Adrenalin Junkie

Kaum ein anderer Motorsport ist so spektakulär und fordernd wie Moto-Cross. Für Stabsunteroffizier Sebastian Müller ist er mehr als Ausgleich zum Dienst oder Hobby. Er l(i)ebt diesen Sport.
Für einen Versicherungsvertreter müsste Sebastian eigentlich ein Horror-Kunde sein. Sein Beruf: Soldat in der Kampfmittelbeseitigung. Sein Hobby: Moto-Cross. Zwei Kriterien, welche die Gefahrenzulage einer Lebensversicherung in die Höhe treiben dürften. Sebastian grinst: „Ich habe eine Sport-Unfallversicherung und eine Dienstunfähigskeitsversicherung. Für beide ‚Fälle‘ bin ich gerüstet.“ Aber wer mag schon ans Schlimmste denken, wenn er seinen liebsten Beschäftigungen nachgeht? „Ich bin schon so jemand, den man allgemein als Adrenalin-Junkie bezeichnen würde. Aber ich weiß was ich kann und was ich tue.“ In Stetten wird er zum Spezialisten ausgebildet. „Mit Abenteuerlust und Nervenkitzel hat das nichts zu tun. Doch das Thema Kampfmittelbeseitigung ist vielseitig und technisch sehr interessant. Eine spannende Aufgabe.“

Am theoDOR: Sebastian in der Ausbildung zum Kampfmittelbeseitiger.

Volle Kontrolle auf der Strecke

Sein Hobby hat ebenfalls viel mit Technik zu tun, aber auch mit Nervenkitzel. „Moto-Cross ist Leidenschaft. Auf meiner Yamaha kann ich mich austoben!“ Das Fahrzeug hat er unter Kontrolle, wie der Verlauf der Karriere bisher vermuten lässt. Fünf Mal wurde der Soldat auf Zeit Deutscher Jugendmeister in den Klassen 50 ccm und 60 ccm. 1999 belegte er den 5. Platz im ADAC Junior Cup in der Klasse 80 ccm. „Nach dieser Saison musste ich leider aus familiären Gründen den Motorsport zunächst an den Nagel hängen.“ Für Sebastian kaum auszuhalten. Im Sommer 2008, nach neunjähriger Pause, setzte er die Karriere fort.

Ein Jahr Training mit seinem 250er-4-Takter, denn die Technik war in der Zeit weiter fortgeschritten. Ins Renn­ge­schehen griff Sebastian 2009 wieder ein und schaffte auf Anhieb den 1. Platz in der Aufsteiger-Klasse (AnfMX2) des Deutschen Amateur Motocross Verbands. Schnell geht es seitdem aufwärts. Denn bereits 2010 wurde er Vizemeister in der nächst höheren Klasse. „Letztes Jahr verfolgte mich der Defekt­teufel und bescherte mir einen kapita­len Motorschaden, der mich vier Rennläufe verpassen ließ.“ Denn MX ist nicht grade günstig.

Kurventechnik: Die Yamaha ums Eck!

Ehrgeizige Ziele

Durch die Unterstützung seiner Eltern und Großeltern kann Sebastian aber seiner Leidenschaft nachgehen. Die Blindenhundeschule (www.blindenfuehrhund-schule.de) seines Vaters gehört zu den Hauptsponsoren. Auch Freundin Jenny steht hinter dem schnellen Mann aus Mutterschied bei Koblenz. Lutz-Yamaha ist ebenfalls auf ihn aufmerksam geworden und ermöglicht die Rennteilnahmen. „Dadurch kann ich meine Ziele für dieses Jahr auch hoch stecken“, erklärt Sebastian. Er will in der Klasse MX2 National so weit wie möglich nach vorne fahren, um 2013 in die Klasse „International“ aufzusteigen. Danach ist der Weg frei in die Europameisterschaft der Amateure. „Im Südwestcup will ich unter die ersten 5 der Klasse Prestige MX2 und die Rheinlandpfalz-Meisterschaft will ich  gewinnen!“

Wer Sebastian auf der Strecke beobachtet, der ist überzeugt, dass er das Alles schaffen wird. Er ist enorm schnell unterwegs. „Das ist einfach ‚mein Ding‘, ich bin mit Leib und Seele dabei. Vor allem das unbeschreibliche Gefühl am Start zu stehen, wenn das Gatter fällt – das ist Adrenalinschub pur!“ Also doch einfach nur ein Adrenalinjunkie? „Nein, MX ist viel mehr als das. Man kann richtig gut abschalten, den Alltag vergessen und lernt dabei viele neue Leute kennen. Es macht einfach riesigen Spaß an den Wochenenden Cross zu fahren.“

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