruckende Leistungen. Besonders in den Einzeldisziplinen dominierten ganz vorne andere Athleten, beispielsweise die Australierin Miranda Bell, die in der letzten Disziplin 200m Super Lifesaver nach 2:26,46 anschlug und damit ihren eigenen Weltrekord um über eine Sekunde verbesserte.

Das deutsche Team musste sich hier am Ende mit zwei Goldmedaillen von Aline Hundt zufrieden geben – die übrigens ebenso wie die beiden Ertels auch schon an der Sportschule stationiert gewesen ist. Dafür punkteten alle DLRG-Schwimmerinnen und Schwimmer zuverlässig in den vorderen Rängen und die „Staffeln waren eine Bank“, wie DLRG-Teammanager Dr. Lothar Thorwesten formulierte. Dank dieser guten Mannschaftsleistung konnte sich Anil Sezen dann bei der Siegerehrung seinen ersten sportlichen Traum erfüllen und den Deutschlandpokal in die Höhe stemmen – mit rund 1000 Punkten Vorsprung hatte die DLRG-Auswahl den Titel wieder einmal verteidigt.
 
Text: www.dlrg.de
Fotos: DLRG, M. Siepmann, DLRG, Dr. L. Thorwesten





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