„Chile war ein großes Erlebnis“ – ‚Struber Jager‘ nehmen an Internationalen–Militär-Skimeisterschaften teil

Auf Einladung der Chilenischen Armee durften 9 Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 aus der Strub an den Internationalen Militärmeisterschaften in Portillo/Chile teilnehmen. Die Mannschaft der „Struber Jager“ aus Bischofswiesen stellte sich der Konkurrenz aus Italien, Brasilien, Argentinien und Chile und konnte bei den insgesamt sechs Wettkämpfen mehr als beachtliche Erfolge erzielen.

 Quartier und Wettkampf auf 2.800 Meter ü.NN

 Untergebracht waren die neun Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 in der Escuela de Montaña del Ejército de Chile  (Schule der Gebirgsjäger) auf einer Meereshöhe von 2.800 Meter ü.NN. Für eine gewisse Eingewöhnung braucht man natürlich einige Tage, um ein Rennen angemessen zu bestreiten und deshalb startete die ganze Delegation bereits vier Tage vor dem ersten Wettkampf von München über Madrid nach Santiago de Chile. Von dort ging es weiter zwei Stunden mit dem Bus nach Portillo, dem Ort der Wettkämpfe und dem Camp der dortigen Gebirgsjäger. Die Eröffnungsfeier dieser internationalen Meisterschaften war sehr feierlich und wurde geleitet vom Chef des Instituts der Abteilung Bildung, Oberst Marcelo Núñez Morales und  dem Direktor der Schule Oberstleutnant Humberto Julio Schweitzer. Der Chef des Organisationskomitees wies in der Anwesenheit von lokalen Behörden und geladenen Gästen darauf hin, dass „diese Woche eine persönliche, berufliche und sportliche Herausforderung  mit  großen Anstrengungen werden wird und sich die Schule der Gebirgsjäger auf einen fairen und gesunden Wettbewerb freut“. So war es dann auch.

Skihotel am ‚Laguna del Inka‘ wurde bereits 1952 erbaut

 Portillo ist eigentlich eher bekannt durch den Alpinen Skilauf, denn jedes Jahr trainieren dort in den Monaten August und September die Mannschaften aus fast der ganzen Welt, weil dort zu diesem Zeitpunkt Winter herrscht und man beste Bedingungen vorfindet. 1966 wurden dort sogar die Weltmeisterschaften im Alpinen Skisport ausgetragen und Burgl Färbinger aus Berchtesgaden/Oberau konnte damals mit einer Bronzemedaille im Riesenslalom die Reise nach Hause antreten. Ähnlich gut erging es auch den Soldaten aus der Strub. Lisa Scheufele aus Traunstein gewann den Langlauf über 10 Kilometer und den Massenstartwettbewerb im Biathlon und holte sich den zweiten Platz im Sprint und in der Verfolgung. Bei der Patrouille der Herren über 25 Kilometer waren nur die Soldaten aus Italien einen Tick besser und verwiesen die vier ‚Struber Jager‘ Florian Rohde, Robin Frost, Felian Schubert und Josua Stübel auf den zweiten Platz. In den übrigen Wettkämpfen zeigten sich die Italiener, die mit ihrer B-Mannschaft der Biathleten vor Ort waren, als enorm stark. Dennoch konnten Strübel und Schubert im 15 Kilometer Langlauf Massenstartrennen einen Doppelsieg für sich verbuchen. Trainer Oberfeldwebel Hans Strehhuber aus Neukirchen zeigte sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden. „Wir haben gut mithalten können und wenn das Schießen noch ein bisschen besser funktioniert hätte, wäre sogar noch der ein oder andere Stockerlplatz mehr drin gewesen. Unsere Soldaten haben gezeigt, dass sie mit den anderen Nationen gut mithalten können, auch wenn die Italiener mit einer reinen Biathlonmannschaft am Start waren“.

Skimeisterschaft_Chile_2016_01
Beim Auftaktrennen im Massenstart zeigten die ‚Struber Jager‘ einen starken Auftritt. Es gab einen Doppelsieg durch Josua Strübel und Felian Schubert. Der Italiener Rudy Zini landete auf Platz drei. Es gratulierten v.li. Juan R.Puchi Pena (Stellvetretender Schulkommandeur), Helmuth Wegscheider (Delegationsleiter Deutschland) und Humberto Julio Schweitzer (Schulkommandeur).

Besondere Abschlussfeier am Schlusstag der Veranstaltungen

Ein bleibendes Erlebnis war sicher auch die Abschlussfeier mit einem gemeinsamen Mittagessen aller hochrangigen Offiziere, den Verantwortlichen für die Meisterschaften und allen Sportlern. Der Oberbefehlshaber der Armee Humberto Oviedo Arriagada ließ es sich nicht nehmen, der Veranstaltung beizuwohnen und sprach einige Worte des Dankes. Vorgetragen wurden einheimische chilenische Tänze und Brauchtumsrituale, die bei den ausländischen Mannschaften sehr gut ankamen. Alle Nationen sollten etwas aus ihrer Heimat zum Besten geben und dabei ließen sich die Deutschen etwas Besonderes einfallen. Oberfeldwebel Strehhuber und Oberstleutnant Wegscheider plattelten die Amboß Polka, was natürlich bei allen große Bewunderung und Begeisterung hervorrief, die sogar soweit führte, dass Chilenen und Argentinier das Schuplatteln anschließend gleich selbst erlernen wollten.

Alles in allem war es ein großes Erlebnis für die deutschen Gebirgsjäger in Chile, die  nicht nur viele Freunde gefunden haben (nachvollziehbar auch in Facebook unter ‚Escuela de Montana del Ejercito de Chile‘), sondern auch durch ihre natürliche Art die Herzen der Chilenen gewonnen haben. Bei einem gemeinsamen Skinachmittag im Skigebiet von Portillo konnte dies zudem bei dem traumhaften Wetter besonders genossen werden.

Hauptgefreiter Josua Strübel brachte es abschließend auf den Punkt: „Es ist das erste Mal, dass ich in Chile gewesen bin, aber es war wunderbar. So wie wir aufgenommen wurden, war einfach sensationell und es war von Anfang an  immer etwas Gemeinsames. Das fing beim Frühstücken an und hörte auch nach dem Abendessen nicht auf „. Es stand nicht nur das sportliche Messen mit anderen Nationen im Vordergrund, sondern vielmehr der Austausch militärischer Gepflogenheiten und die Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen untereinander. Gerade Letzteres rückte sehr in den Mittelpunkt und wurde in den zehn Tagen in Südamerika von den bayerischen Soldaten auch überwiegend gepflegt. „Wir haben echte Freunde gefunden in Portillo. Das Verständnis untereinander und die gemeinsamen Unternehmungen haben nicht nur Spaß gemacht, sondern auch erkennen lassen, dass die Soldaten der Chilenischen Gebirgsjäger ähnlich denken wie wir“, so Delegationsleiter Oberstleutnant Helmuth Wegscheider. Zum Abschluss gab es vor dem Heimflug noch eine Stadtrundfahrt in der Hauptstadt Santiago de Chile mit einem Ausflug zur bekannten Anhöhe ‚Santa Lucia‘, von wo aus man einen sensationellen Ausblick auf die Hauptstadt hat.

Text und Fotos: Helmuth Wegscheider

V.li.: Juan R. Puchi Pena (Stellvertretender Schulkommandeur), und Humberto Julio Schweitzer (Schulkommandeur), Claudia Salcedo (Chile), Lisa Scheufele (GebJgBtl 232), Cesilia Dominguez (Argentinien), Mannschaftsführer ARG, IBU Beauftragter, Helmuth Wegscheider (Delegationsleiter Deutschland) und Hauptmann Monroy von den Chilenischen Gebirgsjägern.
V.li.: Juan R. Puchi Pena (Stellvertretender Schulkommandeur), und Humberto Julio Schweitzer (Schulkommandeur), Claudia Salcedo (Chile), Lisa Scheufele (GebJgBtl 232), Cesilia Dominguez (Argentinien), Mannschaftsführer ARG, IBU Beauftragter, Helmuth Wegscheider (Delegationsleiter Deutschland) und Hauptmann Monroy von den Chilenischen Gebirgsjägern.

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