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21. Militär-Weltmeisterschaft 2012

Filed in Allgemein, Taekwondo by on 11. Januar 2013 0 Comments • views: 76

Eine Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen für das Bundeswehrteam TaekwondoSergej-rot-VIE

Es haben sich 34 Länder, 34 Kampfrichter, 257 Athleten registriert. Das deutsche Bundeswehrteam, das von Mitgliedern der Sportfördergruppe Bw Sonthofen besetzt war, wurde von Dr. Mark Jeschonneck, der gleichzeitig als Team-Arzt fungierte, und Teamkapitän Marco Scheiterbauer, der auch mit coachte, geleitet. Als Coach waren Herrenbundestrainer Georg Streif und als Hilfstrainer Boris Winkler im Einsatz. Phillip Steinicke fungierte als Physiotherapeut und Dr. Kambiz Mohiyeddini und Yin Kun Baek waren als Kampfrichter im Einsatz. Das Herrenteam belegte alle acht Gewichtsklassen und die Damenmannschaft war ohne unsere Olympiadamen und einer Erkrankten mit drei Klassen belegt.Militär-Weltmeisterschaft-Team GER-2012

Nach einem langen Flug ist das Team in Ho Chi Minh – VIE freundlichst empfangen worden und wurde im Hotel Tan Sun Nhat gut untergebracht. Die Organisation war staatlich geführt, hatte viel Personal zur Verfügung und überzeugte in den meisten Bereichen. Rabia Gülec, die von der Grundausbildung nach Sonthofen angereist ist, musste aufgrund einer starken Mandelentzündung kurzfristig von der M-WM abgesagt werden.
Am zweiten Anreisetag wurden die Meetings und das mit Spannung erwartete Losen durchgeführt.Die Wettkämpfe dauerten vom Sonntag bis Mittwoch und hatten erstmalig in der CISM-Geschichte auch Formenlauf, das nicht in der Teamwertung eingerechnet wurde, integriert. Die sehr aufwendige Eröffnungsfeier war in der voll belegten Wettkampfhalle am Sonntagabend nach den Kämpfen, Poomsae- und Selbstverteidigungs-Wettbewerben.Sabrina-Silber-MWM-2012

Sonntag, den 21.10.12

Tayfun Yilmazer bis 58 Kilo, 5. Platz – Tayfun gewinnt seinen ersten Kampf gegen den Kasachen Serebrykov Avgeny 2 – 0. Danach gewinnt er in einem knappen Match gegen den Kämpfer aus Venezuela und verliert dann im Halbfinale gegen Kolumbien. Durch den modifizierten Austragungsmodus (doppeltes KO-System) wurde der dritte Platz unter den Athleten, die gegen den Poolsieger verloren haben, ausgekämpft. Hier verliert Tayfun in der Verlängerung gegen den Iraner, der einen Kopftreffer anbringen konnte. Somit 5. Platz für Tayfun.

Montag, 22.10.12

Sergej Kolb, -54Kg, GOLD – Sergej Kolb gewinnt seinen 1. Kampf gegen Amine Maaroufi aus Marokko mit viel Einsatz und Siegeswillen mit 8 (-1) zu 6 (-2). Seinen 2. Kampf gewinnt er klar überlegen und routiniert gegen Ghanie Ramadhan aus Indonesien durch vorzeitigen Abbruch beim Punktestand mit 13 – 1. Im dritten Kampf hat er es mit Zhai Yuhuan aus China zu tun. Hier wird es nach sehenswerten Kopftreffern auf beiden Seiten sehr knapp und er muss mit den Punktestand von 11-11 in die vierte Runde. Den „Golden Kick“ kann Sergej mit viel Konzentration setzen und zieht ins Finale gegen Bas Ali Shakeri aus dem Iran ein. Da Sergej gegen ihn sehr umstritten in Rio letztes Jahr bei den Militär-World-Games verloren hat, war diese Begegnung mit besonderer Spannung zu erwarten. Auch diesmal kann er einen entscheidenden Dytchagi anbringen und gewinnt mit 4 – 2 Punkten mit einem fulminanten Endspurt. Das bedeutete den ersehnten Titel für unseren Routinier.

Tomik Hayrapetian, -63 Kilo, SILBER – Tomik, der zum Kampfende 3,5 Minuspunkte hatte, gewinnt seinen schweren Auftaktkampf spannungsgeladen gegen Mosavi Dalimohamad aus dem Iran mit letzter Kraft mit 9:5 Punkten. Da der Iraner unbedingt den 4. Minuspunkt provozierte, war viel Taktik gefordert dies zu verhindern. Als sich eine gebrochene Hand nach der Begegnung bestätigte, war der weitere Turnierverlauf stark beeinträchtigt. Seinen zweiten Kampf gewann Tomik mit 9:7 Punkten gegen Mesfer Al Ajm aus Kuwait und zog dadurch ins Halbfinale ein. Gegen Williams Cortes aus Venezuela wird es ein sehr knapper Kampf, der in die vierte Runde geht. Dort kann unser Routinieur mit „gutem Auge“ den Siegestreffer setzen. Im Finale muss sich Tomik Zhang Guozhan aus China, trotz vollem Einsatz, beugen und gewinnt den Vize-Titel.

Sabrina Nölp, bis 53 Kilo, SILBER – Der Neuling unter den Sportsoldaten begann gleich mit „Vollgas“ und konnte gegen Lis Katsiarina aus Weißrussland eine Führung erlangen, die sie hart umkämpft bis zur Endrunde halten konnte. Im zweiten Kampf lief es dann besser und sie konnte mit andauerten Druck Wang Yun aus Vietnam klar mit 13:5 und schönen Kopftreffern besiegen. Durch ihren Druck konnte die mit Heimvorteil kämpfende Vietnamesin sich nicht entfalten. Im Finale wartete dann die übergroße Chinesin. Bei ihr kam Sabrina nicht durch und musste sich mit 1:7 geschlagen geben. Silber für unseren Neuling.

Dienstag, den 23.10.12

Konstantinos Konstantinidis bis 68 Kilo – Konstantinos (Kosta) gewinnt seinen Auftaktkampf gegen den Syrier mit 6:0 Punkten klar und erwartend überlegen, verliert jedoch seinen Kampf im Viertelfinale mit 0:4. Durch die Trostrunde bestand aber noch Hoffnung. Kosta, der sehr offensiv agierte, unterlag jedoch nach einem beherzten Kampf um die Bronzemedaille dem Iraner mit 1:8 Punkten.

Mokdad Ounis bis 74 Kilo – Mokdad gewinnt seinen Auftaktkampf nach einer schweren ersten Runde gegen den Lokalmatadoren aus Vietnam mit 5:4. Im folgenden Kampf unterliegt Mokdad, der nicht zu seiner Linie fand, seinem Chinesischen Kontrahenten vorzeitig mit 2:14.

Volker Wodzich über 87 Kilo – Volker Wodzich verliert seinen ersten Kampf gegen Syrien nach einem 5:5 Endstand in Runde 3 durch den „Sudden Death“ in Runde 4.
Katharina Weiss über 73 Kilo, BRONZE – Die erste Gegnerin von Katharina Weiss war aus Vietnam und hatte den gewohnten Heimvorteil. Katharina kann ihre vietnamesische Konkurrentin mit viel Druck aber klar mit 13:1 vorzeitig von der Matte fegen. Sie verlor jedoch ihren zweiten Kampf gegen Brasilien nach dem „Golden Kick“ in der 4. Runde. Im kleinen Finale (Kampf um Platz 3) besiegt Katharina ihre Gegnerin aus Marokko mit 6:1, sichert sich damit den dritten Platz und die Bronzemedaille.Katharinna-Weiss-Bronze-MWM-2012

Mittwoch, den 24.10.12

Folgende DTU Athleten waren am letz­ten Tag am Start: Tahir Gülec, Alberto Celestrin und Melda Akcan.
Tahir Gülec bis 80 Kilo, BRONZE – Tahir, der Youngster im Team, startete gut ins Turnier und besiegt seinen Gegner Andres Rivera aus Kolumbien mit sehenswerten Mehrfachtechniken un­ge­fährdet mit 9:5. Mit einem Sieg über den hart agierenden Armenier Leonid Harutyunyan zieht Tahir souverän durch schöne Kopftreffer mit 13:7 ins Halbfinale ein. Im Semifinale unterliegt er allerdings dem Iraner Soi Mohammad Emami mit 4:7 in einem sehr harten Match. In einem spannender Kampf um Platz 3 besiegt Tahir im Sudden Death mit dem „Golden Kick“ seinen chinesischen Gegner, der technisch sehr flexibel war, und gewinnt verdient und mit viel Einsatz die Bronzemedaille.

Alberto Celestrin bis 87 Kilo – Alberto unterliegt in seinem Auftaktkampf seinem Brasilianischen Kontrahenten, Douglas Correia Marcelino, bei dem er nicht zu seinem richtigen Timing fand, mit 2:6.

Melda Akcan bis 73 Kilo, SILBER – Melda gewinnt ihren Auftaktkampf gegen die Vietnamesin Vu Au Thuy Kim Linh mit 9:3. In ihrem Halbfinalkampf bezwingt Melda mit ihren gewohnten Stärken ihre Gegnerin Jasmine Vokey aus Kanada mit 13:10 und erreicht hart umkämpft das Finale. Melda unterliegt dort denkbar knapp mit 7:8 Punkten gegen Jessica Bravo aus Kolumbien. Sie gewinnt damit eine weitere Weltmedaille, Silber.
Team – Resümee
Mit acht Herren und drei Damen war Deutschland relativ gut belegt, da einige schon WM-Erfahrung hatten. Da seit der EM nicht viele große Einsätze anstanden, waren auch alle hochmotiviert. Im Vorfeld wurden fünf Medaillen als realistisch angesehen. „Wenn eine davon GOLD wäre, wäre es das I-Tüpfelchen“, war die Hoffnung des Herren- und Bundeswehr- Bundestrainer Georg Streif, der von Marco Scheiterbauer und Boris Winkler unterstützt wurde. Mit einer Gold, drei Silber und zwei Bronzemedaillen waren die Hoffnungen sogar überschritten und die Team-Analyse fiel vorwiegend positiv aus. Natürlich müssen die einzelnen Leistungen der Athleten individuell ausgewertet werden und dementsprechend die weitere Planung beeinflussen. „Nur so ist eine Steigerung zu erwarten“. Der Ausrichter hat sich sehr viel Mühe gegeben und hatte volle staatliche Unterstützung. Somit wurde ein großer Event aus der Militär-Weltmeisterschaft 2012, in der ein Teilnehmerrekord bei der Nationenanzahl erreicht wurde. Die überdimensionale Eröffnungs- und Schluss Zeremonie zeigten auch einige Inhalte aus dem militärischen Bereich, der mit viel Disziplin präsentiert wurde. Die nächsten Militär-Weltmeisterschaften sind in Texas/USA im Oktober 2013 und lässt ebenso einen positiven Event erwarten.

Text und Fotos: Georg Streif

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