Erster Wettkampf nach langer Zeit – „Italienische Meisterschaften“ in Warendorf

Seit dem Internationalen Deutschlandpokal im November 2019 in der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf fand hierzulande im Rettungssport 15 Monate lang kein Wettkampf mehr nach internationalem Regelwerk statt. Doch die lange Zeit der Entbehrung nähert sich allmählich dem Ende – wenn auch in verhaltenen Schritten. Den Anfang machten Ende Februar die „Italienischen Meisterschaften“ – wieder in Warendorf.

Bevor der Wettkampf begann, wurden alle Teilnehmer noch einmal auf COVID19 getestet, hier wartet Fabian Thorwesten.

Italienische Rettungsschwimmer waren jedoch nicht am Start. Bei der Veranstaltung handelte es sich um eine Kaderqualifikation für die World Games 2022, an der zwölf Athletinnen und Athleten des Bundeskaders der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) teilnahmen. Da die offenen nationalen Meisterschaften in Italien ausfielen, hatten die Verantwortlichen im DLRG Rettungssport kurzerhand für Ersatz zu dem Termin gesorgt und sich den Titel dafür geliehen.

„Seit dem Deutschlandpokal 2019 ist viel Zeit vergangen, dennoch hat alles super funktioniert“, zeigte sich DLRG Sportdirektor Kai Schirmer zufrieden. Gemeinsam mit Medizinern hatten die Organisatoren im Vorfeld ein Hygienekonzept ausgearbeitet. Sportler, Kampfrichter und weitere Beteiligte durften nur anreisen, wenn sie einen negativen Corona-Test nachweisen konnten, der nicht älter als 48 Stunden sein durfte. Die direkte Anreise mit dem eigenen Pkw wurde nahegelegt, die Unterbringung in Einzelzimmern gewährleistet. Außerhalb der Zimmer war grundsätzlich FFP2-Maske zu tragen, Zusammentreffen in geschlossenen Räumen waren grundsätzlich untersagt. Hinzu kamen weitere Regeln und Einschränkungen gegenüber Wettkämpfen aus der Vor-Corona-Zeit. Davon abschrecken ließ sich jedoch niemand. So sind den Katerathleten die eigenen sportlichen Ziele Motivation genug, auf etwa das übliche Miteinander zu verzichten. „Auch die Kampfrichter waren alle bereit zu kommen. Wir mussten keinen überreden und sie waren wieder mit Spaß bei der Sache, der sie so gern nachgehen“, sagte Schirmer.

Neuer Junioren Weltrekord

Ehe der Wettkampf in der Schwimmhalle der Georg-Leber-Kaserne starten konnte, wurden alle Akteure nochmals zum Schnelltest gebeten. Hierfür hatte sich der hiesige Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes bereit erklärt, zu helfen. Schirmer: „Die organisationsübergreifende Zusammenarbeit, die unkomplizierte kameradschaftliche Hilfe war wirklich toll.“ Nachdem erneut alle ein negatives Testergebnis ausgehändigt bekamen, konnte es endlich losgehen. Auf dem Programm standen die drei Staffel- und fünf Einzeldisziplinen die auch Bestandteil der World Games Wettbewerbe 2022 in Birmingham (USA) sein werden. Den sportlichen Glanzpunkt setzte Nina Holt, die über 50 Meter Retten einer Puppe, mit ihrer Zeit von 34,04 Sekunden einen neuen Junioren Weltrekord aufstellte. Die vormalige Bestzeit war noch kurz vor der Pandemie bei den Militärweltmeisterschaften 2019 im chinesischen Wuhan aufgestellt worden. Auch World Games Sieger Danny Wieck wusste auf seiner Strecke zu überzeugen, er absolvierte die 50 Meter in starken 28,29 Sekunden.

Den sportlichen Glanzpunkt setzte Nina Holt mit einem neuen Junioren Weltrekord.

Die größte Herausforderung für Bundestrainerin Elena Prelle und den Sportdirektor sei es gewesen, die Staffeln für den Qualifikationswettbewerb gut aufzustellen. Doch das schien dem Duo gelungen: Die Gurtretterstaffel der Frauen unterbot mit 1:39,44 Minuten den seit 2016 bestehenden Deutschen Rekord von 1:40,66 Minuten deutlich. Die Männer waren in der Puppenstaffel mit 1:04,39 Minuten nicht weit weg vom Weltrekord (1:04,04 Minuten). Schirmer: „Die gezeigten Leistungen lassen uns entspannter in den weiteren Saisonverlauf schauen. Wir haben sehr gute erste Ergebnisse und können noch an der ein oder anderen Schraube drehen.“

Trotz erschwerter Trainingsbedingungen gelang den Frauen in der Staffel ein neuer Deutscher Rekord.

World Games im Visier

Mit den „Italienischen Meisterschaften“ in Warendorf hat die DLRG als erster Verband offizielle Ergebnisse für die World Games Qualifikation bei der International Lifesaving Federation eingebracht. Für die oft als Olympische Spiele der nicht-olympischen Sportarten bezeichnete Sportveranstaltung, die alle vier Jahre stattfindet, hat der Qualifikationszeitraum am 1. Januar begonnen. Bis 30. November dieses Jahres können noch Zeiten gemeldet werden. Anders als in der Vergangenheit qualifizieren sich keine Nationen mehr, sondern die schnellsten Einzelsportler und Teams je Disziplin. Ende März wird der Bundesverband einen weiteren Qualifikationswettkampf in Warendorf durchführen. An den „Französischen Meisterschaften“ sollen dann mehr Athleten teilnehmen können. Ein weiterer Schritt zurück in die Normalität.

Text: DLRG/Martin Holzhause

Fotos: DLRG/Steph Dittschar

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