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Kampfschwimmer – Alles, nur kein Tunnelblick

Filed in Allgemein, Kampfschwimmen by on 3. Juni 2016 0 Comments • views: 32

Kampfschwimmer sind Experten in ihrem Element, dem Wasser. Über die zusätzlichen Qualifikationen ist jedoch weniger bekannt. Die Ausbildung erfolgt nämlich triphibisch. Sie vereint drei Bereiche: Wasser, Luft und Land. Dadurch sind die Kampfschwimmer der Marine einzigartige Spezialkräfte und können besonders vielseitig eingesetzt werden. Die dreijährige Ausbildung ist eine der härtesten bei der Bundeswehr.

Über den Wolken

Das Element Luft dient der „vertikalen Verbringung“ der Kampfschwimmer. Das bedeutet, dass sie sich mit Luftfahrzeugen über große Entfernungen ihrem Einsatzziel nähern. Aus Hubschraubern oder Flugzeugen gelangen die Kampfschwimmer dann lautlos an Land oder ins Wasser. Sie können sich über kurze Distanzen gezielt abseilen oder landen aus extremen Höhen mit ihren Fallschirmen. Besonders das Fallschirmspringen stellt eine unvergleichliche Möglichkeit dar, ein Gebiet schnell und unbemerkt zu erreichen. Die umfangreiche Einsatzausrüstung der Kampfschwimmer erschwert die Umstände eines Sprunges allerdings erheblich. Die sichere Ausführung stellt daher einen hohen Anspruch an Mensch, Ausbildung und Material. Damit Kampfschwimmer diese jederzeit beherrschen, ist sehr viel Training und Erfahrung notwendig. Leider ist das intensive Üben oft mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand verbunden. Um den gering zu halten, trainieren die Kampfschwimmer zusätzlich regelmäßig in einem Windtunnel.

Der Windtunnel – Hier wird der freie Fall perfekt simuliert

Die Tunnelausbildung ist besonders effektiv. Das Ausbildungspersonal befindet sich mit dem Springer im Windtunnel und kann steuernd eingreifen. So bekommt der Kampfschwimmer ein unmittelbares Feedback und kann Fehler direkt abstellen. Das Training ermöglicht dadurch eine langfristige Verbesserung des Flugverhaltens.

Kampfschwimmer_Windtunnel_01

Der Weg – Die Voraussetzungen

Charakterlich
– Willensstärke
– Psychische Stabilität
– Körperliche Belastbarkeit
– Teamfähigkeit

Sportlich
– 5.000-m-Lauf in max. 22 Min
– 1.000-m-Schwimmen in max.24 Min
– 60 sec. Zeittauchen
– 30 m Streckentauchen
– 8 Klimmzüge im Ristgriff
– 15 Wiederholungen im Bankdrücken mit 50 kg

Militärisch
– Weiterverpflichtungserklärung auf SaZ12 (mindestens 7 Jahre Restdienstzeit)
– Weitere BA 90/5er
– TUKV (Taucher-, U- Bootfahrer- und Kampfschwimmer- Verwendungsfähigkeit)
– Eignung für die Laufbahn der Offiziere/ Unteroffiziere
– Schwimmtaucherlehrgang
– Auswahllehrgang

Die Ausbildung

Jeder Kampfschwimmeroffizier bzw. -Portepeeunteroffizier ist ein besonders ausgewählter und ausgebildeter Soldat. Die physisch und psychisch anstrengende dreijährige Ausbildung umfasst unter anderem:

– Taktisches Tauchen mit Kreislauftauchgeräten
– Vertikale Verbringung mit z.B. Freifallsprüngen, Fastrope
– Verbringungsarten auf / unter Wasser
– Opposed Boarding Operationen
– Kommandokampf an Land
– Reaktionsschießen
– Sanitätsausbildung Spezialkräfte
– Überlebenslehrgänge

Die Spezialisierung

Nach der Ausbildung und Ernennung zum Kampfschwimmer spezialisiert sich jeder Portepeeunteroffizier in mindestens einem bestimmten Fachbereich:

– Kampfmittelabwehr (EOD / IEDD)
– Zugangsmitteltechniker (Breacher)
– Optronische  Spezial- /Foto- und Videoaufklärung  (OSA)
– Scharfschütze
– Funk-/ Fernmeldeverfahren
– Leitung von Luftunterstützung/ Fliegerleitoffizier (FAC)
– Team-Medic (Einsatz-/ Rettungssanitäter)

Weitere Informationen unter: www.marine.de

Text: Kapitänleutnant d. R. Mathe, Oberbootsmann Tesche
Fotos: Kommando Spezialkräfte der Marine, Kommando Spezialkräfte der Marine, Bundeswehr / Gerrit Burow / Andrea Bienert / Björn Wilke, Oberbootsmann Tesche & Oberleutnant zur See Wolf

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