Silbernes Lorbeerblatt für Mia Bitschund Johanna Kneer

Auszeichnung der beiden „World-Games“-Gewinnerinnen durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue. Johanna Kneer mit bemerkenswerter Dankes-Rede und klaren Worten zum Thema „Gleichberechtigung im Sport“.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seinem Berliner Amtssitz (Schloss Bellevue) die 81 Medaillen-Gewinnerinnen und -Gewinner der „World Games“ in Chengdu und der „Sommer-Deaflympics“ in Tokio mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Unter den Ausgezeichneten befanden sich auch die beiden „World-Games“-Gewinnerinnen Mia Bitsch und Johanna Kneer.

Letztere sagte in einer bemerkenswerten Dankes-Rede, die sie stellvertretend für alle Chengdu-Medaillen-Gewinnerinnen und -Gewinner gehalten hatte, „dass wir alle es zu schätzen wissen, mit der höchsten sportlichen Auszeichnung in Deutschland ausgezeichnet zu werden – weil einige unserer Sportarten abseits der großen medialen Aufmerksamkeit stattfinden und unsere Leistungen nicht immer die Sichtbarkeit erhalten, die sie verdienen“.

Und weiter: „Wir alle haben in Chengdu und darüber hinaus gezeigt, dass Deutschland verdammt stolz auf seine Sportlerinnen und Sportler sein kann. Diesen Stolz wünschen wir uns als dauerhaften Standard – völlig unabhängig vom olympischen Status. Mein Wunsch jetzt und für die ‚World Games‘ in Karlsruhe ist, dass wir Gleichberechtigung im Sport endlich leben und jede Spitzenleistung mit der gleichen Sichtbarkeit, Wertschätzung und Förderung gewürdigt wird.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hob in seiner Rede die besondere Atmosphäre bei der Verleihung hervor: „Eine Mischung aus Freude und Leidenschaft, aus Mut und Einsatzbereitschaft, aus Ausdauer und Selbstüberwindung, aus Selbstbewusstsein und Teamgeist, aus Lust am Wettbewerb und dem Wille zum Gewinnen.“ Darüber hinaus würdigte er die sportlichen Erfolge „als Ausdruck von persönlicher Stärke und Ergebnis gelebten Teamgeists“.

Unter den zahlreichen Ehren-Gästen bei der von Johannes B. Kerner moderierten Veranstaltung befanden sich unter anderem die für den Sport zuständige Staatsministerin Christiane Schenderlein und DOSB-Präsident Thomas Weikert.

Das Silberne Lorbeerblatt, 1950 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet, ist die höchste nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen im deutschen Sport.

Zitate

„Es ist für mich eine riesengroße Ehre, das Silberne Lorbeerblatt zu bekommen. Als ich gehört habe, dass ich es bekomme, war ich so aus dem Häuschen. Es hat dann doch lange auf sich warten lassen, dass der Brief im Kasten lag. Irgendwann dachten wir, es wäre doch nicht so. Als er aber ankam, war die Freude umso größer. In meiner Familie haben alle gesagt: jetzt bist du bei den ganz Großen angekommen.“
Mia Bitsch (gegenüber der Thüringer Allgemeine)

„Es ist für uns beide etwas sehr Besonderes, die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland für sportliche Leistungen erhalten zu haben. Dass ich dann noch auserwählt wurde, die Dankes-Rede zu halten, war für mich eine sehr große Ehre. Nach den Ehrungen haben wir die Möglichkeit bei einem Empfang genutzt, mit dem Bundespräsidenten, dem Präsidenten des DOSB und unserem Dezernatsleiter Spitzensport sowie Brigadegeneral Frank Bongers, Leiter der Fachabteilung im Streitkräfte-Amt und Beauftragter für Sport in der Bundeswehr, ein paar persönliche Worte zu wechseln. Alles in allem war es ein ereignisreicher Vormittag, den wir nicht so schnell wieder vergessen werden.“
Johanna Kneer

  • Text: DKV / bundespraesident.de