AIDA Apnoe Tiefenweltmeisterschaft 2019

Die AIDA Apnoe Tiefenweltmeisterschaft findet dieses Jahr vom 02. bis 15. September in Villefranche sur Mer bei Nizza (FR) statt. Es werden die Weltspitzensportler vieler Nationen zusammenkommen, und individuell in drei Disziplinen starten:

  1. Free Immersion (Ziehen am Seil)
  2. Constant Weight (Monoflosse)
  3. Constant No Fins (Schwimmen)

Am Tag vor dem jeweiligen Wettkampf announcieren die Sportler die Tiefe, die sie im Wettkampf erreichen wollen. Die Taucher müssen aus der Tiefe mit einer Marke (engl.„tag“) zurückkommen und beim Auftauchen ein sauberes Oberflächenprotokoll abliefern, das heißt, in einer bestimmten Zeit und Reihenfolge alles Equipment aus dem Gesicht entfernen, das OK-Zeichen geben und laut und deutlich „I’m ok“ sagen. Erst dann erhalten sie eine „weiße Karte“.

Aus jedem Land dürfen jeweils pro Gender die drei besten Athleten als Teil des Nationalteams starten. Zur Qualifikation ins Nationalteam werden die Tauchgänge des vergangenen Jahres herangezogen.

Diese Weltmeisterschaft ist für die Teilnehmerin Grit Bünker-Wohlfarth nicht nur ein sportliches Ereignis, sondern auch ein Forum, um für die Belange der deutschen Soldatinnen und Soldaten und deren Familien sowie Angehörigen zu sensibilisieren. Sie arbeitet bei der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS), einem Verein, der mit seinen Teams die Bundeswehr in Betreuungs- und Fürsorgeaufgaben unterstützt.

Interview mit Frau Bünker-Wohlfarth und dem Bundeswehr Sport-Magazin, vermittelt durch die KAS.

Wie kamst Du zum Freitauchen?

Meine Unterwasser-Karriere habe ich vor vielen Jahren als Gerätetaucher  begonnen. Irgendwann in Thailand wurde mir dies zu langweilig und ein befreundeter Tauchlehrer schickte mich zu einem Schnupper-Apnoe-Tauchkurs bei der Tauchschule „Apnea Total“. Damit begann meine Apnoe-Sucht. Sie packte mich so sehr, dass ich unbedingt „professioneller“ unter Wasser sein wollte und nach langer Überlegung meinen Job in Deutschland kündigte, um für vier Jahre in den Sinai nach Dahab zu gehen und dort meinen Sport auszuüben.

Was gefällt Dir besonders am Freitauchen und was sind Deine Lieblingsdisziplinen?

Ich habe Wasser schon immer geliebt. Freitauchen ist für mich ein zu 80 Prozent mentaler Sport. Mit jedem Tauchgang lerne ich etwas Neues über mich selbst. Es ist nach wie vor eine Herausforderung, bei jedem Tauchgang die Gedanken auszuschalten, nur die im Bewegungsablauf beanspruchten Muskeln zu aktivieren und die komplette Entspannung zu genießen. Das Gefühl während des freien Falls, die zunehmende Geschwindigkeit, die Bewegung des Wassers, die sich ausbreitende Stille – dies sind die Momente, die ich am meisten liebe.

FIM (Free Immersion, d.h. Runter-und Hochziehen am Seil) ist für mich die schönste Wettkampf-Disziplin, da ich mich dabei durch die Langsamkeit des Tauchgangs am besten entspannen und den Tauchgang genießen kann. Unabhängig davon liebe ich VWT-Tauchgänge (Variable Weight, d.h. mit einem Gewicht runtertauchen, aus eigener Kraft und ohne Gewicht wieder zurück zur Oberfläche).

Wer ist Dein sportliches Idol?

Generell ist Michael Phelps mein größtes sportliches Idol; im Apnoe Sport ist es jedoch unumstritten Natalija Molchanova. Ich erinnere mich, als ich vor mehreren Jahren nachmittags mit ihr beim Umziehen am Blue Hole/ Dahab stand und sie sagte: „Gritti, small pieces are not enough – you need the whole system.“ Das sind für mich immer noch die entscheidenden Worte und für mein Training der wichtigste Tipp.

An welchen Orten hast Du bisher trainiert?

Hauptsächlich habe ich bisher im Sinai in Dahab, im Blue Hole trainiert. Ich bin dankbar für vier Jahre (fast) Vollzeittraining in Dahab.

Weshalb hast Du dich entschieden, an Wettkämpfen teilzunehmen?

Auch wenn man den Tauchgang letztendlich alleine macht, ist Freitauchen dennoch ein Team- Sport. Ohne meine Trainingspartner, Coaches, Freunde und ohne die Unterstützung meiner Familie wäre mir kein einziger Tauchgang möglich gewesen.

Durch meinen früheren Job mit delinquenten Jugendlichen und Jugendlichen aus familiär schwierigen Verhältnissen bin ich mit viel Hoffnungslosigkeit und Selbstzweifeln dieser Personengruppe in Berührung gekommen. Mit meinem „Ausstieg“ aus dem Leben in Deutschland für vier Jahre und der Teilnahme an Wettkämpfen habe ich mir meinen ganz persönlichen Lebenstraum erfüllt. Ich wollte damit für all „meine“ Jugendlichen ein Zeichen setzen, dass – Gesundheit vorausgesetzt – kein Traum zu groß, kein Ziel zu weit ist. Auch spielt das Alter bei der Verwirklichung deiner ganz persönlichen Vision keine Rolle, wenn man an seinen Traum glaubt, harte Arbeit in Kauf nimmt und die Hilfe anderer erbittet und annimmt. Ich wollte nicht nur mit Worten, sondern mit Taten als Beispiel vorangehen, um all jenen Jugendlichen Hoffnung zu geben, die momentan kein Licht sehen.

Was waren Deine größten sportlichen Erfolge?

Der größte Erfolg in meiner Freitauch-Karriere waren drei weiße Karten in meinem  ersten Wettkampf im Blue Hole im Rahmen des RedCCups. Und natürlich war ich sehr stolz, dass ich mich damit auf Rang 3 der deutschen Damen katapultiert hatte und somit an den Weltmeisterschaft in Roatan/ Honduras 2017 teilnehmen durfte.

Was hast du Dir für diese Weltmeisterschaft 2019 vorgenommen? Welche Botschaft soll von dieser Meisterschaft oder von der KAS an unsere Soldatinnen und Soldaten übermittelt werden?

Seit 2018 arbeite ich im Geschäftsbereich „Familien- und Bildungsarbeit“ der KAS. Dort betreut unser Team mit innovativen Seminar- und Freizeitangeboten Soldatinnen und Soldaten, deren Familien und Angehörigen. Hierbei ist mir aufgefallen, dass es prinzipiell kaum Angebote gibt, die speziell Jugendliche aus Bundeswehrfamilien ansprechen. Gerade diese Zielgruppe sieht sich im Alltag vor besondere Herausforderungen gestellt, vor allem in Zeiten, in denen sich ein Elternteil im Auslandseinsatz befindet oder auch dann, wenn aufgrund verschiedener Wohnorte ein Elternteil nur am Wochenende zu Hause ist. Ein weiteres Thema und mir ein zentrales Anliegen ist die Stärkung der Akzeptanz solcher Bundeswehrfamilien und ihrer Lebenssituation in unserer (Zivil-) Gesellschaft.

In der WM 2019 möchte ich natürlich persönliche Bestleistungen erreichen; das Hauptaugenmerk liegt für mich jedoch darin, zu zeigen, dass ich stolz darauf bin, für Deutschland mit dem Logo der KAS zu starten.
Damit verbindet sich für mich die einmalige Chance dafür zu sensibilisieren, was unsere Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzländern, in Deutschland und in den Familien Daheim leisten. Für alle Jugendlichen aus Bundeswehrfamilien möchte ich eines sagen: Manchmal möchte ich auch alles hinschmeißen, wenn Vollzeitjob, begrenzte Trainingsmöglichkeiten und die alltäglichen Dinge des Lebens zu viel werden und alles nur grau erscheint. Aber genau dann fokussiere ich wieder mein Ziel, hol mir den berühmten „Tritt in den Hintern“ vom Chef oder von Freunden und weiter geht es! Ohne die Unterstützung der KAS (mental und materiell) wäre mir die diesjährige Teilnahme an der WM nicht möglich gewesen. Danke an diesen großartigen Verein!

Ich bin sehr stolz, dieses Jahr das KAS-Logo auf Anzug und Flossen zu tragen. Es symbolisiert: Die KAS ist für die Soldaten und deren Familien da!

Einladung zur Meisterschaft und zur Kontaktaufnahme mit der KAS

Wer sich die AIDA-Weltmeisterschaft aus direkter Nähe ansehen möchte, ist herzlich zum Besuch vor Ort eingeladen.

Infos zur KAS und zur AIDA-Meisterschaft erhaltet Ihr von Grit persönlich unter: familienteam@kas-soldatenbetreuung.de

Wir freuen uns über Eure Mitteilungen rund um die KAS und die AIDA-Weltmeisterschaft!

Über die KAS 

Die KAS ist eine katholische Betreuungsorganisation und unterstützt die Bundeswehr in Betreuungs- und Fürsorgeaufgaben. Zu unseren Unterstützungsleistungen zählen eine Vielzahl  von Familien-, Freizeit- und Bildungsangeboten sowie -veranstaltungen. All diese Maßnahmen dienen dazu, den besonderen Herausforderungen des Soldatenlebens einen Ausgleich zu bieten. Dazu tragen u.a. im Inland unsere Soldatenheime sowie in den Einsatzgebieten der Bundeswehr die OASEN (ARGE EAS/KAS) bei. Im Einzelfall bieten wir in Notfällen unbürokratische Hilfe, z.B. wenn in besonderen Familiensituationen kurzfristig Familiencoaching oder ein Einzelcoaching erforderlich erscheinen.

Die Familienarbeit der KAS:

  • ist für Bundeswehrfamilien aller Konfessionen da,
  • stärkt familiäre Beziehungen durch bedarfsgerechte Unterstützungs- und Beratungsangebote,
  • bietet ein Netz der Unterstützung in schwierigen Situationen – im Alltag oder während des Auslandseinsatzes.

Die unterschiedlichen Angebote des Bereiches Familie der KAS werden bedarfsorientiert entwickelt und der Militärseelsorge, der Truppe und den Familien unbürokratisch zur Verfügung gestellt, z.B. KAS-Familienseminarwochen für einsatzbelastete Familien, Mutter-Kind-Kuren  für  zivile Soldatenfrauen und Soldatinnen, Familiencoachings, Familienaktionen, Kinderveranstaltungen.

www.kas-soldatenbetreuung.de

Text und Fotos: KAS

 

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