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Deutschland siegt bei „Berlin fliegt!“

Filed in Allgemein, Hochsprung, Leichtathletik by on 18. November 2012 0 Comments • views: 67

Beim Vierländerrendezvous der Leichtathletik-Überflieger überzeugte Oberbootsmann Sebastian Bayer mit konstanter Weitsprungserie.

Wer springt übers Brandenburger Tor? Nicht nur den Fotografen bot „Berlin fliegt!“ eine spannende Kulisse.

Vor der imposanten Kulisse des Brandenburger Tors trug der Hallen-Europarekordler und Europameister 2012 entscheidend zum zweiten Sieg des DLV-Teams bei. 

Wenn es die Zuschauer nicht in die Arenen zieht, dann gehen wir Leichtathleten eben in die City, so das aktuelle Motto des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Mit der Kerner-Initiative wollen die „Höher-Schneller-Weiter-Manager“ aus der Frankfurter DLV-Zentrale für die olympische Kernsportart mehr Furore in die breite Öffentlichkeit sähen. Den bundesweiten Eventhöhepunkt des innovativen Sportmarketingkonzepts präsentierte der DLV am 20. August unter den bronzenen Augen der Quadriga mit dem Topmeeting „Berlin fliegt!“. Und damit der zweiten Auflage eines exklusiven Vierländerwettkampfs im Weit- und Stabhochsprung, die nur eine Woche nach dem Londoner Olympiafieber unter dem Brandenburger Tor stattfand.

Mit flirrender 35 Grad Rekordhitze und 3.000 Zuschauern vor mobiler Tribünenkulisse, überzeugte das weltweit einmalige Meeting mit sportlichen Superlativen. Immerhin trat Deutschlands Eliteteam gegen Topjumper aus Frankreich, Russland und den USA an – darunter die US-Longjumperin und Olympiasiegerin Brittney Reese. Eine echte Herausforderung für die DLV-Equipe, die mit den Weitspringern Sosthene Taroum Moguenara (TV Wattenscheid 01) wie Hallen-Europarekordler (8,71 Meter) und Europameister 2012, Sportsoldat Obermaat Sebastian Bayer (Hamburger SV) sowie „Londons Silberstaber“ Björn Otto (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) antrat. Zunächst auf Rang drei, startete das DLV-Team rasch zur atemberaubenden Aufholjagd. Dies gelang, weil das Reglement Präzision statt Rekordversuche forderte. So wurden nur gelungene Sprünge gepunktet, während Patzer zu Nullern führten. Hier bewies das Duo Bayer-Otto herausragend punktgenaue Nervenstärke. Die war am Ende wegen Bayers konstanter, stets knapp unter 8 Metern liegender Weitsprünge und Ottos faszinierendem 5,70-Meter-Finale erfolgsgekrönt – der Titelverteidigung! Wie 2011 erwies sich das DLV-Team als unschlagbarer Überflieger. Das Ergebnis im Einzelnen: Deutschland 35, USA 29,5, Russland 24 und Frankreich 20,5 Punkte.

Jumpte mit dem DLV-Team zum Sieg: Sebastian Bayer toppte mit präzisen Sprüngen.

Eine Topwerbung für das 71. Berliner ISTAF am 2. September und Berlins Kandidatur zur Leichtathletik-EM 2018, kommentierte DLV-Präsident Clemens Prokop zu Sportredakteur Volker Schubert. „So ein Event macht einfach Spaß“, resümierte auch Sebastian Bayer direkt nach der Nationalhymne. Dann verschenkte der sympathische Militärathlet seine Spikes an Heinrich Popow, einen Sprungdisziplinkameraden, der im Kindesalter von neun Jahren wegen einer aggressiven Krebserkrankung sein linkes Bein verlor. Die Nagelschuhe sollen dem 29-jährigen Behindertenathleten, der ab 29. August mit Medaillenchancen bei den Londoner Paralympics sprintet wie weitspringt, als Glückbringer für deutsche Edelmetallträume dienen. Popow, Volksdeutscher aus der ehemaligen Sowjetunion, sagte, dass er nach der Amputation nur den Wunsch gehegt hätte bald wieder springen und rennen zu können. So ist er auch wegen des guten Medizinstandards vor vielen Jahren als kasachischer Spätaussiedler nach Deutschland ausgereist.

Spikes als Geste der Solidarität: Sebastian Bayer und Paralympionike 2012 Heinrich Popow.

„Deutschland hat mir Glück gebracht. Ich werde hier sportlich optimal gefördert“, so Popow, der bereits mehrfach erfolgreich im Nationaltrikot startete. 2004, in Athen wurde er Bronzesieger in 100 Meter Lauf und im Weitsprung und in Peking spurte er im Kurzsprint zu Silber. Gold in London, das wäre sein Traum. Und einen weiter Wunsch hegt der amtierenden Weltmeister (Bestleistungen: 100 Meter in 12,28 Sekunden, Weitsprung 6,32 Meter). Sollte sich die Bundeswehr für den Behindertensport öffnen, will er auch Sportsoldat werden. Sebastian Bayer unterstützt Popows Initiative und sich dafür einsetzen, dass  zivilbehinderte wie kriegsversehrte Leistungssportler zukünftig stärker an einem Strick ziehen können.

Autor: Volker Schubert 

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