Die Kugel, die aus der Kälte kam – Biathlonmunition aus Schönebeck

Leider blieben die Zuschauertribünen im Biathlonstadion auf der alpinen Hochebene Pokljuka in Slowenien während der Biathlon Weltmeisterschaft im Februar diesen Jahres unbesetzt. Die Corona Pandemie zwang die Veranstalter, den Zuschauern und Touristen die direkte Teilnahme zu untersagen.

Den Biathleten, den Trainern, den Mannschaftsbetreuern, den Journalisten sowie dem Servicepersonal wurden durch das Organisationskomitee und die IBU, Corona bedingt, viele Einschränkungen auferlegt. Es wurden täglich Corona Tests durchgeführt, die sich letztendlich auf eine Zahl von mehr als tausend summierten.

Trotz aller Einschränkungen war die Biathlon WM in Pokljuka 2021 für den Biathlonsport ein voller Erfolgt. Die Biathleten und die Mannschaften konnten Ihre Erfolge in den Einzel- und Mannschaftswettbewerben feiern. Der Medaillensegen verteilte sich auch in diesem Jahr auf Nationen, die für Ihre Erfolge im Biathlonsport bereits bekannt sind.

Ein Wehmutstropfen bleibt allerdings für das deutsche Team. Mit 2 Silbermedaillen, in der Frauenstaffel und im 20 km Einzelrennen der Herren, konnte in der Nationenwertung der 6. Platz belegt werden. Der Konkurrenzdruck war enorm und das Leistungsvermögen der Top Athleten liegt so eng zusammen, das heute der geringste Fehler über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Biathlon WM 2021/ Medaillenspiegel
Gold Silber Bronze
1. Norwegen 7 3 4
2. Frankreich 2 2 3
3. Schweden 1 3 2
4. Österreich 1 2 0
5. Tschechien 1 0 0
6. Deutschland 0 2 0
7. Ukraine 0 0 1

Die Geheimnisse des sportlichen Erfolges

Diese liegen beim Biathlonsport in zwei Komponenten versteckt. Zum einen müssen die Biathleten eine enorme physische Leistung beim Laufen erbringen und zum anderen sich nach einer anstrengenden Laufphase voll auf einen ruhigen Schuss auf die Biathlonscheiben konzentrieren. Das erfordert eine enorme Selbstbeherrschung und Kontrolle über ihren Körper.

Um sich völlig auf sich selbst konzentrieren zu können, müssen die Athleten davon ausgehen können, dass das Ihnen zur Verfügung stehende Material 100%-ig funktioniert. Das betrifft sowohl die Skiausrüstung als auch die Schießausrüstung. Ein ausschlaggebender Punkt beim Skirennen ist der richtige Wachs für die jeweiligen Schneeverhältnisse. Beim Schießen bedingt jeder Fehlschuss gleichzeitig einen Zeitverlust, der durch den nachfolgenden Lauf aufgeholt werden muss.

Aus Sicht des Schießens ist es notwendig, dass jeder Schuss im Ziel sitzt. Aus diesen Grunde muss das Gewehr und die verwendete Munition aufeinander abgestimmt sein, um sowohl bei wärmeren als auch bei kalten Temperaturen die gleichen Schussleistungen zu erbringen. Wenn der Biathlet dann noch die erforderliche mentale Stärke zeigt, sollte der Schuss auf jeden Fall ein Treffer sein und der Wettkampf für ihn weitergehen.

Munitionsauswahl und Abstimmung

Es zeigt sich immer wieder, dass Medaillenerfolge im Schießsport (hier beim Biathlonschießen) nur errungen werden können, wenn im Vorfeld die Munition bei einem Hersteller auf die Waffe abgestimmt, getestet und ausgesucht wird. Die Munitionshersteller bieten einen Anschuss Service an, durch den das richtige Munitionslos für die jeweilige Waffe unter verschiedenen Temperaturbedingungen ausgesucht wird. Hierbei kristallisieren sich bestimmte Munitionslose heraus, die sowohl unter warmen als auch bei sehr kalten äußeren Bedingungen beste Ergebnisse garantieren.

Die Statistik der Biathlonweltmeisterschaft zeigt, dass 95% aller Biathleten die „Polar Biathlon“ Munition von Lapua benutzen. 5 % der Biathleten verwendeten Munition des italienischen Herstellers Fiocchi.

Im Endergebnis ist festzustellen, dass 100% aller Medaillen während der Biathlon-Weltmeisterschaft in Pokljuka mit der Polar Biathlon von Lapua errungen wurden. Diese Munition hat sich bei Munitionstests der Biathleten als die zuverlässigste und präziseste Patrone für den Wintersport erwiesen, was sich auch im Medaillengewinn widerspiegelt.

Die Biathlonsaison 2020/2021 geht mit dem Weltcupfinale in Oslo dem Ende entgegen. Zu hoffen bleibt, dass in der nächsten Saison die Zuschauertribünen wieder voll besetzt sind und die Biathlonfans wieder von Weltcup zu Weltcup ziehen können, um ihre Sportler anzufeuern.

Zu Gast beim Weltmarktführer für .22 LR Biathlonmunition

Im sachsen-anhaltischen Schönebeck an der Elbe, 15 km südlich der Stadt Magdeburg, fertigt die Nammo Schönebeck GmbH seit 192 Jahren Munition. 1829 gegründet durch die französischen Kaufleute Pierre Daniel Louis Sellier und Jean Maria Nicolas Bellot zählt die Nammo Schönebeck GmbH heute 87 Mitarbeiter und ist die älteste noch produzierende Munitionsfabrik Deutschlands.

Am Standort fertigen die Schönebecker Munitionsspezialisten Kleinkalibermunition für den Biathlonsport und die Olympischen Schießsportdisziplinen. Die Produktion einer solchen Patrone im Kaliber .22 long rifle gilt aufgrund Ihrer Größe und den kritischen ballistischen Eigenschaften als äußerst kompliziert.

Mit den Marken Lapua und SK zählt das Unternehmen zu den Weltmarktführern im Bereich der Kleinkaliberproduktion. Unzählige Medaillen und Weltrekorde konnten mit den Schönebecker Munitionsprodukten erzielt werden.

In Schönebeck beginnt bereits die Produktion für die kommende Saison. Während die Sportler über die Sommermonate die Zeit zum Training nutzen, werden in der Elbestadt weitere Tests zur Optimierung der Ausrüstung durchgeführt. In der werkseigenen Kältekammer können im Sommer Temperaturen bis zu -20 Grad Celsius simuliert werden. Optimale Testbedingungen zur Auswahl der zukünftigen Wettkampfmunition. Alle im Weltcup startenden Mannschaften nutzen diese Gelegenheit, um Ihre Biathlongewehre mit dem optimalen Munitionslos abzustimmen. Die Waffen werden hierzu fest eingespannt, um den Schützenfehler zu ignorieren. Im Anschluss erfolgt ein Test von verschiedenen Fertigungslosen auf die 50m entfernte, vollelektronische Scheibe unter verschiedenen Temperaturbedingungen. Erst wenn das Trefferbild bei -20 Grad und bei 10 abgefeuerten Schüssen unter 16 mm ist, sind die Schönebecker zufrieden und können dem Sportler versichern, dass er optimal auf die Saison vorbereitet ist.

Neben den Biathleten nutzen auch Sportschützen die Gelegenheit des individuellen Tests Ihrer eigenen Sportwaffen.

Text und Fotos: Nammo Schönebeck GmbH

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